Covid-19: Der Beginn eines Aktien-Crashes © capitalbank

Covid-19: Der Beginn eines Aktiencrashs?

4 min Lesezeit

Hat das neue Virus bereits die Konjunktur und Börse infiziert? Betrachtet man den regionalen Ursprung der Epidemie und die Reaktion vieler betroffener Unternehmen weltweit, könnte der Virus zu einem Gamechanger an den Börsen werden.

Die Region Hubei und die darin liegende Stadt Wuhan ist eine wichtige Größe für internationale Autobauer (BMW, Honda, Toyota, VW) und deren Zulieferer (Webasto, Bosch, Schaeffler). Und natürlich darf man die schiere Bevölkerungsgröße in dieser Region nicht unterschätzen. Die Provinz ist mit 190.000 km² so groß wie Österreich und Ungarn gemeinsam und hat so viele Einwohner wie Italien.

Virus / Weltwirtschaft / Aktienbörse

Über den epidemiologischen Teil, wurde bereits sehr viel berichtet. Es sieht wohl so aus, als könne eine infizierte Person den Virus 1,5 bis viermal weitergeben -ausgenommen sogenannte super spreader-. Eine „normale“ saisonale Grippe schafft es „nur“ auf 1,2 -1,4 Personen. Es scheint also, dass das neue Virus der Corona-Gruppe wesentlich ansteckender ist. Hingegen ist es offensichtlich weniger gefährlich als das zur gleichen Virusgruppe gehörende SARS Virus. Bei SARS betrug die „Todesrate“ etwa 10 %. Das neue Virus scheint eine Rate von 2 % zu erreichen. Wie schnell sich das Virus ausbreitet, ob die Maßnahmen der chinesischen Regierung richtig und ausreichend sind und ob es bald eine Impfung oder Medikament gibt, wird sich zeigen müssen. Eine große Unbekannte gibt es jedenfalls bei allen Annahmen: die Dunkelziffer könnte riesig sein. Aber, wie sieht es aus für die Konjunktur und die Börsen, also Zins- und Aktienmärkte?

Wird das Virus die globale Konjunktur zum Stolpern bringen?

Es nicht unmöglich, wenn man sich die Geschwindigkeit der Ausbreitung ansieht. Allerdings sollte man sich hüten, die Geschwindigkeit einfach hochzurechnen. Wissenschaftler und die WHO gehen davon aus, dass der Peak mit Ende Februar erreicht sein wird. In diesem Fall wird der konjunkturelle Schaden eine Delle sein; kein Absturz.

Schafft das Virus einen Anstieg der Zinsen?

Wohl kaum. Eine Epidemie würde die Konjunktur bremsen, nicht beschleunigen. Seit vielen Jahren versuchen die Zentralbanken mit niedrigen Zinsen, Rezessionen und Konjunktureinbrüche zu verhindern. Warum sollten sie ihre Strategie jetzt ändern und glauben, dass steigende Zinsen das richtige Mittel wären? Nein, für steigende Zinsen brauchen wir eine wesentlich steigende Inflation.

Wird das Virus die Aktienbörsen fallen lassen, speziell in China?

Die ersten Tage des Virus haben gezeigt, dass es den Investoren schon an die Nerven ging. Der chinesische Aktienmarkt hat seit Jahresbeginn etwas mehr als 10 % verloren. Auch die europäischen Börsen und die Wall Street zeigten sich eine Woche beeindruckt. Der Deutsche Aktienindex erreichte am 11.2.2020 schon wieder ein neues Allzeithoch und die Investoren gieren bereits nach der 14.000 Punkte Marke.

Gibt es in diesem Szenario tatsächlich Gewinner?

