Norwegischer Staatsfonds © Capital Bank Private Banking

Norwegischer Staatsfonds: Aus Erdgas und -öl werden Aktien, Anleihen und Immobilien

4 min Lesezeit

Sie sind auf keine Gas- oder Erdölquelle im Garten gestoßen? Sie sind nicht annähernd so reich, wie der größte Staatsfonds der Welt, der seine Einnahmen aus Erdöl und Gas nutzt, um in 9.000 Unternehmen in mehr als 70 Ländern zu investieren? Wir haben trotzdem eine gute Nachricht für Sie.

Performance durch überwiegend Aktien - 6% p.a. seit Gründung

Jedes Jahr legen die Hüter und Vermögensverwalter des Staatsfonds einen spannenden Bericht vor, der die Rendite des vergangenen Jahres zeigt. Der Staatsfonds wurde 2006 gegründet und hat seither eine Wertentwicklung von 6% p.a. erzielt. Das ist ohne Frage gut. Das ist eine Rendite, die dazu führt, dass sich das Vermögen in 11,9 Jahren verdoppelt. In 24 Jahren vervierfacht und in 36 Jahren verachtfacht…

Vermögensverwaltender, aktiv gemanagter Fonds

Was die Norweger als Staatsfonds bezeichnen, wird in der Investmentbranche gemischter oder vermögensverwaltender Fonds genannt. Von der Wertentwicklung dieser Fondsart können Sie bequem und einfach profitieren. Sie müssen sich um nichts kümmern. Gleichzeitig wächst Ihr Vermögen.

Maximal 25% Anleihen, 70% Aktien und 5% Immobilien

Gemäß den Vorgaben darf der 2006 eingerichtete Fonds bis zu 70% des Vermögens in Aktien investieren. Maximal 25% dürfen in Staatsanleihen angelegt werden, 5% in Immobilien. Im Zuge der immer weiter sinkenden Rentabilität von Staatsanleihen auf der ganzen Welt hatte der Ölfonds zuletzt seine Investmentstrategie verändert und die Aktienquote auf ein Rekordhoch angehoben.

Die Anleihequote darf maximal 25% betragen

Die maximale Anleihequote - nicht die minimale - von 25% erscheint aus unterschiedlichen Gründen überraschend:

 

  1. Ein Staatsfonds legt den überwiegenden Teil seines Vermögens in Aktien und nicht in Anleihen oder Immobilien an. Das ist deshalb auffallend, weil die Meisten das Thema Aktienanlage mit „Unsicherheit“, „Risiko“ und „Verlust“ assoziieren. Die Verwalter des Staatsfonds denken an „Dividende“, „Kursgewinne“ und „Diversifikation“.
     
  2. Die meisten Privatanleger würden die Aktien- und Anleihequote wohl tauschen und sich paradoxerweise gleichzeitig aufgrund des gefühlt immer noch hohen Aktienanteils unsicher fühlen.

Sicherheit oder Risiko sind immer subjektiv

Während der normale Anleger in Emotionen (Unsicherheit, Risiko) denkt, regiert bei den Vermögensverwaltern eher das Rationelle (Dividende, Kursgewinne, Diversifikation). Das ist auch der Erfahrung geschuldet. Der Großteil der heutigen privaten Anleger und Investoren ist in einem Zinsparadies aufgewachsen. Um eine Verdopplung seines Vermögens zu erreichen, war es ausreichend, dem Staat Geld oder der Bank (in Form von Anleihen) zu leihen. Bei einem Zinssatz von 7% p.a. und der Wiederanlage der Zinserträge, verdoppelte man sein Vermögen auf diese Art in zehn Jahren. Warum also sollte man sich trotzdem mit einer Anlageart beschäftigen, von der Opa schon gesagt hat, dass sie schwierig, gefährlich und überhaupt nur für die Reichen sei.

