Wettbewerbshüter nehmen Siemens-Alstom-Deal unter die Lupe

12.07.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Erste EZB-Zinserhöhung vielleicht schon im Sommer 2019

Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte die Leitzinsen früher anheben als bisher gedacht. Wie Francois Villeroy de Galhau, Frankreichs Notenbankchef und Ratsmitglied der EZB am Mittwoch auf einer Veranstaltung in Paris verlautbarte, könnte die erste Zinsabhebung „frühestens über den Sommer 2019 abhängig vom Inflationsausblick stattfinden“. Galhau hatte in der Vergangenheit schon einmal derartige Änderungen ab dem Sommer 2019 vorausgesagt, die Europäische Zentralbank dagegen hat zuletzt im Juni in Aussicht gestellt, dass die Zinsen noch mindestens über den Sommer 2019 auf dem aktuellen Niveau bleiben würden.

AMERIKA

USA: Starker Anstieg der Erzeugerpreise

Der Erzeugerpreisindex (EPI) der USA verzeichnete im Juni den höchsten Anstieg seit über sechs Jahren. Wie das US-Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte, stiegen die Erzeugerpreise im Juni verglichen mit dem Vorjahresmonat um 3,4%. Ökonomen hatten lediglich ein Wachstum von 3,2% vorausgesagt. Auch im Monatsvergleich stiegen die Produzentenpreise stärker als erwartet: Einem prognostizierten Wachstum von 0,2% steht eine tatsächliche Steigerung von 0,3% gegenüber. Der Erzeugerpreisindex ist ein wichtiger Inflationsindikator. Die Erzeugerpreise haben Einfluss auf die Verbraucherpreise. Diese sind wiederum für die Ausrichtung der Geldpolitik der US-Notenbank ausschlaggebend.

ASIEN

China kündigt Reaktion auf US-Zollvorstoß an

Im Zuge des Handelsstreits mit den USA reagierte China am Mittwoch geschockt auf die Pläne der Amerikaner, die Zölle auf chinesische Waren auszuweiten. Das Handelsministerium in Peking bezeichnete das Vorhaben der USA, weitere Zölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar zu erheben, als inakzeptabel. Es kündigte an, umgehend eine Klage bei der Welthandelsorganisation WTO einzureichen. China appellierte weiters an alle Länder, sich gegen die amerikanischen Handelsschikanen zu wehren. Diese würden nicht nur China und der übrigen Welt, sondern auch den USA schaden. US-Präsident Trump rechtfertigte sein Vorhaben indes mit dem Vorwurf unfairer Handelspraktiken an China.

UNTERNEHMENS-NEWS

WETTBEWERBSHÜTER NEHMEN SIEMENS-ALSTOM-DEAL UNTER DIE LUPE

Medienberichten zufolge wird die Zusammenlegung des Eisenbahngeschäfts des deutschen Industrieriesens mit Alstom von den Wettbewerbshütern der EU-Kommission einer Prüfung unterzogen. Morgen soll eine 90 Tage dauernde vertiefende Prüfung beginnen. Medienberichten zufolge hätten beide Konzerne die Frist für Zugeständnisse verstreichen lassen. Ganz unerwartet kommt dieser Schritt jedoch nicht. Fusionieren doch schließlich zwei der drei größten Anbieter in diesem Bereich.

 

Die Zusammenlegung der Zugsparte von Siemens und Alstom wurde bereits im September des letzten Jahres angekündigt. Ursprünglich war ein Abschluss der Transaktion bis zum Ende dieses Jahres vorgesehen. Die beiden Unternehmen hatten jedoch erst vor Kurzem erklärt, dass es zu Verzögerungen kommen werde und sich die endgültige Übernahme bis ins erste Halbjahr 2019 verzögern könnte. Mit der neu geschmiedeten Allianz will man sich gegen den großen Konkurrenten CRRC aus China behaupten. Dieser hat bereits die Überhand am US-Markt gewonnen und will auch in Europa verstärkt Fuß fassen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

ERNEUERBARE ENERGIEN ERSTMALS WICHTIGSTE STROMQUELLE IN DEUTSCHLAND

Am Dienstag präsentierte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft die neuesten Zahlen zur Energiegewinnung in Deutschland. Aufgrund der aktuellen Daten für das 1. Halbjahr 2018 konnten die erneuerbaren Energien erstmals Braun- und Kohlekraftwerke bei der Stromerzeugung überholen.

Während Biomasse, Wasser, Sonne, Wind und andere erneuerbaren Quellen rund 118 Milliarden Kilowattstunden Strom produzierten, sank der Anteil der Kohlekraftwerke um 10% auf 114 Milliarden Kilowattstunden. Der Anteil des so genannten Ökostroms an der Bruttostromerzeugung lag somit erstmalig auf den Spitzenplatz bei rund 36%. Auf dem dritten Platz folgte die Stromproduktion aus Erdgas mit rund 40 Milliarden Kilowattstunden, dicht gefolgt von der Kernenergie mit 37 Milliarden.

Der Vorsitzende der Energie- und Wasserwirtschaft, Stefan Kapferer, sprach von einem marktgetriebenen, schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung, der in vollem Gange sei. Außerdem würde der Trend durch die Stilllegung alter wartungsintensiver Kohlekraftwerke unterstützt, die durch den gestiegenen Preis der Kohlendioxid-Verschmutzungsrechte im Rahmen des EU-Emissionshandels immer unrentabler werden.

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