Bitte erwarten Sie nun keine Tipps, welche Aktien Sie kaufen sollten, weil ein Unternehmen Gerüchten zufolge unmittelbar vor der Entwicklung eines Impfstoffes steht. Erinnern Sie sich noch an die Vogelgrippe H5N1? Wie viele Packungen des Medikamentes „Tamiflu“ von Roche wurden gekauft („zur Sicherheit, man weiß ja nie“)? Und wie viele davon wurden nach Jahren -glücklicherweise- ungebraucht entsorgt? Vermutlich nahe 100 %. Und ja, Anleger von Roche gewannen tatsächlich vom Februar 2006 bis Jahresultimo 15 %, verloren diesen Kursgewinn aber schnell wieder. Nach 2009 hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Nicht wegen Tamiflu, sondern weil Roche viele Pferde am Start hat und der Anleger nicht auf ein Event gewettet hat, sondern in ein ausgezeichnetes Unternehmen investiert hat. Dieses Jahr hebt Roche zum 33. Mal in Folge die Dividende an. Time in the market bringt den langfristigen Erfolg. Market Timing schafft es über gelegentliche Achtungserfolge nicht hinaus.

Ja und auch diesmal wird es kurzfristige Achtungserfolge wegen Covid-2019 geben. Die Suche nach den kurzfristigen Gewinnern ist schwierig und wird sich nicht lohnen. Echte Sieger wird es auch geben. Allerdings hat dies nichts mit dem Virus zu tun, sondern mit Strategie und Ausdauer.

Was sollten Sie tun, um Ihr Vermögen zu schützen?

Bewahren Sie Ruhe und vertrauen Sie auf eine durchdachte Asset Allocation -Vermögensstreuung- mit Strategie. Dazu gehören verschiedene Anlageklassen, die auf Ihr Ziel abgestimmt werden müssen. Machen Sie sich einen Termin mit unseren Teams in Graz, Kitzbühel, Klagenfurt, Salzburg oder Wien aus. Wir freuen uns auf Sie. Für liquide Vermögen ab € 300.000 sind wir Ihr Ansprechpartner. Nach einem intensiven -kostenlosen- Erstgespräch entwickeln wir Ihre persönliche Strategie. Die professionelle Umsetzung folgt der gemeinsamen Feinabstimmung.

Ganz nach unserem Motto: Vertrauen ist gut, die richtige Privatbank ist besser.

Peter Halbschmidt, CFP, EFA © Capital Bank
geschrieben von Peter Halbschmidt

Terminvereinbarung

Möchten Sie sich unverbindlich von uns beraten lassen?

TERMIN VEREINBAREN

Newsletteranmeldung

Erhalten Sie News & Kommentare aus den Bereichen Private Banking, Volkswirtschaften und Märkte.

Jetzt kostenlos anmelden

« zurück zur Übersicht

Das könnte Sie ebenfalls interessieren

Vermeiden Sie reelle Verluste... © SMC / Capital Bank

6 min Lesezeit

Vermeiden Sie reelle Verluste bei Sparbuch / Festgeld / Anleihen

Die Angst vor einem ewig bleibenden Niedrig-, Null- oder gar Negativzins greift bei Anlegern um sich, wie die Verbreitung eines aggressiven Virus. Gleichzeitig fürchten sich Investoren vor zu teuren Aktien. Was also machen mit dem Ersparten, Geerbten… Wie gewonnen, so zerronnen? Gegenwehr sinnlos? Lesen Sie weiter und erfahren, wie es geht.

Peter Halbschmidt, CFP, EFA © Capital Bank
Peter Halbschmidt

Zinsloses Risiko © Capital Bank

5 min Lesezeit

Von Mäusen, österreichischen Anlegern und Sparern

Nein, keine Sorge. Ich will keine Neuauflage des Klassikers „Of mice and men“ von John Steinbeck schreiben oder eine Zusammenfassung des Romans liefern.

Vielmehr soll der Titel des Blogs eine Parallele aufzeigen: Zwischen gefütterten Mäusen und Anlegern, die sich an (hohe) Zinsen gewöhnt haben.

Peter Halbschmidt, CFP, EFA © Capital Bank
Peter Halbschmidt
Close