Saudi-Arabien will Ölförderquote erhöhen

11.05.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Italiens Industrie produziert wieder deutlich mehr

Italiens Industrieunternehmen haben nach zwei etwas schwächeren Monaten im März ihre Produktion wieder deutlich erhöht. Die Betriebe stellten um 1,2% mehr her als im Monat zuvor. Damit wurden die Prognosen der Ökonomen, die nur ein Produktionsplus von 0,4% erwartet hatten, deutlich übertroffen. Auch auf Jahressicht fiel die Steigerung im März mit 3,6% deutlich höher aus als erwartet. Die drittgrüßte Volkswirtschaft in der Eurozone konnte im letzten Jahr ein Wachstum von 1,5% erwirtschaften. Für das heurige Jahr erwartet die italienische Regierung ein ähnliches Ergebnis.

AMERIKA

Höhere Benzinpreise treiben US-Inflation an

Aufgrund höherer Preise für Benzin sind die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte, sind die Preise zum Vorjahresmonat um 2,5% nach oben geklettert. Nachdem die Ölpreise gestiegen waren, zeigten sich besonders die Ausgaben für Benzin mit plus 13,4% als Preistreiber. Die von US-Präsident Trump angekündigten neuen Sanktionen gegen das Ölförderland Iran könnten die Teuerung noch weiter antreiben. Die Währungshüter der US-Notenbank richten ihr Augenmerk besonders auf Preisveränderungen bei den persönlichen Verbraucherausgaben, ohne die volatilen Preise für Energie und Lebensmittel. Die Fed strebt hier ein Inflationsziel von etwa 2,0% an. Von den Experten wird erwartet, dass diese Marke im Mai erreicht werden dürfte.

ASIEN

Chinas Verbraucherpreise schwächen sich etwas ab – Erzeugerpreise steigen

Die Preisteuerung in China hat sich nach einem starken Jahresbeginn nun den zweiten Monat in Folge etwas abgeschwächt und ist im April wieder etwas unter 2,0% gefallen. Die Verbraucherpreise sind im April im Vergleich zum Vorjahr um 1,8% gestiegen, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag in Peking mitteilte. Die Preise auf Erzeugerebene haben dagegen mit plus 3,4% auf Jahressicht mehr als erwartet zugelegt. Die gestiegenen Erzeugerpreise werden früher oder später an den Handel und an die Konsumenten weitergegeben und sich somit auf die Inflationsrate auswirken. Als Jahresziel für die Teuerungsrate strebt die chinesische Regierung ein Plus von etwa 3,0% an.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE: KEIN DATENZENTRUM IN IRLAND

Der Techriese verzichtet nun doch auf eine Errichtung eines Datenzentrums in Irland. Begründet wird diese Entscheidung mit Verzögerungen im Genehmigungsprozess. Bereits im Februar 2015 wurde der Bau angekündigt. Aufgrund von mehreren Einwänden kam es jedoch nie zum Baubeginn. Zuletzt wanderte die Causa vor das Oberste Gericht in Irland. Auf diese Entscheidung wird jedoch nun nicht mehr gewartet. Apple kündigte aber an, dass man seinen europäischen Hauptsitz weiter ausbauen will.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

SAUDI-ARABIEN WILL ÖLFÖRDERQUOTE ERHÖHEN

Nach der Aufkündigung des iranischen Atomabkommens durch die amerikanische Regierung hat sich Saudi-Arabien dazu entschlossen, die Erdölförderquote zu erhöhen. Der saudische Energieminister Khaled al-Faleh begründete die Erhöhung damit, dass die OPEC mögliche Engpässe abzufedern hätte. Vor allem Saudi-Arabien fühle sich zum Wohle von Produzenten und Verbrauchern verpflichtet, die Nachhaltigkeit des weltweiten Wirtschaftswachstums zu unterstützen. Die Regierung in Riad werde in den nächsten Tagen damit beginnen, Gespräche mit großen Produzenten und Abnehmern innerhalb und außerhalb der OPEC zu führen, um den zukünftigen Bedarf besser abzuschätzen.

Die einseitige Beendigung des Atomabkommens dürfte laut Analysten der ANZ-Bank weitreichende Folgen für die iranischen Ölexporte haben. Die Preise am Rohölmarkt könnten im zweiten Halbjahr 2018 erheblich steigen, da im aktuellen Szenario die tägliche Fördermenge Irans von 3,8 Millionen Barrel um rund ein Drittel gekürzt würde. Dadurch könnte es zu einer Unterversorgung kommen, die auch die größten Abnehmerländer iranischen Öls treffen würde. Vor allem China, Indien, Japan und Südkorea wären ernsthaft davon betroffen.

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