EU kündigt Maßnahmen gegen mögliche US-Importzölle auf Autos an

03.07.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Arbeitslosenquote in der Eurozone fällt auf Neun-Jahres-Tief

Konjunkturbedingt befindet sich die Arbeitslosigkeit in den Euro-Ländern derzeit auf dem niedrigsten Stand seit neuneinhalb Jahren. Laut Eurostat lag die Arbeitslosenquote im Mai mit circa 13,66 Millionen als arbeitslos registrierten Personen bei 8,4 % - das sind rund 125.000 Personen weniger als im April oder 1,25 Millionen Personen weniger als noch im Vorjahr. In Deutschland (3,4%) und Malta (3,9%) wurde die niedrigste Arbeitslosenquote gemessen, in Griechenland (20,15%) und Spanien (15,8%) die Höchste. Auch das konjunkturell etwas schwächere Italien verzeichnet mit 10,7% ein Sechs-Jahres-Tief bei der Arbeitslosenrate.

AMERIKA

US-Industrie gewinnt im Juni deutlich an Fahrt

Die Stimmung in den amerikanischen Industriebetrieben hat sich im Juni überraschend deutlich verbessert. Der vom Institute for Supply Management (ISM) berechnete Stimmungsindex für das verarbeitende Gewerbe legte entgegen den Erwartungen auf 60,2 Punkte (Vormonat: 58,7)zu. Die Prognosen der Experten lagen dagegen bei einem Rückgang auf 58,4 Zähler. Während der Subindex für die Auftragseingänge etwas zurückging, konnte das Produktionswachstum zulegen. Der ISM-Index gilt als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftlichen Aktivitäten in den USA.

ASIEN

Handelsstreit mit den USA belastet Chinas Währung

Die chinesische Landeswährung Yuan verliert aufgrund der Handelsstreitigkeiten mit den USA an Wert. Allein am Montag gab der Yuan im Verhältnis zum US-Dollar um 0,5% nach. Solange die Spannungen andauern und die USA an ihren Zinserhöhungen festhalten, könnte der Wertverlust weiter anhalten, meinten dazu die Experten. Allerdings gilt ein unkontrollierter Absturz der Währung als sehr unwahrscheinlich.

Im Gegensatz zum Dollar oder Euro unterliegt die chinesische Landeswährung einer politischen Kontrolle und kann sich nur innerhalb einer täglichen festgelegten Spanne frei bewegen. Zudem hält China auch die größten Devisenreserven der Welt mit einem Volumen von mehr als drei Billionen US-Dollar. Durch einen Abverkauf von fremden Währungen könnte so gegen eine unerwünschte Yuan-Schwäche angekämpft werden.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE TRÄUMT VOM IPHONE OHNE ANSCHLÜSSE

Im vergangenen Jahr war es die Aufregung schlechthin. Der US-amerikansiche Techriese verbannte bereits die Kopfhörerbuchse vom iPhone. Das könnte jedoch nur die Vorstufe zu einem iPhone komplett ohne Anschlüsse gewesen sein. Laut einem Bericht von Bloomberg überlegte man bereits beim iPhoneX die Entfernung des Lightning-Anschlusses. Aufgrund mangelnder adäquater Alternativen wurden diese Pläne jedoch vorerst verworfen. Man arbeitet jedoch für die kommenden Modelle an Lösungen für das „drahtlose“ iPhone.

NESTLÉ LIEBÄUGELT MIT CHAMPION PETFOODS

Der Schweizer Nahrungsmittelriese ist an dem kanadischen Tierfutter-Hersteller interessiert. Das berichtet zumindest das „Wall Street Journal“ am Montag. Zwei Milliarden US-Dollar sei Nestlé bereit dafür zu zahlen. Eine offizielle Stellungnahme ist aber noch ausständig. Grundsätzlich will man sich bei Nestlé verstärkt auf wachstumsstarke Geschäftsfelder wie Tiernahrung, Kaffee, Wasser und Säuglingsnahrung konzentrieren.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EU KÜNDIGT MASSNAHMEN GEGEN MÖGLICHE US-IMPORTZÖLLE AUF AUTOS AN

In einer Stellungnahme der Brüsseler Behörde am Montag kündigte die EU Zölle auf amerikanische Waren im Wert von bis zu 294 Milliarden Dollar an, sollte die Regierung in Washington höhere Importzölle auf Autos verhängen. Der unmittelbare Schaden für die US-Wirtschaft würde sich laut der Behörde auf 13 bis 14 Milliarden Dollar belaufen.

US-Präsident Trump lässt derzeit die Erhöhung der Einfuhrzölle auf Autos und Autoteile prüfen. Wie ein Kommissionssprecher bekannt gab, werden sowohl EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Junker als auch EU-Handelsbeauftragte Cecilia Malström bis Ende des Monats nach Washington reisen, um die Einfuhrabgaben abzuwenden. Zusätzlich werde die Behörde am 19. und 20. Juli an einer Anhörung des amerikanischen Handelsministeriums zu diesem Thema teilnehmen.

Präsident Trump stört vor allem das Ungleichgewicht innerhalb der Branche. Während im Jahr 2017 PKW im Wert von 37,4 Milliarden Euro aus der EU in die USA verkauft wurden, fanden lediglich amerikanische PKW im Wert von 6,2 Milliarden Euro einen Abnehmer in Europa. Viele europäische Hersteller produzieren bereits in den USA. Mit 2,9 Millionen Autos entfiel im vergangenen Jahr ein Viertel der dortigen Fertigung auf sie.

Auch innerhalb der USA wird Kritik an den Plänen der amerikanischen Regierung laut. Die US-Wirtschaftslobby startet eine breit angelegte Kampagne gegen die Zollpolitik der USA und warnt vor Zusatzkosten für US-Verbraucher. Die offene Kritik an der Politik Trumps seitens der Handelskammer lässt aufhorchen, da diese traditionell eher republikanische Präsidenten unterstützt. Die Kampagne baut auf eine Studie basierend auf Daten des US-Handelsministeriums sowie Zahlen von Regierungsstellen in China, Mexiko, Kanada und der EU auf.

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