Je länger die Anlagedauer, desto sicherer das Aktieninvestment

Positive Rendite durch längere Anlagedauer ©Capital Bank Private Banking

Daten: Robert Shiller

Das Schaubild zeigt sehr deutlich den Zusammenhang zwischen Anlagedauer und dem Risiko, keine Rendite zu erzielen. Während Sie bei einer Tagesinvestition eine ähnliche Chance wie im Casino haben, wenn Sie auf Rot oder Schwarz setzen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit mit dem Anlagezeitraum stetig. Je länger die Anlagedauer, desto höher die Wahrscheinlichkeit, eine positive Rendite zu erzielen. Und nicht nur das: Im Allgemeinen erwartet man, dass mit höherer Wahrscheinlichkeit die Rendite sinkt. Das ist nicht so! Obwohl die Häufigkeit steigt, gewinnt auch die Performance oder bleibt gleich.

 

AnlagedauerPositive RenditeNegative RenditeDurchschnitts-Rendite
1 Monat60%40%0,70%
1 Jahr68%32%10,00%
3 Jahre74%26%34,70%
10 Jahre89%11%84,30%

Daten: S&P Global Intelligence

Dabei betrug die durchschnittliche Performance im Deutschen Aktienindex DAX für eine 10-jährige Anlagedauer zwischen 1994 und 2019 sehr gute 84,30%.

Sparer, Anleger und Investoren

Beim Thema Risiko beziehungsweise Sicherheit unterscheidet sich die Auffassung von Sparern, Anlegern und Investoren immens.

Die meisten Sparer verstehen unter Sicherheit, den jederzeitigen Zugriff auf das ungeminderte Vermögen.
Der Anleger fürchtet sich vor dem (Teil-)Verlust seines Kapitals zum Ende seiner gewählten Anlageperiode.

Der Investor sieht im Risiko eine Minderrendite.

So werden Sparer und Anleger zum Investor

Eine Wegbeschreibung: Das Schwierigste ist tatsächlich die Veränderung in der eigenen Gedankenwelt. Verlassen Sie Ihre Wohlfühlzone. Die aktuelle Nullzinspolitik der Notenbank EZB macht es Ihnen einfacher. Sie gibt Ihnen sozusagen den Schubs in ein ertragreiches Universum. Tatsächlich brauchen Sie gar nicht zu wissen, wie genau und wo genau Sie investieren. Sie müssen nur wissen, wann Sie was erreicht haben wollen.

Für den erfolgreichen Weg zum Ziel gibt es ebenso Spezialisten, wie für die Reparatur des Autos oder die Heilung eines Augenleidens. Es sind die Assetmanager der Banken und Vermögensverwalter. Ihr persönlicher Ansprechpartner sorgt zudem dafür, dass Sie den eingeschlagenen Weg nicht verlassen. Er hält Sie auf Kurs und steht Ihnen auch bei schwerer See zur Seite. Und es wird stürmische Zeiten geben. Dann brauchen Sie den Navigator auf jeden Fall.

 

Peter Halbschmidt, CFP, EFA © Capital Bank
geschrieben von Peter Halbschmidt

Terminvereinbarung

Möchten Sie sich unverbindlich von uns beraten lassen?

TERMIN VEREINBAREN

Newsletteranmeldung

Erhalten Sie News & Kommentare aus den Bereichen Private Banking, Volkswirtschaften und Märkte.

Jetzt kostenlos anmelden

« zurück zur Übersicht

Das könnte Sie ebenfalls interessieren

Zinsloses Risiko © Capital Bank

5 min Lesezeit

Von Mäusen, österreichischen Anlegern und Sparern

Nein, keine Sorge. Ich will keine Neuauflage des Klassikers „Of mice and men“ von John Steinbeck schreiben oder eine Zusammenfassung des Romans liefern.

Vielmehr soll der Titel des Blogs eine Parallele aufzeigen: Zwischen gefütterten Mäusen und Anlegern, die sich an (hohe) Zinsen gewöhnt haben.

Peter Halbschmidt, CFP, EFA © Capital Bank
Peter Halbschmidt
Close