US Zollbestimmungen auf Stahl- und Aluminium gegen die EU treten in Kraft

01.06.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Inflation in der Eurozone nähert sich dem EZB-Ziel an

Die Teuerung in der Eurozone hat im Mai kräftig angezogen und bestärkt damit jene Währungshüter, die sich für eine Abkehr der lockeren Geldpolitik stark machen. Wie das Statistikamt am Donnerstag bekannt gab, kletterte die Teuerungsrate von 1,2% im April auf 1,9% im Mai. Damit liegt sie nun im angestrebten Zielbereich der Europäischen Zentralbank (EZB) von etwa 2,0%. Als Inflationstreiber wurden vor allem die gestiegenen Ölpreise ausgemacht. EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger sieht nun eine gute Gelegenheit, die umfangreichen Anleihekäufe der EZB zu beenden. In Deutschland liegt die Inflationsrate mit 2,2% bereits über der Zielmarke der EZB. An den Finanzmärkten wird mit einem Ende des Ankaufsprogrammes zum Jahresende gerechnet.

AMERIKA

US-Konsumenten geben wieder mehr Geld aus

Die amerikanischen Verbraucher haben im April ihre Konsumausgaben mehr gesteigert als erwartet. Wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington berichtete, lag der Konsum um 0,6% höher als im Monat zuvor. Das bedeutet den höchsten Anstieg seit fünf Monaten. Die Experten hatten lediglich mit einem Plus von 0,4% beim privaten Konsum gerechnet. Die Konsumausgaben werden von der amerikanischen Notenbank sehr genau beobachtet. Sie erhofft sich durch die gute Wirtschaftslage steigende Löhne, von denen der private Konsum profitieren sollte. Die steigenden Verbraucherausgaben sollen in der Folge auch die Inflation in den von der Fed angepeilten Bereich von etwa 2,0% treiben.

ASIEN

Stimmung in Chinas Klein- und Privatbetrieben bleibt unverändert

In den Chefetagen der kleineren und privaten Industriebetriebe hat sich die Stimmung im Mai nicht verändert. Der vom Wirtschaftsmagazin "Caixin" erhobene Einkaufsmanagerindex ist auf dem Stand des Vormonates bei 51,1 Punkten geblieben. Von den Experten wurde ein leichter Anstieg erwartet. Überraschend gestiegen ist dagegen die Stimmung in den großen und staatsnahen Betrieben. Hier legte der Stimmungsindikator von 51,4 Punkten im April auf 51,9 Zähler zu. Chinas Wirtschaft hat in den letzten Monaten trotz der Handelsstreitigkeiten mit den USA Stärke bewiesen und bereits in den ersten drei Monaten ein Wachstum im Jahresvergleich von 6,8% erwirtschaftet.

UNTERNEHMENS-NEWS

COCA COLA UNTERSTÜTZT ANGESCHLAGENES ARGENTINIEN

Der amerikanische Getränkehersteller Coca Cola hat diese Woche angekündigt, in den nächsten drei Jahren weitere 1,2 Milliarden USD in Argentinien investieren zu wollen. Damit schließen die Amerikaner an die 1 Milliarde USD an, die bereits in den letzten drei Jahren im südamerikanischen Land investiert wurde. Coca Cola ist eines der ersten internationalen Unternehmen, das dem angeschlagenen Land seine Hilfe in Form von großen Investitionen zur Verfügung stellt. Argentinien kämpft derzeit mit großen Kapitalabflüssen, weshalb die Regierung im letzten Monat die Zinsen auf 40% anheben musste – die höchste Zinsrate weltweit.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

US ZOLLBESTIMMUNGEN AUF STAHL- UND ALUMINIUM GEGEN DIE EU TRETEN IN KRAFT

Mit dem Ablauf der zweimonatigen Ausnahmefrist treten die von den USA verhängten Zölle auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren gegen die EU per 1. Juni in Kraft. Einfuhren in die USA werden ab heute mit Abgaben von 25% auf Stahl und 10% auf Aluminium belegt. Die EU-Kommission hatte bereits Gegenmaßnahmen angekündigt, sollte keine dauerhafte Ausnahmeregelung von den verhängten Zollbestimmungen erzielt werden. Die von der EU vorgestellten Pläne umfassen zusätzliche Importabgaben auf US-Produkte wie Motorräder, Whiskey und Jeans.

 

Neben der EU sollen auch Kanada und Mexiko, Handelspartner der USA innerhalb der Freihandelszone Nafta, mit den Abgaben belegt werden. Juristisch begründen die USA ihr Vorgehen mit der nationalen Sicherheit, wofür die US-Regierung auf ein Gesetz von 1962 zurückgreift. Eine Argumentationslinie, welche von den Handelspartnern immer wieder scharf kritisiert wurde.

 

Auch in anderen Bereichen droht der Handelsstreit zwischen den USA und der EU sich fortzusetzen. Medienberichten zufolge überlegen die USA die Erhöhung der Einfuhrabgaben auf Autos, Lastwagen und Autoteile auf bis zu 25%. Ziel dieser Abgaben sollen vor allem die deutschen Autobauer sein.

OECD-AUSBLICK FÜR DAS WELTWEITE WACHSTUM WEITER STABIL

Im Rahmen des OECD-Forums in Paris präsentierte die OECD ihre aktuellen Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung.

 

Für die Weltwirtschaft erwartet die OECD im heurigen Jahr ein Wachstum von 3,8% und für das Jahr 2019 ein Plus von 3,9%. Gestützt wird dieses Wachstum auch durch die Ausgaben- und Steuerpolitik der Regierungen. Drei Viertel aller OECD-Staaten betreiben derzeit eine expansive Fiskalpolitik, so OECD-Chefvolkswirt Alvaro Santos Pereira.

 

Für den Euroraum zeigen die Prognosen für 2018 ein Wachstum von 2,2% beziehungsweise 2,1% für das Jahr 2019. Basis für das Wachstum bildet die Binnennachfrage, welche durch die Geldpolitik der EZB, fiskalische Impulse seitens der Regierungen und die gute Arbeitsmarktlage gestärkt wird. Zudem beflügeln günstige Finanzierungsbedingungen und eine starke globale Nachfrage die Investitionen im Euroraum.

 

Leicht gesenkt hat die OECD ihre Prognosen für die deutsche Wirtschaft. War man im März noch von Wachstumsraten von 2,4% beziehungsweise 2,2% ausgegangen, so wurden diese auf 2,1% für das heurige und das kommende Jahr gesenkt. Der zunehmende Handels- und Investitionsprotektionismus könnte vor allem die deutsche Exportwirtschaft beeinträchtigen. Mit einem prognostizierten Handelsbilanzüberschuss von 7,9% des BIP für 2019 wird Deutschland im Euroraum die führende Exportnation bleiben und damit die von der EU-Kommission vorgesehene Höchstgrenze von 6% weiterhin verfehlen.

 

Als Politikempfehlung für die nächsten Jahre rät die OECD dazu, die langfristige Produktivität zu steigern. Insbesondere in den Bereichen Bildung, Breitbandausbau und emissionsärmere Infrastruktur sieht die OECD derzeit Spielraum für Investitionen.

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