Studie: Mindestlohn steigert deutsche Wirtschaftsleistung

04.07.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Erzeugerpreise im Euroraum legen zu – Einzelhandel stagniert

Die Erzeugerpreise im Euroraum legten im Mai zum Vormonat um 0,8% stärker als erwartet zu. Auf Jahressicht lagen die Preise um 3,0% höher. Die Schätzungen der Experten lagen mit einem Monatsplus von 0,4% und einer Jahressteigerung von 2,4% deutlich darunter. Zurückführen lässt sich die höhere Jahresteuerung auf gestiegene Energiepreise (+7,6%), höhere Preise von Vorleistungsgütern (+2,4%) und Gebrauchsgütern (+1,1%), sowie im Investitionsgüterbereich (+0,9%) und bei Verbrauchsgütern (+0,3%).Die Einzelhandelsumsätze der Eurozone sind im Mai etwas schwächer ausgefallen als erwartet: Entgegen einem prognostizierten Anstieg von 0,1% stagnierten die Zahlen am Niveau des Vormonats. Zudem musste der 0,1% Anstieg für April auf minus 0,1% revidiert werden.

AMERIKA

US-Industrie sammelt im Mai unerwartet viele Neuaufträge ein

Die amerikanischen Industriebetriebe haben im Mai ihr Neugeschäft kräftig gesteigert. Wie aus einem Bericht des US-Handelsministeriums hervorgeht, konnten im Vergleich zum Vormonat um 0,4% mehr neue Aufträge an Land gezogen werden. Von den Analysten wurde eine Stagnation der Neuaufträge erwartet, für den Vormonat meldet der Bericht ein Minus beim Auftragseingang von 0,4%. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es im Mai ein kräftiges Auftragsplus von fast 9,0%. Ohne den schwankungsanfälligen Transportbereich stiegen die Aufträge im Monatsvergleich um 0,7%.

ASIEN

Deutschlands Autobauer erhöhen Präsenz in China

Der chinesische Markt wird für die großen deutschen Autobauer immer wichtiger. Volkswagen etwa verkaufte im vergangenen Jahr zwei von fünf Autos in China, bei Audi war es jeder dritte Wagen. Das geht aus einer Auswertung des Centers of Automotive Management (CAM) vom Dienstag hervor. Das birgt laut CAM-Leiter Stefan Bratzel allerdings auch hohe Risiken. Aufgrund der starken Präsenz in China können die deutschen Premiumhersteller vom Wachstum überdurchschnittlich profitieren und Schwächen in anderen Regionen kaschieren, meint Bratzel. Allerdings trägt man dabei auch ein hohes Risiko, falls der dominante Absatzmarkt in Turbulenzen gerät. Am erfolgreichsten werden jene Autobauer sein, die ausgeglichen und in vielen Märkten aktiv sind und schnell auf Veränderungen reagieren können.

UNTERNEHMENS-NEWS

DOWNGRADE VON NOVARTIS

Die Ratingagentur Moody`s hat die Bonitätsnote des Pharmakonzerns von „Aa3“ auf „A1“ gesenkt. Der Ausblick ist stabil. Grund dafür ist die zuletzt angekündigte Abspaltung von Alcon und das geplante Aktienrückkaufprogramm.

 

Moody`s sieht darin die Gefahr einer Verlangsamung des Schuldenabbaus und der Konzern sei durch die Ausgliederung nicht mehr so breit aufgestellt. Novartis will die Augenheilsparte, die sich auf die Chirurgie und Kontaktlinsen konzentriert, als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringen und sich auf die Arzneimittelherstellung konzentrieren.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

STUDIE: MINDESTLOHN STEIGERT DEUTSCHE WIRTSCHAFTSLEISTUNG

Der Mindestlohn erhöht einer Studie zufolge die deutsche Wirtschaftsleistung beständig um bis zu 0,5%. Dies geht aus einer Untersuchung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hervor, die der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagsausgabe) vorliegt.

Demnach führt der Mindestlohn bei Geringverdienern im Schnitt zu 18% mehr Gehalt. Auch angrenzende Lohngruppen profitierten. Die höheren Löhne führten zu einem um 0,5 bis 0,7% verstärkten Konsum, was das Wachstum fördere. Damit falle das Bruttoinlandsprodukt (BIP) über einen Zeitraum von zehn Jahren durchgehend um 0,25% höher aus als ohne Mindestlohn. Würde der Staat seine Mehreinnahmen (etwa höhere Steuern) wieder ausgeben, stiege die Wirtschaftsleistung sogar doppelt so stark.

Die von Kritikern vorhergesagten Arbeitsplatzverluste durch den 2015 eingeführten Mindestlohn träten dagegen nicht ein. „Die Wachstumseffekte fallen auch deshalb so positiv aus, weil die Beschäftigung weitestgehend stabil bleibt“, befinden demnach die gewerkschaftsnahen IMK-Forscher in der Studie. Zwar fielen Minijobs weg, sie würden aber zu einem großen Teil in normale sozialversicherte Arbeitsplätze umgewandelt, sodass sich am Arbeitsvolumen insgesamt nichts ändere.

Haftungsausschluss

Dieser Breakfast Wrap ist eine freie Zusammenstellung von Informationen über allgemeine volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen. Er ist keine Grundlage für Anlageentscheidungen, etwa den Erwerb von spezifischen Produkten. Dieser Breakfast Wrap stellt in keinem Fall eine Empfehlung oder Meinungsäußerung der Capital Bank hinsichtlich bestimmter Anlageformen oder Anlagestrategien oder deren Angemessenheit dar. Individuelle Anlageentscheidungen setzen vielmehr die vorherige anleger- und objektgerechte Beratung sowie umfassende Risikoaufklärung voraus. Dieser Breakfast Wrap stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Informationen beruhen auf sorgfältig ausgesuchten Quellen; die aus diesen Quellen übernommenen Informationen wurden nicht überprüft. Es wird insbesondere keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernommen. Die Auswahl und Aufnahme der Informationen lässt keine Rückschlüsse auf Meinungen und Prognosen seitens der Capital Bank zu. Haftungs- oder Schadenersatzansprüche, welche aus der Nutzung oder Nichtnutzung bzw. aus der Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen resultieren, sind ausgeschlossen.

« zurück