5 Fehler, die Geld kosten © www.capitalbank.at

5 Denkfehler, die richtig Geld kosten

12.04.201812. April 2018 3 min Lesezeit

Instinkt oder Logik? Bauchgefühl oder auf den Kopf hören? Was ist denn nun das Geheimnis guter Entscheidungen - vor allem bei der Geldanlage? Die folgenden fünf Tipps helfen Ihnen, klassische Fehler zu vermeiden. Zusätzlich können Sie sich hier kostenlos einen Ratgeber von der österreichischen Expertin für Verhaltensökonomie, Mag. Birgit Bruckner, herunterladen.

1. Suchen Sie den Widerspruch

Es ist ein Phänomen der menschlichen Psyche, dass wir bereits bestehende Annahmen bestätigen wollen. Investoren lesen deshalb mit Vorliebe Artikel, die beschreiben, was sie selbst schon denken. Dagegen vermeiden sie kritische Texte, die ihre Meinung widerlegen könnten. So werden nicht nur häufiger falsche Titel ausgewählt, sie werden auch länger gehalten. Lenken Sie daher Ihre Aufmerksamkeit besonders auf jene Artikel, die Ihren Meinungen widersprechen. Die anderen lesen Sie ohnehin automatisch.

2. Vermeiden Sie mentale Konten

Viele Anleger bilden gedankliche Konten, die in Wahrheit nicht existieren. Häufig werden Verlustpositionen auf solche mentale Subkonten umgebucht und so ausgeblendet. In Folge werden diese Aktien meist zu spät verkauft. Im Vergleich dazu, werden Gewinnpositionen zu schnell verkauft. Es bedürfte daher schon einer besonders guten Aktienauswahl, um diesen Fehler auch nur ausgleichen zu können. Vermeiden Sie es daher, mentale Konten einzurichten. Gehen Sie besser auf die Suche nach den richtigen Aktien – zusammen mit dem richtigen Berater.

An der Börse sind 2 mal 2 niemals 4, sondern 5
minus 1. Man muss nur die Nerven haben, das minus 1 auszuhalten.
André Kostolany

3. Verlustaversion: Augen zu und durch

In der Regel belasten uns Verluste stärker, als uns Gewinne freuen. Obwohl es auch dafür gute Gründe gibt, ist dieses Verhalten doch meist unbegründet. Kritisch wird es, wenn die Entwicklung des eigenen Depots trotz langfristigem Anlagehorizont zu häufig abgefragt wird. An den Kapitalmärkten gibt es immer gute Zeiten. Und es gibt schlechte. Wer an Verlustaversion leidet – und nur wenige Menschen tun das nicht – und zu häufig seinen Depotstand abruft, neigt in Bärenmärkten zum Verkauf seines Aktienportfolios. Nun müsste man heute schon auf einer einsamen Insel leben, um nicht aus den Medien von Kursrückgängen an den Börsen zu erfahren. Wer sich aber in turbulenten Börsenzeiten seinen langfristigen Anlagehorizont bewusst macht und nicht verkauft, hat gute Chancen, seine Anlageziele zu erreichen.

4. Streichen Sie „Ich hab's ja gewusst!“ aus Ihrem Wortschatz

Wer hat sich nicht schon einmal gedacht: „Ich hab die ganze Zeit gewusst, dass das passieren wird“. In Wahrheit hat man das natürlich nicht gewusst. Und wenn doch, wäre es nur umso schlimmer. Aber Achtung, wenn einem dieser Gedanke wieder einmal durch den Kopf schießt: Er hindert uns daran, das Erlebte zu analysieren und aus unseren Erfahrungen zu lernen. So wird der Fehler bei nächster Gelegenheit gleich wiederholt.

5. Überschätzen Sie Ihre eigenen Fähigkeiten nicht

Gesundes Selbstbewusstsein schadet nicht. Empirische Studien haben aber gezeigt, dass sich deutlich mehr als 50% der Autofahrer für „überdurchschnittlich“ halten. Sie können das Experiment gerne selbst ausprobieren. Erkunden Sie sich doch in Ihrem Umfeld, wer sich beispielsweise für einen überdurchschnittlichen Skifahrer hält. Sie werden staunen. Das Problem dabei: Wer seine eigenen Fähigkeiten überschätzt, neigt zu hohem Risiko.

 


"Behavioral Finance" (Finanz‐ und Börsenpsychologie) verbindet die Finanz‐ und Wirtschaftswissenschaften mit Sozialpsychologie und Neurowissenschaften. Sie schließt die Lücke zwischen Theorie und Praxis.

Mag. Birgit Bruckner, MSc, CIIA ist Diplompsychologin und war selbst sieben Jahre in unterschiedlichen Bereichen (Wertpapierhandel, Asset Management, Family Office) am österreichischen Finanzmarkt tätig. Sie ist geprüfte Börsenhändlerin (XETRA) und diplomierte Analystin (CEFA, CIIA). Sie hat ein Paper zum Thema "Börsenpsychologie - wie Angst und Gier die Börsen treiben" verfasst.

Wolfgang Ules © Capital Bank
geschrieben von Mag. Wolfgang Ules

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