Deutsche Energiewende verursacht Probleme beim Netzausbau

29.06.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Konsumklima in Deutschland bleibt auf hohem Niveau

Die Stimmung unter den Konsumenten in Deutschland hat sich im Juli stabilisiert.

Der GfK-Konsumklimaindex blieb mit 10,7 Punkten auf dem Niveau des Vormonates. Allerdings schätzen die Verbraucher die Konjunkturaussichten für die deutsche Wirtschaft etwas schlechter ein. Die Handelsstreitigkeiten zwischen der EU und den USA wirken sich bereits auf die Konsumlaune der deutschen Verbraucher aus, meint dazu GfK-Experte Rolf Bürkl. Bei den Einkommenserwartungen bleiben die Verbraucher aber weiter sehr optimistisch, die derzeit guten Arbeitsmarktbedingungen überlagern dabei etwaige negative weltwirtschaftliche Einflüsse. Ebenfalls zugelegt hat die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen, da die Angst vor einem Jobverlust derzeit gering ist. Der boomende Arbeitsmarkt zusammen mit den ansehnlichen Einkommenszuwächsen schafft die notwendige Planungssicherheit für größere Anschaffungen und Ausgaben.

AMERIKA

US-Wachstum im ersten Quartal fällt etwas schwächer aus

Das Wirtschaftswachstum in den USA ist im ersten Quartal unter den Erwartungen geblieben. Wie das US-Handelsministerium am Donnerstag berichtete, legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal aufs Jahr hochgerechnet um 2,0% zu. Da die Experten die Konsumausgaben zu hoch angesetzt haben, lagen die Prognosen mit einem Plus von 2,2% etwas darüber. Im letzten Quartal 2017 hatte das Wachstum noch 2,9% betragen. Allerdings erwarten die Ökonomen, trotz der Handelsstreitigkeiten mit China und der EU, eine Steigerung des BIP-Wachstums um hochgerechnet 3,7% für das zweite Quartal.

ASIEN

Japan meldet positive Konjunkturdaten

Japans Wirtschaftsministerium hat heute äußerst positive Konjunkturdaten bekannt gegeben. Die Arbeitslosigkeit erreicht einen neuen Tiefststand, die schwache Preisentwicklung und die Industrieproduktion ziehen wieder an. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legte die Produktion im Mai mit 4,2% deutlicher als erwartet zu. Im April fielen die Produktionsdaten mit plus 2,6% noch enttäuschend aus. Die Arbeitslosenquote erreichte im Mai mit 2,2% den niedrigsten Wert seit dem Anfang der Neunziger Jahre. Auch die Preisentwicklung verbessert sich wieder, im Großraum Tokio zogen die Preise im Juni im Jahresvergleich um 0,7% an. Das sind 0,2% mehr als noch im Mai. Die Inflationsrate in Tokio gilt als wichtiger Indikator für das ganze Land und könnte somit die Teuerung auch in ganz Japan antreiben.

UNTERNEHMENS-NEWS

MILLIARDENAUFTRAG FÜR SIEMENS GAMES IN GROSSBRITANNIEN PERFEKT

Das Tochterunternehmen des deutschen Industrieriesen Siemens konnte wieder einen Großauftrag an Land ziehen. Bereits im Februar wurde mit dem dänischen Versorger Örsted eine Grundsatzvereinbarung über die Errichtung eines Windparks an der britischen Ostküste geschlossen. Nun ist das Projekt „Hornsea Two“ unter Dach und Fach und bringt dem zuletzt schwächelnden Unternehmen 1,4 Milliarden Euro ein. Das ist somit der größte Auftrag für einen Hochsee-Windpark den Siemens Games je erhalten hat.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

DEUTSCHE ENERGIEWENDE VERURSACHT PROBLEME BEIM NETZAUSBAU

Während die deutsche Koalitionsregierung den Ausbau der Erneuerbaren Energie weiter vorantreiben möchte, sieht die Expertenkommission der Bundesnetzagentur Probleme bei der Versorgungssicherheit.

Die von der Regierung berufene Kommission warnte am Donnerstag vor einem Auseinanderdriften der energiepolitischen Ziele und der aktuellen Situation beim Netzausbau. Während für die nächsten zwei Jahre bereits Ausschreibungen für Windkraftwerke im Ausmaß von 4000 Megawatt eingereicht wurden, sind derzeit lediglich 1200 Megawatt genehmigt. Die Diskrepanz lässt sich vor allem durch die großen Defizite beim Ausbau des Stromnetzes erklären, welche im letzten Jahr nur durch kurzfristig teure Verbesserungen im Ausmaß von 1,4 Milliarden Euro behoben werden konnten. Die Fachleute sind der Meinung, dass die Energiewende ein entschlosseneres Vorankommen beim Netzausbau brauche, um nicht den Ausbau erneuerbarer Stromerzeugungsanlagen zu gefährden.

Neben den energiepolitischen Zielen haben die Wissenschaftler vor allem die Kostenentwicklung im Blick. Der Ausbau des Stromnetzes und der Wind- und Solarkraft würde dem Stromkunden in den nächsten Jahren jährlich bis zu 30 Milliarden Euro an Zuschüssen und Steuern kosten. Zwar wäre derzeit die Preiswürdigkeit noch gegeben, aber die Gesamtausgaben müssten weiterhin genau beobachtet werden. Das Hauptproblem bei den eingeleiteten Maßnahmen sieht die Expertenkommission vor allem in der fehlenden Akzeptanz für die Energiewende.

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