Vertreibung aus dem Paradies © jack1986, Shutterstock

Die Vertreibung aus dem (Zins-)Paradies

04.12.202004. Dezember 2020 3 min Lesezeit

Über Jahrzehnte war die Geldanlage gleichzeitig sicher und ertragreich. Und sie war einfach. Tatsächlich war das Vermehren von vorhandenem Vermögen so unkompliziert, dass eine fast zweistellige Rendite für jeden zu erreichen war, der sich „traute“ anstatt eines Sparbuches (also quasi ein Darlehen an die ausgebende Bank) eine mittel- oder längerfristige Anleihe mit bester Bonität (ein Darlehen zum Beispiel an die Republik) zu kaufen. Mittlerweile sind Zinszahlungen von 10% ohne Bonitätsrisiko eine Sache, die viele Anleger nur aus Erzählungen ihrer Eltern kennen. Die lange Phase des nahezu risikolosen Zinses ist sicher auch mitverantwortlich für die stiefmütterliche Akzeptanz von Aktien im deutschsprachigen Raum.

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184.000.000.000 (184 Milliarden) Euro haben Österreicher auf täglich fälligen Konten

Viele Milliarden davon sind unverzinst oder verursachen gar Sollzinsen. Die Welt der Veranlagung hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Man könnte sagen, dass ein Sturm eine dicke Wolkendecke vor die strahlende Zinssonne geschoben hat. Diese Sonne wärmt den Anleger also nicht mehr und wird es viele weitere Jahre nicht tun.

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen Windmühlen

Die Aufgabe von Schutzmauern ist klar. Sie sollen bewahren und ein gutes Gefühl geben. Beide Eigenschaften erfüllen Sparbücher oder andere als sicher geltende Anlagemethoden aber nicht mehr.

  • Bewahren: kein Ertrag oder gar Sollzins bei gleichzeitiger Inflation bedeutet für Sie, dass Sie ihr Vermögen verringerrn und nicht bewahren
  • Gutes Gefühl: mit Skandalen wie dem der Commerzialbank verschwindet auch das gute Gefühl

Die Aufgabe von Windmühlen ist ebenso klar. Sie wandeln Wind in Energie um und ermöglichen einen Ertrag.

Früher wurde um die Höhe der Zinsen gefeilscht. Heute bangen wir um unser Geld oder betteln darum, keine Strafzinsen für das eigene Geld zu zahlen!

Das Tor zum Zinsparadies ist geschlossen

Eine andere Tür hat sich stattdessen für wohlhabende Privatanleger geöffnet . Früher konnte dieses Tor nur von Personen mit einem eigenen Schlüssel geöffnet werden.

Das Zeitalter der gemanagten Portfolios - Vermögensverwaltungen - hat seinen Siegeszug längst begonnen. Sie können also, um im Bild zu bleiben, ganze Windparks bauen, mit Infrastruktur und auf dem eigenen Grundstück. Wenn Sie wollen mit Schutzmauern drumherum. Dabei können Sie sogar die Stärke der Mauern selbst bestimmen und bei Bedarf der Windstärke anpassen.

Abhängig von Ihrem eigenen Bedürfnis nach Sicherheit und Ihrem Wunsch nach Chancen und Perspektiven, muss dieses Portfolio entsprechend aufgebaut sein. Wir stellen Ihnen hier drei Möglichkeiten vor:

Die Vermögensverwaltung mit den mächtigsten Schutzmauern

Das Bollwerk, das Ihre Windmühlen umgibt, besteht aus mehr als 50 erstklassigen Anleihen in unterschiedlichen Währungen und Laufzeiten. Ihr Anteil am gesamten Portfolio beträgt bis zu 75%. Außerdem wurde die Schutzmauer zusätzlich mit Sachwerten wie Gold oder Immobilien verstärkt.

Das Produktivvermögen – also Ihre Windmühlen - sind dargestellt durch mehr als 50 Aktien und eingeteilt in Global Brands (das sind Aktien wie Fedex, Microsoft, Pfizer…) und Global Innovators (Alphabet, Danaher, Nidec…). Der maximale Anteil der Aktien beträgt 25%.

Dieses Modell – unser sicherheitsoptimiertes Portfolio - ist das perfekte Einsteigermodell in die Welt der Vermögensverwaltung für alle, die einen Anlagehorizont von etwa drei bis vier Jahren haben und bisher vor allem in Anleihen und im Geldmarkt investiert waren.

Die Vermögensverwaltung mit starkem Schutzwall

Der bewehrte Wall, der Ihre Geldanlage schützt, ist auch hier aufgebaut wie die mächtigen Schutzmauern des Einsteigermodells. Auch hier kann der Anteil der Anleihen bis zu 75% betragen.

Der wesentliche Unterschied besteht in der Anteilshöhe der Aktien. Die Global Brands und Global Innovators werden mit Emerging Leaders (z.B. Alibaba, Taiwan Semiconductor, YUM China…) ergänzt. Der Anteil aller Aktien darf bis zu 50% betragen. Und liegt normalerweise bei einem guten Drittel.

Es ist die richtige Vermögensverwaltung für Anleger, die auf ein ausgewogenes Verhältnis von Sicherheit und Ertrag Wert legen .

Die Vermögensverwaltung mit dem größten Ertragspotenzial

Das ertragsoptimierte Portfolio wird ebenfalls von einem schützenden Wall umgeben. Nicht so hoch und bewehrt wie beim ausgewogenen Portfolio, aber ein starker Schutz in kurzen, stürmischen Perioden. Das Bollwerk besteht hier aus maximal 50% Anleihen.

Der maximal Aktienanteil von bis zu 75% ermöglicht ein wesentlich höheres Ertragspotenzial. Er liegt im Normalfall bei rund zwei Drittel.

Es ist die richtige Vermögensverwaltung für Anleger, die Vermögen auf- oder ausbauen wollen, aber nicht gänzlich auf einen Schutzwall verzichten wollen.

Fazit

Es spricht Vieles dafür, sowohl Windmühlen als auch Schutzmauern zu bauen. Je nach der eigenen Fähigkeit mit verschiedenen Windstärken umzugehen. Machen Sie hier den Test „Sturmerprobt oder nicht“.

 

Vertrauen ist gut. Die richtige Privatbank ist besser.

 

 

 

 

Peter Halbschmidt, CFP, EFA © Capital Bank
geschrieben von Peter Halbschmidt

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