Trump zeigt sich kooperativer im Handelsstreit mit China

15.05.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Anhaltender Aufschwung treibt Beschäftigtenzahl in Deutschland nach oben

Die starke Nachfrage nach Arbeitskräften aufgrund der guten Konjunktur lässt die Zahl der Beschäftigten in Deutschland weiter kräftig ansteigen. Im ersten Quartal waren 44,3 Millionen Personen in Deutschland beschäftigt. Das bedeutet einen Zuwachs um 609.000 Beschäftigte oder 1,4% gegenüber dem Vorjahr. Besonders deutlich fiel der Anstieg auf dem Dienstleistungssektor aus, erklärte das statistische Bundesamt (Destatis) am Montag. Im Bereich der öffentlichen Dienstleister, Erziehung und Gesundheit gab es um 1,9% mehr Beschäftigte. Bei den Unternehmensdienstleistern betrug der Zuwachs 2,2%. Das produzierende Gewerbe meldete um 1,3% mehr Beschäftigte gegenüber dem Vorjahresquartal. Die deutsche Bundesregierung rechnet für heuer das neunte Jahr in Folge mit einem Wirtschaftswachstum.

AMERIKA

Autobranche in den USA stellt Forderungen an die Regierung

Die US-Autobranche hat mit neuen Forderungen deutlichen Druck auf die Regierung der USA aufgebaut. Die geforderten Maßnahmen reichen von einer Erhöhung der Importzölle bis hin zu geringeren Abgasauflagen. Präsident Trump hat dagegen die Schaffung von Arbeitsplätzen weiterhin als sein oberstes Ziel bestätigt. Allerdings hat auch er sich für höhere Importzölle ausgesprochen, um den Druck auf die ausländischen Autobauer zu erhöhen. Wie aus Insiderkreisen bekannt wurde, schlug Trump zuletzt einen Aufschlag von 20% auf importierte Autos vor.

ASIEN

Chinas Industrie erhöht überraschend die Produktion

Wie das nationale Statistikamt am Dienstag in Peking mitteilte, hat sich die Produktion in den chinesischen Industriebetrieben im April im Jahresvergleich deutlich erhöht. Der Zuwachs betrug mit 7,0% mehr als von den Experten erwartet, deren Schätzungen lagen nur bei einem Plus von 6,4%. Der Produktionsausstoß erreichte damit den höchsten Wert seit Mitte 2017. Der Handelsstreit zwischen den USA und China habe noch keine Spuren hinterlassen, teilte die Statistikbehörde mit. Die Einzelhandelsumsätze sowie die Investitionen in Sachanlagen blieben dagegen etwas hinter den Erwartungen zurück.

UNTERNEHMENS-NEWS

SIEMENS: KEIN BÖRSENGANG DER DIGITAL FACTORY

In einem TV-Interview in Abu Dhabi gab Siemens-Chef Joe Kaeser bekannt, dass kein Börsengang der Division Digital Factory geplant sei. Dieser Geschäftsbereich konnte im letzten Quartal überzeugen und das größte Wachstum verbuchen. Zuletzt brachte der Konzern mit Siemens-Healthineers sein Medizintechnik-Geschäft an die Börse. 4,2 Milliarden Euro spülte das IPO in die Kassen.

NOVARTIS: ZULASSUNGSERWEITERUNG MS-MEDIKAMENT

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung von Gilenya erweitert. Das Medikament, das zur Behandlung von Multipler Sklerose (MS) eingesetzt wird, darf nun auch Kindern und Jugendlichen verordnet werden. Im Dezember wurde Novartis für das Mittel in den USA bereits mit dem Status Durchbruchtherapie ausgezeichnet.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

TRUMP ZEIGT SICH KOOPERATIVER IM HANDELSSTREIT MIT CHINA

Präsident Trump hat im Handelsstreit mit China nun doch Zugeständnisse gemacht. Und zwar im Zusammenhang mit dem in Schwierigkeit geratenen chinesischen Technologieunternehmen ZTE. Unlängst musste das Unternehmen sogar den Betrieb weitgehend aussetzen. Der Grund dafür ist, dass der Konzern aufgrund von Verstößen gegen Iran-Sanktionen nicht mehr von US-Unternehmen beliefert werden darf. In Folge fehlen ZTE eine Reihe von wichtigen Bauteilen. In der Volksrepublik China ist ZTE nach Huawei der zweitgrößte Smartphone-Hersteller. Insgesamt sind im ZTE-Konzern 70.000 Mitarbeiter beschäftigt. Für die Chinesen würde das Lockern der Sanktionen rund um ZTE die Rettung zahlreicher Arbeitsplätze bedeuten.

Aus Expertensicht ist die plötzliche Kompromissbereitschaft Trumps eine unterwartete Kehrtwende im vorherrschenden Handelsstreit. Diese könnte jedoch auch vonseiten der Chinesen zu mehr Kompromissbereitschaft führen.

Trump hatte zuletzt getwittert, dass er das US-Handelsministerium angewiesen hätte, den mit US-Strafmaßnahmen belegten ZTE-Konzern zu unterstützen. Der US-Präsident würde mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping an einer Lösung feilen. Eine solche dürfte auch positiv für viele US-Unternehmen ausfallen, die mit dem ZTE-Konzern zusammen arbeiten.

Vonseiten des chinesischen Außenministeriums begrüßt man die neuerliche Haltung der Vereinigten Staaten zum Thema ZTE. Begonnen hatte der Handelskonflikt mit den eingeführten Zöllen der USA auf Stahl- und Aluminium-Importe, da sie China unfaire Handelspraktiken vorwerfen. Anfang des Monats gab es bereits ein Treffen zwischen dem US-Finanzminister Steven Mnuchin und dem chinesischen Vize-Regierungschef Liu He. Lösung zeichnete sich jedoch noch keine ab. Eine Fortsetzung der Gespräche soll von heute bis Samstag in Washington stattfinden.

ZTE hatte vergangenes Jahr gegen die Iran-Sanktionen der USA verstoßen. Deshalb verbot das US-Handelsministerium letzten Monat US-Unternehmen wie Intel und Qualcomm, das Unternehmen innerhalb der kommenden sieben Jahre zu beliefern. Dieses Verbot schlug bei den Chinesen stärker ein als die vorangegangenen Zolldrohungen. Washington reagiert zum Teil verärgert darüber, dass Trump die Strafen für ZTE nun doch wieder lockern will. Wie sich Washington und China zu dem Thema verständigen, wird sich wohl Ende der Woche zeigen, wenn die Gespräche zwischen dem US-Finanzminister Steven Mnuchin und dem chinesische Vize-Regierungschef Liu He stattgefunden haben.

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