China verhängt Importzölle auf US-Produkte

09.07.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutsche Industrieproduktion legt im Mai kräftig zu

Die deutsche Industrieproduktion verzeichnete im Mai den größten Anstieg seit dem November des Vorjahres. Das geht aus einem Bericht des Bundesministeriums vom Freitag hervor. Nach einem leichten Minus im April wuchs die Produktion im Mai um 2,6% und lag damit deutlich über dem von Experten prognostizierten Wert von +0,3%. Energieerzeuger verzeichneten einen Zuwachs von 0,8%, die Baubranche meldete sogar ein Plus von 3,1%.

AMERIKA

US-Arbeitsmarkt zeigt sich weiter in sehr guter Verfassung

Der von US-Präsident Trump entfachte Handelsstreit hat noch keine Auswirkungen auf den US-Arbeitsmarkt gezeigt. Wie die US-Regierung in ihrem Arbeitsmarktbericht am Freitag mitteilte, wurden im Juni insgesamt 213.000 neue Jobs geschaffen. Gleichzeitig wurde der Wert des Vormonates von 223.000 auf 244.000 nach oben berichtigt. Um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten, wäre monatlich nur ein Plus von 120.000 neuen Stellen erforderlich. Dieser Wert wird seit einigen Monaten konstant überschritten. Die vielen neuen Jobs unterstützen die Konsumausgaben, damit hält die gute Konjunkturlage weiter an. Wie sich die Zollstreitigkeiten auf die amerikanische Wirtschaft auswirken werden, lässt sich an den derzeitigen Arbeitsmarktzahlen noch nicht erkennen.

UNTERNEHMENS-NEWS

BASF STÄRKT 3D-DRUCKGESCHÄFT

Der deutsche Chemieriese übernimmt die Unternehmen Advanc3D Materials und Setup Performance. Diese entwickeln und fertigen Materialien für den 3D-Druck. Dieses Verfahren erfreute sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit – auch in der Industrie. Somit steigt auch die Nachfrage nach Materialien für den Druck. Derzeit kommen Kunststoffe am häufigsten zum Einsatz. Laut BASF ergänzen die beiden Zukäufe das bestehende Portfolio in diesem Bereich gut. Finanzielle Details zur Transaktion wurden vorerst nicht genannt.

JP MORGAN DEMENTIERT INTERESSE AN DEUTSCHER BANK

Die Wirtschaftswoche berichtete letzte Woche, dass unter anderem die US-Großbank Interesse an einem Einstieg bei der Deutschen Bank hätte. Demnach habe der zuletzt stark gesunkene Marktwert der Deutschen Bank die Konkurrenz neugierig gemacht. Eine JP Morgan-Sprecherin dementierte diese Meldung aber am Freitag. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme ab. Der Bericht lies die Aktie der Deutschen Bank kurzfristig um gut 6% ansteigen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

CHINA VERHÄNGT IMPORTZÖLLE AUF US-PRODUKTE

Als Reaktion auf die amerikanischen Einfuhrzölle auf chinesische Importe hat China noch am Freitag Sonderabgaben auf Einfuhren aus den USA verhängt. Die Importzölle umfassen 545 US-Produkte mit einem Wert von 34 Milliarden Dollar und entsprechen wertmäßig jenen der USA.

Der Schwerpunkt der Zölle soll auf Agrarimporten wie etwa Sojabohnen und Schweinefleisch liegen. Aber auch Autoimporte werden von den Einfuhrzöllen betroffen sein. Das trifft vor allem deutsche Autobauer wie Daimler und BMW, die auch von ihren Werken in den USA für den chinesischen Automarkt liefern.

US-Präsident Trump hatte im Falle von Gegenmaßnahmen seitens Chinas bereits in Aussicht gestellt, chinesische Waren im Wert von bis zu 200 Milliarden Dollar mit Einfuhrbeschränkungen zu belegen. Nach Einschätzungen eines Beraters der chinesischen Zentralbank (PBOC) sind die Auswirkungen der geplanten US- Importzölle auf die Wirtschaft Chinas begrenzt. Das Wirtschaftswachstum werde dadurch nur um 0,2% geschmälert, so Ma Jun gegenüber der Agentur Xinhua. Zusätzlich überlegt die chinesische Regierung, die von den Einfuhrzöllen stark betroffenen Branchen zu stützen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Ausmaße der betroffenen Volumina derzeit noch als zu gering an, als dass diese allein zu größeren Problemen für die Weltwirtschaft führen könnten. Mehrere Länder, darunter auch die EU, haben bereits Klage gegen das Vorgehen der USA bei der Welthandelsorganisation WTO eingereicht. US-Präsident Trump droht seinerseits mit dem Ausstieg oder sogar der Zerschlagung der WTO. Aktuell blockieren die USA die Neubesetzung von Stellen im Schiedsgericht der WTO. Dieser Schritt wird damit begründet, dass bei der Besetzung der Richterstellen bisher die Interessen der USA nicht ausreichend gewürdigt worden seien.

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