Altersarmut ist weiblich © Capital Bank Private Banking

Altersarmut ist weiblich - oder warum Frauen investieren müssen

01.03.202101. März 2021 5 min Lesezeit

Unabhängigkeit fängt oft bei den Finanzen an. Für Frauen ist es umso wichtiger, selbst die Kontrolle zu übernehmen und sich nicht auf den Partner zu verlassen. Dabei gilt: Nicht sparen, sondern anlegen. Doch leider investieren Frauen noch immer weniger Geld als Männer und sie beginnen viel später damit. So entsteht der Gender Investing-Gap. Und wir finden: Es ist allerhöchste Zeit, dass er geschlossen wird - wir zeigen wie.

Frauen unterliegen einem größeren Risiko für Altersarmut. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Angefangen vom Gender-Pay-Gap – der traurigen Tatsache, dass Frauen immer noch weniger für die gleiche Arbeit verdienen als Männer. Aktuell beträgt er 14,3% in Österreich - oder bildlicher ausgedrückt: Frauen arbeiten jedes 7. Jahr gratis. Aber auch die Pflege von Kindern und älteren Angehörigen übernehmen meistens Frauen. Das bewirkt, dass sie häufiger Teilzeit arbeiten, arbeitslos sind und ihre wertvolle Arbeit im Haushalt und für die Familie sowieso nicht bezahlt wird. Dadurch entwickeln Frauen oft eine finanzielle Abhängigkeit von ihren Partnern. Nach einer Scheidung oder wenn der Partner aus irgendeinem Grund nicht mehr zuverlässig für den Unterhalt von Kind(ern) und Frau sorgt, hat man ein Problem. Hört sich frustrierend an, oder? Es ist sogar existenzbedrohend. Denn zu viele Frauen tappen so in die Armutsfalle.

Aber auch wenn wir den Beziehungsstatus außen vorlassen, können wir einige Fakten nicht abstreiten: Eine Beschäftigungslücke von nur einem Jahr - wie zum Beispiel in der Karenz - führt zu 2,8% weniger Pension pro Monat. Verglichen mit Männern haben Frauen im Durchschnitt zehn Beitragsjahre weniger, die für eine volle Pension nötig wären. Das heißt aber nicht unbedingt, dass man als Mutter automatisch in die Altersarmut rutscht. Zumindest nicht, wenn man sein Geld investiert – und am besten gleich jetzt damit beginnt.

Geld sparen oder in Aktien investieren?

Der gute alte Geldstrumpf hat Löcher und verliert Ihr Erspartes. Die folgende Grafik macht es deutlich: Dank Zinsen um die 0% (in unserer Rechnung 0,009%) würde es unglaubliche 750 Jahre dauern, um Ihr Geld auf Ihrem Sparkonto zu verdoppeln.

Chart Sparbuch und Aktien Verdopplungsdauer ©Capital Bank

Quelle: Capital Bank, eigene Berechnungen

Das könnte man in nur 15 Jahren mit Aktien erreichen. Wer glaubt, sein Geld wäre am Sparbuch sicher, irrt sich gewaltig. Es ist in etwa so als würden Sie mit dem Taxi im Stau stehen und dabei dem Taxameter zusehen, wie es steigt, während Sie nicht weiterkommen – Zeit und Geld wird vor Ihren Augen verschwendet. So sollte sich die richtige Geldanlage aber nicht anfühlen, oder?

Den Gender-Investing-Gap schließen: So gelingt es

Sie haben vielleicht schon vom anfangs erwähnten Gender-Pay-Gap gehört. Aber es gibt noch eine andere finanzielle Gefahr für Frauen: Den Gender-Investing-Gap. Das bedeutet: Frauen investieren im Vergleich zu Männern nicht so viel Geld und sie starten auch später damit. Doch das ist leider noch nicht das ganze Problem. Laut einer BlackRock-Studie halten Frauen 71% ihres Geldes als Bargeld, während es bei Männern nur 60% Cash sind. Viele Menschen glauben noch immer, dass Bargeld (neben dem guten alten Sparbuch) risikolos ist.

Genau das Gegenteil ist der Fall: Die Inflation bewirkt einen Kaufkraftverlust. Bargeld hat kein Wachstumspotential. Sie bezahlen einen hohen Preis für das Geld, das Sie in bar oder auf einem Sparbuch (siehe Chart oben) halten. Damit Frauen den Gender-Investing-Gap schließen und sich vor Altersarmut schützen können, müssen sie anfangen zu investieren.

Wie Sie beginnen in Aktien (und in sich selbst) zu investieren

Viele Frauen wissen einfach nicht, wie und wo sie beginnen sollen. Aber das ist ok – wir alle beginnen irgendwann. Es herrscht leider noch immer der weit verbreitete Glaube, dass Investieren zu kompliziert ist. Andere fühlen sich dabei unwohl oder ängstlich. Speziell Frauen kommen laut der BlackRock-Studie nicht in den emotionalen und finanziellen Genuss vom Investieren. Menschen mit einem Altersvorsorge-Plan berichten jedoch von mehr Wohlbefinden (76%) als jene ohne Plan (53%). Wenn Sie beginnen, in Aktien zu investieren, kann das Ihr Wohlbefinden wesentlich steigern.

Only the powerless live in a money culture and know nothing about money. – Phyllis Chester

Dabei müssen gerade Frauen keine Angst haben. Denn hier kommt die gute Nachricht: Es ist bewiesen, dass Frauen die besseren Investoren sind. Also vertrauen Sie sich selbst. Und am Wichtigsten: Bilden Sie sich weiter. Finanziell unabhängig zu sein und die Kontrolle über die eigenen Finanzen zu übernehmen, führt zu mehr Wohlbefinden und weniger Stress.

Am besten startet man mit einem verlässlichen Partner an seiner Seite. Ein guter Berater berät auf Augenhöhe und sucht die langfristig besten Lösungen für Sie, anstatt Trends hinterherzujagen - und diversifiziert ihr Portfolio so, dass Sie Ihre Zieler erreichen. Unsere Berater:innen folgen genau diesen Grundsätzen und noch einigen mehr.

Machen Sie Ihre finanzielle Unabhängigkeit zu einer Priorität und beginnen Sie jetzt zu investieren. Wir beraten Sie gerne - vereinbaren Sie hier einen Termin. Unsere Berater:innen helfen Ihnen und bringen Ihr Vermögen zum Wachsen. Sie können sie übrigens über unser Berater-Matching kennenlernen und Ihren perfekten Berater finden.

Vertrauen ist gut. Die richtige Privatbank ist besser.

 

Karoline Lorber © Wild & Wunderbar
geschrieben von Karoline Lorber

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