US-Zölle für Österreichs Exportwirtschaft vorerst kein Problem

06.06.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Einzelhandelsumsätze in der Eurozone legen den dritten Monat in Folge zu

Die Einzelhändler im Euroraum hatten auch im April wieder mehr Geld in den Kassen. Wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag berichtete, stiegen die Umsätze zum Vormonat um 0,1% an. Bereits im März gab es ein Umsatzplus von 0,4%, im Februar betrug das Plus 0,3%. Europas größte Volkswirtschaft Deutschland erwirtschaftete mit plus 2,3% die größte Umsatzsteigerung. Die höchsten Umsatzeinbußen gab es dagegen in Portugal, hier wurden im Monatsvergleich um 4,1% weniger Einzelhandelswaren verkauft.

AMERIKA

US-Dienstleister wachsen wieder mehr

Die amerikanischen Dienstleistungsunternehmen haben im Mai wieder an Schwung zugelegt. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex, der vom IHS Markit Institut veröffentlicht wird, ist von 54,6 Punkten aus dem Vormonat auf 56,8 Zähler im Mai angestiegen. Der Stimmungsindex erreicht damit den höchsten Wert seit dem April 2015. IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson erwartet nun aufgrund der guten Zahlen ein Wachstum der US-Wirtschaft von etwa 3,5%.

ASIEN

Australien setzt BIP-Rekordserie fort

Die Wirtschaft von Wachstums-Weltrekordhalter Australien ist erneut gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vergangene Quartal lag im Vergleich zu den drei Monaten zuvor um 1,0 % höher, wie die australische Statistikbehörde am Mittwoch bekannt gab. Das Ergebnis lag damit über den Schätzungen der Analysten, diese hatten mit einem Wachstum um 0,8% gerechnet. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen trugen 0,5 % zum BIP-Wachstum bei. Trotz einzelner schwächerer Quartale hat Australien damit seit mehr als 25 Jahren keine Rezession mehr erlebt. Von einer Rezession sprechen Ökonomen, wenn die Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen gegenüber den Vorquartalen schrumpft

UNTERNEHMENS-NEWS

SAP GEHT IN DIE OFFENSIVE

Der deutsche Softwareriese will mit neuen Anwendungen seine Marktposition weiter stärken. Das gab CEO Bill McDermott im Rahmen der jährlichen Kundenkonferenz in Orlando bekannt. SAP ist weltweit der größte Anbieter für Unternehmenssoftware, aber im wichtigen Markt für Kundenmanagement hat man noch Aufholbedarf. Hier hat derzeit der US-amerikanische Konkurrent Salesforce die Nase vorn. Mit SAP C/4HANA soll sich das ändern. Die neue Software beinhaltet nun erstmals eine integrierte Lösung für das Customer-Relationship-Management. Dabei werden erstmals die Errungenschaften der letzten Jahre gebündelt. In den vergangenen Jahren sicherte sich SAP unter anderem die Dienste der Unternehmen Callidus, Hybris und Gigya die in diesem Bereich tätig sind.

 

Marktforscher rechnen damit, dass der Markt mit CRM-Software in den kommenden Jahren deutlich wachsen wird. Allein im laufenden Jahr wird mit einem Wachstum von 16% gerechnet.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

US-ZÖLLE FÜR ÖSTERREICHS EXPORTWIRTSCHAFT VORERST KEIN PROBLEM

Österreichs Wirtschaftsdelegierter in New York, Michael Friedl, sieht die seit 1. Juni gegen die EU verhängten Einfuhrbeschränkungen auf Stahl und Aluminium für die heimischen Exportbetriebe vorerst nicht problematisch. Das teilte er bei einem Pressegespräch am Dienstag in Wien mit.

 

Noch im letzten Jahr konnte das Exportvolumen für Waren in die USA um 10,7% gesteigert werden. Für das Jahr 2017 wurde ein Handelsbilanzüberschuss von 3,85 Mrd. Euro erzielt. Gegenüber keinem anderen Handelspartner hat Österreich einen höheren Überschuss ausgewiesen. Mit einem Exportvolumen von zirka 9,7 Mrd. Euro sind die USA, nach Deutschland, der zweitwichtigste Exportmarkt. Betroffen von den Stahl- und Aluminiumzöllen sind laut Friedl aber nur zirka 5% der Ausfuhren in die USA.

 

Empfindlicher würde die österreichische Exportwirtschaft die von US-Präsident Trump angedrohten Einfuhrabgaben auf Kraftfahrzeuge und Autoteile treffen. Das Exportvolumen, welches direkt und indirekt mit der Automobilbranche zusammenhängt, beziffert Friedl mit zirka 1,8 Mrd. Euro.

 

Aktuell haben österreichische Unternehmen ca. 700 Niederlassungen in den USA und beschäftigt ungefähr 38.000 Mitarbeiter. Vor allem im Südosten der USA – in North und South Carolina und Georgia – sind österreichische Unternehmen mit etwa 180 Niederlassungen stark vertreten.

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