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Das ignorierte Risiko

6 min Lesezeit

„Was wir in Italien erleben, kann der Trigger einer massiven Finanzkrise sein.“ Peer Steinbrück, SPD , ehemaliger deutscher Finanzminister. Wie soll der Kapitalanleger damit umgehen? Wo soll sein Geld investiert werden? Wie kann der Lebensabend vor diesem Hintergrund geplant werden? Wie verhindern Sie langfristig Verluste bei Ihren Geldanlagen? Das sind nur einige der Fragen, die sich vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Schuldenkrise stellen.

Wenn Sie die Chronologie der europäischen Krise seit 2009 im Kopf haben, gehen Sie bitte gleich zu „Was können Sie als Anleger machen?"

Die Eurokrise: ein Schauspiel in vielen Akten. Ende offen.

2009: die Neuverschuldung Griechenlands beträgt 12,7 % des Bruttoinlandproduktes. Die Bonitätsnote wird gesenkt.

März 2010: erstes Notfall-Hilfspaket

Mai 2010: der temporäre Rettungsschirm wird gespannt. Für kriselnde Euro-Staaten. Umfang: 750 Milliarden Euro

Oktober 2010: aus temporär wird dauerhaft

November 2010: Irland braucht Hilfe aus dem Schirm - 85 Milliarden Euro

Mai 2011: jetzt gibt es Probleme in Portugal. 78 Milliarden Euro aus dem Rettungsschirm werden gebraucht.

Juli 2011: Griechenland braucht weitere Hilfe. 109 Milliarden aus dem Schirm, 37 Milliarden von Versicherungen und Banken.

Oktober 2011: Griechenland werden 100 Milliarden Euro der Schulden erlassen.

Die Rezession in Europa verschärft die Krise

Januar 2012: Frankreich gehört nicht mehr zu den besten Schuldnern.

Februar 2012: Rezession im Euroland. Nur noch Deutschlands Wirtschaft wächst. Marginal.

März 2012: Der griechische Schuldenschnitt wird Realität. In größerem Ausmaß als angenommen.

April 2012: Spanien ist nur noch mittelmäßiger Schuldner.

Mai 2012: Bankenkrise in Italien. Monti fordert Hilfe an.

Juni 2012: Spanien bekommt 100 Milliarden Euro zur Rettung ihrer Banken. Zypern braucht auch Hilfe.

Entwarnung. Whatever it takes!

Juli 2012: Draghi sorgt mit „whatever it takes“ für ein Kursfeuerwerk an den Börsen

November 2012: Griechenlands Pleite scheint endgültig abgewendet.

März 2013: Zypern wird in letzter Minute vor Pleite bewahrt. Oder doch nicht. Ein politisches Gezerre beginnt. Es geht um die Spareinlagen der Bevölkerung. Banken bleiben geschlossen. Und doch wird Zypern gerettet. Großanleger werden ebenfalls zur Kasse gebeten. Erstmals zahlen auch Sparer.

April 2013: Brand aus auf Zypern. Feuer in Portugal. Der Rettungsplan wackelt.

Juni 2015: Griechenland und kein Ende der Tragödie. Banken und Börse schließen. Die Griechen dürfen nur noch 60 € pro Tag beheben.

GREXIT!?, BREXIT!!, EX-IT?

Juli 2015: es kommt nicht zum Grexit. Das dritte Hilfspaket wird gewährt.

Juni 2016: Großbritannien hat sich für einen Austritt aus der EU ausgesprochen.

Frühjahr 2018: und jetzt ist Italien wieder an der Reihe.
 

Ergebnis: das vereinte Europa rutscht von einer Krise in die andere. Und irgendwie scheinen die Täler immer tiefer zu werden. Mir kommt der hässliche Verdacht, dass keines der Probleme wirklich gelöst ist. Sie können Ihre Finanzsituation verbessern. Wie? Lesen Sie weiter oder finden Sie gleich hier Ihren Perfekten Berater.

Was können Sie als Anleger in dieser Situation machen?

Das Grundproblem werden Sie nicht ändern können. Dabei müssen Sie auf unsere staatlichen Lenker vertrauen. Aber: Sie müssen dringend über die Art Ihrer Veranlagung nachdenken. Sie erhalten statt eines risikolosen Zinses, ein zinsloses Risiko. Und es steigt täglich. Es macht keinen Sinn, Ihr Kapital wie vor 30 Jahren anzulegen. Damals erhielten Sie 9 % p.a. ohne Bonitäts- und Währungsrisiko.

Was ist mit Risiko gemeint?

Es geht nicht um die Wertschwankung - im Fachjargon Volatilität - Ihrer Veranlagung. Es geht darum, ob Ihr heute gewählter Schuldner zu einem späteren Zeitpunkt in der Lage ist, Ihnen Ihr Geld zurück zu geben. Staaten und Unternehmen, die heute wirtschaftlich gesund sind, können künftig schlecht dastehen und Ihre Schulden nicht bedienen. Sie bekommen also einerseits keine Zinsen für das von Ihnen gewährte Darlehen - genau das ist es nämlich, wenn Sie Anleihen, Renten, Schuldverschreibungen, Pfandbriefe (...) kaufen. Andererseits wissen Sie nicht, ob Sie mit einer Rückzahlung rechnen dürfen.

Was hat sich verändert?

Die getroffenen Anlageentscheidungen müssen ständig geprüft werden. Das ist aufwändig und sehr anspruchsvoll. Es trifft mehr und mehr auf jede Form der Geldanlage zu. Auch für Staatsanleihen. Wer hätte noch vor 20 Jahren geglaubt, dass europäische Staaten ihre Schulden nicht zahlen können. Südamerika? Ja, klar. Aber, in Europa? Niemals. Und wir alle sparen und legen Geld an, um später einen unbeschwerten und schönen Ruhestand zu genießen. Wir planen unseren „Lebensabend“ genau. Wir wissen, was wir alles erleben und sehen wollen. Wir vertrauen darauf, dass zu gegebenen Zeitpunkt, alles so ist, wie geplant oder erhofft. Wir wollen auch im Ruhestand unseren lieb gewonnenen „Luxus“  genießen: Urlaub, Theater, Golf, Segeln, Auto, Eigenheim etc.

Die Kapitalanlage der Zukunft

Eines ist klar: die perfekte Geldanlage ist ständigem Wandel unterworfen. Sie bedarf der ständigen Justierung. Keine Kapitalanlage ist für alle Situationen und Zeiten geeignet. Die aktuell guten Argumente für eine Anlageklasse können sich kurzfristig zum Schlechten wandeln. Oft ist es sinnvoll, in ausgesuchte Aktien zu investieren. Andererseits gibt es Perioden, in denen Anleihen einen sehr wichtigen Beitrag leisten. Vielleicht sollte man Rohstoffen wie Gold, Öl, Holz, Getreide den Vorzug geben? Oder Private Equity? Oder Schiffe? Immobilien? Währungen? Hedgefonds? Lebensversicherungen? Das Angebot an Kapitalanlagen kennt keine Grenzen. Sie müssen die schwierige Wahl gemeinsam mit Ihrem Berater treffen.

Peter Halbschmidt, CFP, EFA © Capital Bank
geschrieben von Peter Halbschmidt

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