Großbritannien bleibt bei ausländischen Investoren Nummer eins in Europa

12.06.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Industrieproduktion in Italien im April rückläufig

Das nationale Statistikamt teilte am Montag in Rom mit, dass italienische Unternehmen im April ihre Produktion überraschend um 1,2 Prozent gesenkt haben. Von Ökonomen wurde nach einem Wachstum im März von 1,2% nur ein Rückgang auf -0,6% erwartet. Der dritte Rückgang in vier Monaten signalisiert ein langsameres Wachstum der italienischen Wirtschaft verglichen mit dem Durchschnitt der Eurozone. Die neue Regierung unter Ministerpräsident Giuseppe Conte will trotz hohen Schuldenstandes mit öffentlichen Ausgaben die Konjunktur in Italien wieder ankurbeln.

AMERIKA

Trump kritisiert Handelsüberschüsse der Nato-Verbündeten

Nachdem der US-Präsident sich weigerte, die gemeinsame Erklärung der Staats- und Regierungschefs am G7 Gipfel in Kanada zu unterfertigen, legte er im Handelsstreit verbal via Twitter nach. Er forderte von den Nato-Verbündeten der USA, insbesondere von Deutschland, die staatlichen Verteidigungsausgaben von derzeit zirka 1% des Bruttoinlandsprodukts auf das amerikanische Niveau von ungefähr 3,3% zu erhöhen. Sollten sich die Handelsüberschüsse der Nato-Verbündeten nicht zu Gunsten der USA reduzieren, so drohen laut Donald Trump Zölle auf Autoimporte. Die deutsche Wirtschaft wäre davon besonders mit einem BIP-Rückgang von bis zu 0,2% betroffen.

ASIEN

Kräftiges Wachstum des chinesischen Automarktes im Mai

Die chinesischen Auto-Absätze sind im Mai laut Angaben der Herstellervereinigung CAAM stark um 9,6 Prozent auf 2,29 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Der weltgrößte Automarkt wuchs damit in den ersten fünf Monaten des Jahres um 5,7 Prozent. Der starke Umsatzanstieg von Elektroautos ist primär auf staatliche Subventionen zurückzuführen.

UNTERNEHMENS-NEWS

E.ON SICHERT SICH FRISCHES KAPITAL

Der deutsche Industrieriese hat sich für die Finanzierung der Innogy-Übernahme neues Kapital geholt. Mehr als fünf Milliarden Euro hat sich E.On dabei gesichert. Wie das Unternehmen mitteilte, hat man einem Kreis von Banken Tranchen von jeweils 400 Millionen Euro an der Kreditlinie angeboten. Der Mitteilung zufolge war das Angebot deutlich überzeichnet.

VODAFONE WILL DIE STRASSEN SICHERER MACHEN

Wie bereits berichtet, will das Telekommunikationsunternehmen sein Engagement in der Autoindustrie weiter ausbauen und die Straßen sicherer machen. Im Rahmen der Digitalmesse Cebit gab Vodafone mit seinem Partner Continental konkrete Pläne bekannt. So arbeite man derzeit an einem intelligenten Stauwarner und einem digitalen „Schutzschild“ für Fußgänger und Radfahrer. Dazu soll mittels Mobilfunkdaten eine Interaktion zwischen den Verkehrsteilnehmern hergestellt werden – und das in Echtzeit.

Dafür will Vodafone auch in das Netz an den Straßen investieren, so zumindest Hannes Ametsreiter, Chef von Vodafone Deutschland im Rahmen der Cebit. Allein in Deutschland sollen noch im heurigen Jahr 700 zusätzliche Basisstationen errichtet beziehungsweise 1500 weitere modernisiert werden.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

GROSSBRITANNIEN BLEIBT BEI AUSLÄNDISCHEN INVESTOREN NUMMER EINS IN EUROPA

Laut einer am Montag veröffentlichten Studie der Wirtschaftsberater von Ernst & Young liegt Großbritannien trotz des nahenden Brexits bei ausländischen Investoren weiterhin europaweit an der Spitze. Durch die 1.205 Projekte ausländischer Investoren sollen gut 50.000 Jobs geschaffen werden. Auf den weiteren Plätzen folgen Deutschland (1.124) und Frankreich (1.019). Für Hubert Barth, Vorsitzender der Ernst & Young Geschäftsführung Deutschland, ist einer der Gründe das große Vertrauen vieler Unternehmen in eine Einigung der EU mit Großbritannien in der Frage des zukünftigen Zugangs für britische Unternehmen zum europäischen Binnenmarkt.

Maßgeblich verantwortlich für das gute Abschneiden Großbritanniens sind vor allem US-Unternehmen. Diese erhöhten ihre Investitionen um 16% gegenüber dem Vorjahr. Doch auch deutsche Unternehmen investieren weiterhin in großem Umfang in Großbritannien. Die Anzahl der Investitionsprojekte stieg um 10% im Vergleich zum Vorjahr.

Auch für Deutschland stellt das erzielte Ergebnis einen Rekordwert dar. Positiv bewerteten die Investoren die Qualifizierung der Arbeitskräfte, die Verkehrsinfrastruktur sowie das stabile politische und rechtliche Umfeld. Weniger überzeugt sind die Investoren von der Telekommunikationsstruktur, vor allem bei Kriterien wie der Breitbandversorgung.

Im Ranking der europäischen Hauptstädte wurde erstmals seit Beginn der Studie im Jahr 2003 Paris als Top-Standort gewählt. Auf den weiteren Plätzen folgen London, Berlin und Frankfurt.

ERRATUM: ARGENTINIEN BEKOMMT BIS ZU 50 MILLIARDEN DOLLAR VOM IWF

Wie einigen Leserinnen & Lesern aufgefallen ist, hat sich bei unserer gestrigen Ausgabe ein Fehler eingeschlichen. Argentinien bekommt natürlich bis zu 50 Milliarden Dollar vom IWF und nicht 50 Millionen. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

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