Ruhe bewahren © Capital Bank

Investieren trotz Panik an der Börse? Wie geht es richtig?

27.03.202027. März 2020 4 min Lesezeit

Seit Jahresbeginn zeigen die Aktien-Börsen weltweit eine negative Wertentwicklung. In kurzer Zeit und mit atemberaubender Vehemenz vernichteten die Märkte die Wertentwicklung der letzten Jahre. Selbst nach der starken Gegenbewegung von fast 20% im letzten Monat, bleibt ein Kursminus von 15 bis 20% für dieses Jahr. Auch viele Rohstoffe, allen voran das Rohöl (dessen Wert seit Jahresbeginn 60% verloren hat), liegen ebenfalls deutlich im Minus. Selbst das oft als sicherer Hafen bezeichnete Gold verlor zwischen dem 09.03.2020 und dem 19.03.2020 mehr als 10%. Im gleichen Zeitraum verloren deutsche Staatsanleihen etwa 6% ihres Wertes. Seit einem Monat sind aber wieder steigende Aktien-, Renten- und Goldkurse zu beobachten. Ob dies bereits die erhoffte Trendwende ist, bleibt aber noch unklar. Die starken Tagesschwankungen werden uns wohl noch erhalten bleiben. Wie reagiert man als Anleger nun am besten auf diese Entwicklungen?

Wie geht man mit Kursschwankungen um?

Je nach Ihrer Aktienquote haben Sie in diesem Jahr etwa einen Verlust zwischen 10% und 40% zu beklagen. Möglicherweise haben Sie wegen der erheblichen Kurssteigerungen bei Aktien der letzten Jahre erst kürzlich beschlossen, Ihre Veranlagungsstrategie auf Aktien umzustellen. Das wäre dann der schlechteste anzunehmende Fall und würde bedeuten, dass Sie nun keine Gewinne aus der Vergangenheit, sehr wohl aber die Verluste der Gegenwart haben. Wenn dem so ist, denken Sie jetzt vielleicht: „Ich habe schon immer gewusst, dass der Aktienmarkt nichts für mich ist. Ist doch alles nur Schwindel. Nichts wie raus.“ Dieser Reflex ist verständlich, bringt aber ein schlechtes Ergebnis. Negativen Jahren folgten in der Vergangenheit sehr positive Perioden. Das verdeutlicht auch folgende Grafik des Deutschen Aktienindex DAX seit 2005.

Investieren trotz Panik - so geht es richtig ©Capital Bank Private Banking

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen in EUR; Stand: 20.04.2020
Performanceergebnisse in der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu

Machen Sie es wie Warren Buffet - investieren Sie in Unternehmen

Sie sind nicht allein. Viele private und professionelle Anleger haben in den letzten Wochen dem tiefen Fall ihrer Aktienpositionen nur zuschauen können. Fast alle Assetklassen haben an Wert verloren. Auch Börsenlegenden, wie zum Beispiel Warren Buffett und seine Investmentfirma Berkshire Hathaway, haben bei dem vergangenen Aktienabsturz Geld verloren - nämlich 25% seit dem Höchststand im Februar. Das ist kein Trost. Doch Buffett liefert auch eine Lösung, wie es weitergeht. Er ist und bleibt investiert und kauft selektiv sogar nach. Er investiere in Unternehmen und nicht in Aktien. Während Unternehmen einen wahren Wert hätten, schwankten die Kurse von Aktien beeindruckt vom Tagesgeschehen. Er handele wie ein Unternehmer und nicht wie ein Trader. Deshalb interessierten ihn auch nicht die kurzfristigen Ereignisse.

Die Krise als Chance nutzen

Jeder Investor und Fondsmanager hat Unternehmen, die er/sie besonders mag - seine/ihre Lieblinge eben. Auch unsere liebsten Aktien haben verloren. Wir haben sehr gute Gründe, warum diese Unternehmen zu unseren Investments gehören. Das hat sich durch Covid-19 nicht verändert. Wir bekommen diese Aktien nun wieder deutlich günstiger. Wir verstehen die Krise damit auch als Chance.

Wir sitzen im gleichen Boot

Uns ist bewusst, dass derartige Tage für Anleger stressig sind. Das geht uns auch so. Wir empfinden, genau wie Sie, Freude und manchmal sogar Euphorie, wenn die Kurse unserer Aktien steigen. Wir fühlen Unsicherheit und Ärger, wenn die Preise fallen. Wir machen das, was wir tun, weil wir Sie reicher und hoffentlich auch glücklicher machen wollen. Wir geben Ihnen Zeit für Dinge, die Sie gerne tun.

