IWF warnt Deutschland vor steigenden Immobilienpreisen und hartem Brexit

06.07.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutlich mehr neue Aufträge für die deutsche Industrie

Der Auftragseingang in der deutschen Industrie ist im Mai nach mehreren Rückgängen in den Vormonaten überraschend hoch ausgefallen. Mit einer Steigerung von 2,6% gegenüber dem Monat April wurden die von den Experten erwarteten 1,1% klar übertroffen. Mit einem Orderplus bei der Auslandsnachfrage von 1,6%, stiegen die Bestellungen aus der Euro-Zone deutlich an (+6,7%), während die Nachfrage aus dem Rest der Welt leicht nachließ (-1,3%). Die Inlandsnachfrage erhöhte sich um 4,3%. Während das deutsche Bundesministerium damit rechnet, dass „die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten moderat aufwärtsgerichtet bleibt“, haben Ökonomen ihre Konjunkturprognosen für das Jahr 2018 aufgrund der Handelsstreitigkeiten mit den USA vorsichtig auf +2% reduziert.

AMERIKA

US-Dienstleister legen weiter zu

Das Wachstum der US-Dienstleistungsunternehmen hat sich im Juni weiter verfestigt. Der Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe legte im Juni von 58,6 Punkten aus dem Vormonat auf 59,1 Punkte zu. Damit bleibt das Stimmungsbarometer weiterhin deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Experten hatten mit einem Rückgang auf 58,3 Zählern gerechnet. Der Subindex für die Auftragseingänge erhöhte sich auf 63,2 Punkte (60,5 im Vormonat) und der Produktionsindex auf 63,9 (61,3 im Vormonat). Der Preisindex dagegen sank von 64,3 Punkten aus dem Vormonat auf 60,7 Zähler.

ASIEN

China erwartet nur geringe Auswirkungen der US-Zölle auf seine Wirtschaft

Ein Berater der chinesischen Notenbank hat die Auswirkungen der geplanten US-Strafzölle auf die Wirtschaft seines Landes als sehr begrenzt eingeschätzt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Volksrepublik werde durch die angedrohten Maßnahmen der US-Regierung nur mit 0,2% belastet, sagte Ma Jun der Agentur Xinhua am Freitag. Für besonders hart betroffene Branchen will die chinesische Regierung Unterstützungsmaßnahmen anbieten. Für Freitag hat US-Präsident Trump weitere Zölle für Waren aus China im Ausmaß von 34 Milliarden Dollar angekündigt.

UNTERNEHMENS-NEWS

SAMSUNG VERDIENTE ZULETZT WOHL WENIGER

Der weltgrößte Smartphonehersteller dürfte im zweiten Quartal wohl weniger verdienen als bisher gedacht. Das Betriebsergebnis wird dem Unternehmen zufolge im Zeitraum April bis Juni bei 14,8 Billionen Won liegen – umgerechnet rund 11,3 Milliarden Euro. Das entspricht zwar einem Zuwachs 5,2%, ist aber damit weniger als im Vorfeld erwartet wurde. Auch beim Umsatz muss man die Erwartungen nach unten anpassen. Dieser dürfte wohl um 4,9% auf 58 Billionen Won zurückgegangen sein. Gerechnet wurde mit 59 Billionen Won. Details wurden von Samsung nicht bekannt gegeben. Analysten gehen aber davon aus, dass sich die Smartphone-Verkäufe aufgrund von billigeren Konkurrenzprodukten zuletzt abgeschwächt haben.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

IWF WARNT DEUTSCHLAND VOR STEIGENDEN IMMOBILIENPREISEN UND HARTEM BREXIT

Der Internationale Währungsfonds gab am Donnerstag seinen jährlichen Bericht zur Deutschen Konjunktur heraus. Während die Analysten des IWF im nächsten Jahr noch von einem Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent ausgehen, könnten die Steigerungsraten in den nächsten Jahren doch erheblich geringer ausfallen als derzeit erwartet.

 

Die Autoren des Jahresberichts warnen vor allem vor den rasant steigenden Hauspreisen in den dynamisch wachsenden Städten München, Hannover, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf. Zwar erhöhten sich die Immobilienpreise in ganz Deutschland moderat, doch in den oben erwähnten Städten gäbe es bereits erste Anzeichen für eine Immobilienblase. Diese Anzeichen müssten laut dem IWF genauer beobachtet und analysiert werden. Die Gründe für die vorherrschende Überbewertung sehen die Analysten im aktuell niedrigen Zinsumfeld, der Zuwanderung und dem steigenden Einkommen der Mittelschicht. Während die Nachfrage stetig steigt, bleibt das Angebot jedoch unterdurchschnittlich. Das liege hauptsächlich an den strengen Bauvorschriften beim Umweltschutz und der zu geringen Neubauquote.

 

Neben den Immobilienpreisen sieht der IWF-Länderbericht erhebliche außenwirtschaftliche Ungleichgewichte bei einem möglichen harten Brexit und dem zunehmenden Protektionismus in der Welt. Dies könnte die deutschen Ausfuhren und Investitionen beeinträchtigen und berge die Gefahr finanzieller Turbulenzen. Neben den geopolitischen Risiken gäbe es aber auch hausgemachte Probleme, wie den Arbeitskräftemangel und die Alterung der Gesellschaft, wobei sich das Wachstumspotenzial der Wirtschaft bei normalen Auslastungen in den nächsten Jahren lediglich bei 1,3 Prozent einpendeln werde. Um das Wirtschaftswachstum langfristig zu erhöhen, forderte der IWF die deutsche Regierung daher auf Investitionen in die Weiterbildung und in Zukunftsbereiche zu tätigen.

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