Österreich muss 2018 weniger neue Schulden aufnehmen als erwartet

31.07.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutsche Inflation bleibt stabil bei 2,0%

Die Verbraucherpreise in Deutschland haben sich im Juli leicht abgeschwächt, bleiben aber auf Jahressicht bei der Marke von 2,0%. Das gab das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag in seinem Bericht bekannt. Im Juni lag die Teuerung noch bei 2,1%, im Monat davor bei 2,2%. Auch zu Beginn des zweiten Halbjahres waren die Energiekosten mit plus 6,6% die Preistreiber in Deutschland. Der Preisanstieg bei den Lebensmitteln fiel dagegen mit plus 2,6% geringer aus als erwartet. Für Mieten und Dienstleistungen musste jeweils um 1,6% mehr bezahlt werden.

AMERIKA

Deutlicher Anstieg bei schwebenden Hausverkäufen in den USA

Die Anzahl der noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe in den USA ist im Juni überraschend deutlich gestiegen. Wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Montag in Washington berichtete, haben die so genannten schwebenden Hausverkäufe im Vergleich zum Vormonat um 0,9% zugelegt. Die Erwartungen der Experten lagen mit einem Zuwachs von 0,1% deutlich darunter. Im Mai waren die Verkäufe noch um 0,5% gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr fielen die Verkäufe im Juni um 4,0% niedriger aus.

ASIEN

Japanische Notenbank behält derzeitige Geldpolitik bei

Die Bank of Japan hat in ihrer Sitzung am Dienstag beschlossen, ihre extrem lockere Geldpolitik beizubehalten und die Zinsen nicht anzuheben. Der neunköpfige Rat der Notenbank stimmte mit 7:2 Stimmen dafür, den Leitzins bei minus 0,1% zu belassen. Damit konzentriert sich der geldpolitische Rat weiter auf sein vorrangiges Ziel, nämlich ein Inflationsziel von etwa 2,0% zu erreichen. Allerdings hat die Zentralbank in ihrem vierteljährlichen Konjunkturausblick ihre Prognose für die Kerninflation gesenkt, woraus sich schließen lässt, dass das angestrebte Inflationsziel wohl erst im März 2021 erreicht wird.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE VERBANNT QUALCOMM AUS DEM IPHONE

Medienberichten zufolge werden die zukünftigen Modelle des iPhones nicht mehr mit Modems von Qualcomm laufen. Somit spitzt sich der Konflikt zwischen den beiden Unternehmen nochmals deutlich zu. Bereits seit 2017 befinden sich Apple und Qualcomm im Clinch. Profiteur dieser Situation ist nun Intel. Die US-Amerikaner haben exklusiv den Auftrag zur Lieferung der Modems erhalten.

E.ON SICHERT SICH WEITERE ANTEILE AN INNOGY

Im Rahmen der Nachlauffrist des Übernahmeangebots an die Aktionäre der RWE-Tochter Innogy sicherte sich der Energieriese weitere 9,4% an dem Unternehmen. Damit hält man nun 86,2% an Innogy. E.On bot 38,40 Euro pro Anteilsschein. Bereits im März gab man bekannt, dass man den 76,8%-Anteil von RWE an Innogy übernehmen werde. Im Gegenzug wechseln Geschäftsaktivitäten und Beteiligungen den Besitzer. So soll die RWE zukünftig zu 16,67% an E.On beteiligt sein.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

ÖSTERREICH MUSS 2018 WENIGER NEUE SCHULDEN AUFNEHMEN ALS ERWARTET

Dank einer besser als angenommenen Abwicklung der Krisenbank Heta muss Österreich heuer weniger neue Schulden aufnehmen als gedacht. Nachdem der Abbau des notverstaatlichten ehemaligen Kärntner Geldinstituts Hypo Alpe Adria der Republik eine unerwartet hohe Ausschüttung von 1,8 Milliarden Euro einbrachte, brauche das Land 2018 weniger frisches Kapital als im Dezember veranschlagt, teilte die österreichische Schuldenagentur ÖBFA am Montag mit.

Die Agentur, welche die Finanzschulden von Österreich managt und unter anderem für die Begebung neuer Bundesanleihen zuständig ist, hat nun den Finanzierungsplan für das laufende Jahr auf 25 bis 28 Milliarden Euro von bisher 27 bis 30 Milliarden Euro gesenkt. Der für 7. August ursprünglich vorgesehene Reservetermin für die Auktion einer Bundesanleihe werde nicht genutzt. Bei der Heta handelt es sich um eine der größten Banken-Abwicklungen in Europa. Das Geldhaus hatte sich jahrzehntelang mit Garantien des Landes Geld günstig von Investoren geholt und in den Ausbau ihres Balkan-Geschäftes gesteckt. Die Expansion ging schief, die Bank geriet in finanzielle Schieflage. Die frühere Mutter Bayern LB drehte den Geldhahn zu, weshalb Österreich die Hypo 2009 verstaatlichte. Anschließend wurden Milliarden in die Bank geleitet, um eine Pleite abzuwenden. 2014 wurde der Konzern zerschlagen und die Abbaugesellschaft Heta geschaffen.

Bis Ende 2020 soll das Heta-Portfolio, das unter anderem aus Immobilien, Grundstücken und Luxusjachten besteht, vollständig abgewickelt sein. Die Heta geht davon aus, dass durch den Abbau 10,5 Milliarden Euro erlöst werden können. Bislang hat die Hypo-Sanierung der Republik nach bisherigen Berechnungen bis zu sechs Milliarden Euro gekostet.

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