Wahrsagerin © Everett Collection, Shutterstock

Wahrsager und Orakel an der Börse oder was wird aus dem aktuellen Aktienboom bei Techaktien?

08.09.202008. September 2020 5 min Lesezeit

Wenn Ihr Anlageberater zur Wahrsagerin geht, um sich die Karten legen oder aus der Hand lesen zu lassen, dann ist dieser Blog eine Pflichtlektüre für Sie. Aber auch wenn dem nicht so ist, sollten Sie das auf jeden Fall aufmerksam lesen. An den Börsen geht es derzeit nämlich wild zu. Dem Absturz Mitte Februar bis Mitte März folgte ein fulminanter Preisanstieg - trotz oder wegen Corona? Was löste diese plötzliche Euphorie aus? Viel wichtiger scheint die Frage: Handelt es sich um die Reaktion auf die industrielle Revolution 4.0 oder um die „Blase 17.0“ einer aus den Fugen geratenen Finanzwelt? Und was sollten Sie tun? Vollgas in die digitale Zukunft? Oder lieber Existenzsicherung? Lesen Sie weiter und erfahren Sie, wie Sie von der derzeitigen Situation finanziell profitieren.

Der Blick in den Rückspiegel

Oft hilft ein Blick in die Vergangenheit: Die erste industrielle Revolution begann Ende des 18. Jahrhunderts. Es war die Einführung mechanischer Produktionsanlagen mithilfe von Wasser- und Dampfkraft. Der von Edmond Cartwright 1785 erfundene mechanische Webstuhl steht oft für die industrielle Revolution 1.0 und stürzte damals viele Weber ins Elend. Andere bauten ein Vermögen durch ihn auf. In der Folge entstanden neue Wirtschaftszweige.

Industrielle Revolution 2.0:

Das Fließband wurde nicht erstmals bei Henry Ford zur Herstellung von Autos benutzt. Die Einführung arbeitsteiliger Massenproduktion mithilfe von elektrischer Energie fand 1870 in den Schlachthöfen von Cincinnati seinen Ursprung (vielleicht sogar 1833 bei der Erzeugung von Schiffszwieback in England). Ford setzte die Errungenschaft erst deutlich später ein und wurde sehr reich.

Industrielle Revolution 3.0:

Die Automatisierung der Produktion durch Einsatz von Elektronik und IT verändert seit den frühen 1970ern unser Leben maßgeblich.

Industrielle Revolution 4.0:

Wir befinden uns mittendrin. Die Dinge (IoT oder Internet of things) korrespondieren und kommunizieren miteinander. Es gibt Roboter, die Autos zusammenbauen, die laufen können und sich mit uns unterhalten, wie zum Beispiel Pepper:

Pepper Roboter ©Alex Knight, Pexels

Auch in dieser Revolution gibt es Menschen, die dadurch reich werden. Wir kennen die neuen Milliardäre aus der Presse: Marc Zuckerberg, Bill Gates, Jeff Bezos, Jack Ma…

Jede industrielle Revolution schuf bisher Gewinner

Vielleicht sind es diesmal die Technologie-Unternehmen und deren Aktionäre, die wohlhabend werden. Zumindest beherrschen die Unternehmen der Technologie aktuell nicht nur die Schlagzeilen der allgemeinen Presse und Fachmedien, sondern auch das Börsenbild und lassen die Wertpapiermärkte erstrahlen wie die Venus am Nachthimmel im April. Manch einer fühlt sich an die häufig genannte Mutter aller Blasen - die Tulpenblase im Holland des 17. Jahrhunderts - oder an die Dot.com Blase zu Beginn des neuen Jahrtausends erinnert. Damals kollabierte der neue Markt in Deutschland und riss tiefe Löcher in die Geld-Börsen vieler Anleger. „Diesmal ist alles anders“ rufen uns viele Analysten und Anlageprofis heute zu. Das sagten sie allerdings sehr häufig vor dem Platzen von Blasen.

Diesmal ist alles anders

Vielleicht ist es diesmal aber wirklich anders, weil:

  • es kaum noch oder gar keine Zinsen mehr gibt,
  • die Mietrenditen von Neubauten auch keinen Spaß mehr machen,
  • sehr viel Kapital auf der Suche nach Rendite ist,
  • die gehypten Technologieunternehmen tatsächlich sehr profitabel arbeiten,
  • nur Wachstum und Perspektive zählen,

Ja, vielleicht. Vielleicht ist diesmal alles anders.

Was tut man, wenn man es selbst nicht weiß?

Das ist relativ einfach; man fragt etwas oder jemanden, der sich auskennt. In der griechischen Antike wurde das Orakel von Delphi gefragt. In unserer Zeit fragt man Google oder Alexa. Google hat viele Meinungen und Verweise zu diesem Thema (9.670 Ergebnisse auf die Frage: Befinden sich die Aktienbörsen aktuell in einer Finanzblase?), aber keine Antwort auf die eigentliche Frage. Man könnte sagen: Ganz schön viel Meinung für so wenig Ahnung.

Auch Alexa hinterlässt uns ahnungslos.

Wir könnten noch ganz oldschool den Banker unseres Vertrauens oder das Orakel von Omaha fragen. Auch das stellt sich als fruchtlos heraus. Meinungen gibt es viele. Dabei wird das gesamte Spektrum bedient. Sie werden Finanzexperten finden, die von stark steigenden Aktienkursen ausgehen und andere, welche den totalen Zusammenbruch der Märkte prophezeien. Dabei hat jeder Experte sehr plausible Gründe für seine Erwartung.

Was machen, wenn Sie keine verlässlichen Aussagen bekommen?

Es ist ein Dilemma, oder?

Tatsächlich weiß niemand, ob wir an der Schwelle zu einer weiteren industriellen Revolution stehen beziehungsweise ob und wie man damit reich wird oder ob es sich einfach nur um eine weitere Finanzblase handelt.

Und weil es niemand mit Sicherheit sagen kann, beteiligen wir uns in der Vermögensverwaltung der Capital Bank an der positiven Entwicklung der Technologie-Aktien; nicht mit HURRA, dafür mit Augenmaß. Dazu gehört, dass wir den Anteil einzelner Unternehmen am Portfolio durch Rebalancing steuern und „limitieren“.

Fazit: Ganz klare Aussage

Es gibt nicht nur schwarz oder weiß. Im Gegenteil: In der Farbenlehre gibt es Millionen Farben. Und an der Börse gibt es nicht nur Top-Performer oder Pleiten. Dafür jede Menge Unternehmen, die Sie über Jahre zuverlässig bereichern.

Kommen Sie zu uns und lassen Sie sich beraten. Vereinbaren Sie gleich einen Termin und sprechen Sie mit uns über Ihre Ziele. Wir haben Wege für Sie.

 

Vertrauen ist gut. Die richtige Privatbank ist besser.

 

Peter Halbschmidt, CFP, EFA © Capital Bank
geschrieben von Peter Halbschmidt

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Peter Halbschmidt, CFP, EFA © Capital Bank
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