Großbritannien will laut Umfrage ein Referendum über die Brexit-Bedingungen

30.07.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutsche Importpreise steigen aufgrund höherer Energiepreise deutlich an

Die Preise für nach Deutschland importierte Güter haben im letzten Monat mehr als erwartet zugelegt. Der Bericht des statistischen Bundesamtes (Destatis) weist einen Preisanstieg zum Vorjahresmonat um 4,8% aus. Im Vergleich zum Vormonat lag das Preisniveau um 0,5% höher. Der Hauptgrund für die höheren Importpreise lag bei den gestiegenen Kosten für Energie. Energieeinfuhren verteuerten sich im Jahresvergleich um 37,6%. Besonders die Preise für Rohöl stiegen mit über 50,0% im Jahresvergleich stark an. Ohne Einberechnung der Energiepreise ergibt sich ein Anstieg der Preise für Importe von 1,9% im Vergleich zum Vorjahr.

AMERIKA

Wachstum der US-Wirtschaft legt im zweiten Quartal deutlich zu

Wie aus den Zahlen des Handelsministeriums vom Freitag hervorgeht, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen den Monaten April und Juni mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 4,1% kräftig angestiegen. Im ersten Quartal betrug der Zuwachs lediglich 2,2%. Getragen wurde das kräftige Wachstum von einer deutlichen Erholung der privaten Konsumausgaben.

Die US-Verbraucher erwirtschaften etwa zwei Drittel des gesamten BIP. Mit seiner Steuerreform will der amerikanische Präsident Trump ein Wirtschaftswachstum von mindestens 3,0% erreichen. Angesichts der guten Entwicklung der US-Wirtschaft gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die US-Notenbank weitere Zinsanhebungen in diesem Jahr durchführen wird, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern. Derzeit liegt der Leitzinssatz bei einer Spanne von 1,75 bis 2,0%.

ASIEN

Japans Einzelhandel steigert Umsätze im Juni

Die japanischen Einzelhändler haben im Juni wieder gute Geschäfte gemacht. Wie aus dem Bericht des Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) hervorgeht, konnten die Umsätze im Juni im Jahresvergleich um 1,8% gesteigert werden. Für den Vormonat weist der Bericht nur ein Umsatzplus von 0,6% aus. Die Einzelhandelsumsätze sind ein wichtiger Indikator für die Konsumentenausgaben und das damit verbundene Verbrauchervertrauen.

UNTERNEHMENS-NEWS

BASF MIT ERGEBNISPLUS

Der deutsche Chemieriese blickt auf ein solides zweites Quartal zurück. In den Monaten April bis Juni konnte BASF seinen operativen Gewinn dank eines starken Öl- und Gasgeschäftes um 5% auf 2,36 Milliarden Euro steigern. Die Erlöse legten um 3% auf 16,8 Milliarden Euro zu. Weniger gut lief es diesmal hingegen im Spezialchemikaliengeschäft. Zwar zogen auch hier die Erlöse an, jedoch machten gestiegene Rohstoffkosten und ungünstige Wechselkurseffekte das Plus zunichte.

Neo BASF-Chef Martin Brüdermüller, der das Amt kürzlich von Kurt Bock übernommen hat, zeigte sich zufrieden und bestätigte die Erwartungen für das Gesamtjahr. Man rechnet somit weiterhin mit einem leichten Anstieg sowohl der Erlöse wie auch des bereinigten Betriebsgewinns.

DEUTLICHE GEWINNSTEIGERUNG BEI SHELL

Der britisch-niederländische Ölmulti konnte im abgelaufenen Geschäftsquartal ein deutliches Gewinnplus verzeichnen. Das Nettoergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um 30% auf 4,69 Milliarden US-Dollar. Dennoch verfehlte man damit die Erwartungen der Analysten. Diese hatten im Schnitt mit 5,87 Milliarden US-Dollar gerechnet.

Im Rahmen der Präsentation der Quartalsergebnisse kündigte Royal Dutch Shell auch ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm an. 25 Milliarden US-Dollar sollen auf diesem Weg an die Anteilseigner zurückfließen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

GROSSBRITANNIEN WILL LAUT UMFRAGE EIN REFERENDUM ÜBER DIE BREXIT-BEDINGUNGEN

Letzten Freitag veröffentlichte das Meinungsforschungsinstitut You Gov in der Zeitung „The Times“, dass einer Umfrage zufolge 42% der Befragten für ein Referendum für die anstehenden Brexit-Bedingungen sind. Gegen ein solches sprachen sich 40% aus.

Die EU-Kommission ist indes gegen die britischen Pläne einer solchen Abstimmung. Am 29. März wird der Brexit vollzogen. Vor allem die oppositionelle Labour Partei würde laut Umfragen ein weiteres Referendum befürworten. Bei der Abstimmung im Juni 2016 hatten 51,9% der Briten für den Brexit gestimmt. Wenn erneut abgestimmt werden sollte, rechnet die Times aktuell damit das 45% für den Verbleib in der EU stimmen würden und 42% dagegen.

Ein immer noch großer Streitpunkt in Punkto Brexit ist die Außengrenze zu Nordirland. Premierministerin May ist hier strikt gegen neue Hürden im Warenverkehr mit Irland.

Das zuletzt eingereichte Weißbuch von May zur Schaffung einer EU- Freihandelszone würde vorsehen, dass die EU Zölle für Großbritannien eintreiben müsste, wenn die Briten das für die EU machen würden. Das lehnt die EU aber klar ab. Die Zollhoheit soll laut EU nicht an ein non-EU Land abgegeben werden. Ein weicher Brexit ist auch in Mays Partei umstritten. So wird May unter anderem vorgeworfen, der EU zu weit entgegen zu kommen.

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