Deutsche Forscher erwarten langsameren Rückgang der Arbeitslosigkeit

28.06.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Banken im Euroraum vergeben wieder mehr Firmenkredite

Obwohl sich die Konjunktur etwas abgekühlt hat, haben die Banken in der Eurozone wieder mehr Darlehen an Firmen weitergegeben. Wie die Europäische Nationalbank (EZB) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte, stieg die Kreditvergabe im Mai auf Jahressicht um 3,6% an. Im April lag das Plus an neuen Krediten noch bei 3,3%. Für die Experten ist diese Entwicklung ein Beleg dafür, dass die Wirtschaft in der Eurozone trotz der jüngsten Abkühlung und der Handelsstreitigkeiten mit den USA ihren Wachstumskurs beibehalten wird. Weitere politische Spannungen in Europa und mit den USA könnten die Banken und Unternehmen allerdings dazu veranlassen, bei Investitionen vorsichtiger zu agieren.

AMERIKA

Aufträge für langlebige Güter in den USA fallen im Mai geringer aus

Die US-Industrie hat im Mai weniger Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter erhalten. Die Bestellungen lagen um 0,6% niedriger als im Vormonat. Das geht aus einem Bericht des Handelsministeriums vom Mittwoch hervor. Von den Ökonomen wurde ein höherer Rückgang um 1,0% erwartet. Für den Ordereingang ohne den Transportbereich wurde ein Minus von 0,3 % gemeldet. Die Bestellungen für zivile Investitionsgüter ohne Flugzeuge, die als wichtige Messgröße für die Unternehmensausgaben gelten, sanken um 0,2%.

ASIEN

Chinas Investitionen in den USA bewirken keine Sondermaßnahmen der US-Regierung

Wie ein leitender Regierungsbeamter gestern mitteilte, hat sich US-Präsident Trump dazu entschlossen, sich im Kampf gegen unfaire Investitionspraktiken Chinas in den USA nur auf die Nutzung bestehender Gesetze zu beschränken. Ein entsprechender Gesetzesentwurf, der die Investitionstätigkeit Chinas ohne Mitwirkung des Kongresses einschränken könnte, wurde somit vorläufig auf Eis gelegt. Die amerikanische Regierung befürchtet durch chinesische Investitionen in amerikanischen Unternehmen, wichtige US-Technologie an China zu verlieren. Derzeit würden sich aber die bestehenden Gesetze besser zum Schutz eignen als etwaige exekutive Maßnahmen.

UNTERNEHMENS-NEWS

PROBLEME BEI IBUPROFENPRODUKTION FÜR BASF

Der deutsche Chemieriese kämpft mit technischen Problemen in seinem Werk im US-Bundesstaat Texas. Dort steht die Produktion des Schmerzmittel Ibuprofen still. Ob es zu Lieferengpässen kommt ist soweit noch nicht abschätzbar. BASF zählt weltweit zu den größten Produzenten des Schmerzmittels und plante zuletzt die Erweiterung seiner Produktionskapazitäten. Bereits seit mehr als 20 Jahren produziert man in Texas. Das ist auch die einzige Anlage von BASF. Aufgrund der hohen Nachfrage nach dem Wirkstoff ist jedoch der Bau einer weiteren in Ludwigshafen in geplant.

GROSSAUFTRAG FÜR SIEMENS GAMESA

Das Tochterunternehmen des deutschen Industrieriesen Siemens konnte einen Großauftrag an Land ziehen. Für das Projekt Santa Luzia, welches 15 Windparks im Nordosten Brasiliens umfasst, wird Siemens Gamesa 136 Windturbinen liefern. Gut 400 Millionen Euro dürfte dieser Auftrag dem Unternehmen in die Kassen spülen. Für Siemens Gamesa kommen solche Aufträge gerade recht. Das Unternehmen schwächelte zuletzt. Man leidet derzeit unter dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld im Kraftwerksgeschäft.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

DEUTSCHE FORSCHER ERWARTEN LANGSAMEREN RÜCKGANG DER ARBEITSLOSIGKEIT

Arbeitsmarktforscher erwarten auch infolge des Handelsstreits mit den USA ein leichtes Nachlassen der Dynamik am deutschen Arbeitsmarkt. Der Abbau der Arbeitslosigkeit werde sich verlangsamen, teilte das IAB-Institut am Mittwoch zu seinem Job-Barometer mit, das im Juni den dritten Monat in Folge zurückging.

„Die internationalen Handelskonflikte hinterlassen in der deutschen Konjunktur erste Spuren“, sagte IAB-Fachmann Enzo Weber. „Der Beschäftigungsaufschwung wird zwar etwas schwächer, ist insgesamt aber wenig anfällig für konjunkturelle Schwankungen“, erklärte Weber. Er belegte dies mit robustem Wachstum in vielen Dienstleistungsbereichen und einer niedrigen Entlassungsquote. Daneben federe die hohe Zuwanderung die alterungsbedingte Schrumpfung des Arbeitsmarkts noch ab.

Viele Ökonomen erwarten, dass der Aufschwung der deutschen Wirtschaft seinen Höhepunkt bereits hinter sich hat. Zahlreiche Experten senkten zuletzt ihre Wachstumsprognosen. „Ohne kräftige Konjunktur wird es für einen deutlichen Abbau der Arbeitslosigkeit nicht mehr reichen“, bekräftigte auch Weber. Tendenziell sei aber immer noch eine „eher günstige Entwicklung“ zu erwarten. Selbst bei Flüchtlingen sei keine steigende Arbeitslosigkeit festzustellen.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) legt am Freitag die Juni-Jobdaten vor. Zuvor sank die Zahl der Arbeitslosen im Mai auf rund 2,3 Millionen und damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Von Reuters befragte Ökonomen gehen in den Berechnungsmodellen davon aus, dass die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosigkeit im laufenden Monat um 8.000 abnimmt.

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