Was ist die richtige Strategie?

Sollten Sie in dieser Situation Ihre Strategie verändern? Nehmen wir mal an, Sie sind ein großer Anhänger einer bestimmten Automarke. Aus irgendeinem Grund ist der Hersteller aktuell bereit, seine Fahrzeuge für 30% Nachlass zu verkaufen. Würden Sie überlegen, ob Sie kaufen? Vermutlich schon. Auch auf die Gefahr hin, dass er das Auto nächste Woche noch günstiger anbietet. Das ist die aktuelle Situation am Aktienmarkt. Sie und wir erhalten momentan viele erstklassige Unternehmen mit einem saftigen Preisabschlag. Ob der Boden dabei schon erreicht ist, wird Ihnen niemand seriös beantworten können. Tatsächlich bieten sich bereits zu diesem Zeitpunkt langfristige Gelegenheiten, die wir nutzen. Auch wenn wir glauben, dass es vielleicht nochmal etwas günstiger werden könnte.

Ruhe bewahren - wie ein Unternehmer denken

Atmen Sie ruhig durch und erinnern Sie sich an das, was Sie mit Ihrer Veranlagung - dem Investment in verschiedene Unternehmen - erreichen wollten. Ist dieses Ziel unverändert? Wenn ja, dann bewahren Sie Ruhe und gehen Sie analytisch vor. Erinnern Sie sich daran, dass Sie ein langfristig orientierter Anleger sind. Sie denken nicht in Tagen, Wochen, Monaten oder Quartalen. Sie denken wie ein Unternehmer, nicht wie ein Trader. Das trifft in besonderem Maße auf uns zu.

Wir haben die letzten Jahre überdurchschnittliche Renditen erzielt und werden dies auch weiterhin tun. Viele Anleger haben uns entsprechend ihres Sicherheitsbedürfnisses den Auftrag zur Verwaltung ihres Vermögens gegeben.

Denken Sie langfristig

Die Entwicklung von Aktienkursen ist auf kurze Sicht nicht prognostizierbar. Sie schwanken um ihren wahren Wert. Je längerfristiger wir denken, desto wahrscheinlicher wird der Gewinn. Hier eine Grafik zum Dow Jones Industrial, die klar verdeutlicht, was wir meinen:

Chart Positive Rendite ©Capital Bank

Aktien können auch an Wert verlieren. Manchmal kräftig. „Die Börsen sind keine Einbahnstraße.“ Und sie erholen sich wieder. Das war bisher immer so. Sehen Sie sich nur noch einmal die erste Grafik weiter oben an, welche die jährliche Performance des deutschen Aktienindex DAX seit 2005 bis inklusive 2019 und dem Anfang des Jahres 2020 zeigt.

Machen Sie es wie Warren Buffett. Denken und handeln Sie wie ein Eigentümer, nicht wie ein Trader. Investieren Sie in Unternehmen, nicht in Wertpapierkennnummern. Beteiligen Sie sich an Global Brands, Emerging Leaders und Global Innovators. Investieren Sie in großartige Unternehmen mit dem richtigen Geschäftsmodell. Kaufen Sie Unternehmen mit einem gesunden Umsatz- und Gewinnwachstum auf die nächsten Jahre. Es setzt sich in Zeiten nach der Krise zuerst durch. Und bleiben Sie geduldig, wenn es mal nach unten geht.

Halten Sie, wenn möglich, immer ein bisschen Pulver trocken. Cash oder Geldmarktfonds sind immer mal wieder sehr gut für besondere Fälle – wie eben jetzt.

Denken Sie daran, dass die performancestärksten Tage sehr zeitnah auf die ganz schwachen Tage folgen. Bleiben Sie investiert. Seien Sie mutig und kaufen Sie in Etappen nach.

Der Unterschied zwischen kühn und tollkühn

Kühn investieren, bedeutet mutig zu sein, wenn andere den Kopf in den Sand stecken und einfach nicht mehr hinsehen wollen. Tollkühn bedeutet, dass Sie wagemutig investieren, ohne die Gefahren zu achten.

„Sei gierig, wenn andere ängstlich sind. Sei ängstlich, wenn andere gierig sind.“ Warren Buffett.

VERTRAUEN IST GUT. DIE RICHTIGE PRIVATBANK IST BESSER.

Peter Halbschmidt, CFP, EFA © Capital Bank
geschrieben von Peter Halbschmidt

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