Deutsche Industrie mit Rückenwind – „Störfaktoren“ in Sicht

02.08.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Industrie in der Eurozone startet moderat in das zweite Halbjahr

Die Stimmung in den Industriebetrieben der Eurozone hat sich zu Beginn des zweiten Halbjahres wieder leicht belebt. Der vom IHS-Markit-Institut  berechnete Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe stieg wie erwartet auf 55,1 Punkte leicht an.

Im Vergleich zum Jahresbeginn gab es aber nur leichte Zuwächse bei Produktion und den Neuaufträgen. Auch die Zuwächse bei den Exportaufträgen fielen geringer aus, hier dürften sich die Sorgen über Strafzölle und Handelsbeschränkungen bemerkbar machen.

AMERIKA

US-Unternehmen schaffen im Juli deutlich mehr neue Jobs

Die privaten Unternehmen in den USA haben im Juli ihre Personalstände kräftig aufgestockt. Der Bericht des privaten Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing (ADP) weist ein Plus an 219.000 neuen Stellen gegenüber dem Vormonat aus. Die Schätzungen der Analysten lagen nur bei einem Anstieg um 185.000 neue Jobs.

Der boomende Arbeitsmarkt wird getragen von der guten Konjunktur sowie den Steuersenkungen und erhöhten Staatsausgaben. Der ADP-Bericht umfasst über 400.000 US-Unternehmen mit rund 23 Millionen Beschäftigten und gilt als wichtiger Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht, der am Freitag vorgelegt wird. Die Regierungszahlen beinhalten dann auch die Angestellten im Staatsdienst.

ASIEN

US-Präsident Trump droht mit neuen Zöllen auf chinesische Importe

Der amerikanische Präsident hat am Mittwoch den Vorschlag unterbreitet, chinesische Einfuhren im Wert von 200 Milliarden Dollar mit einem Zollsatz von 25% zu belegen. Die Abgaben würden damit mehr als doppelt so hoch ausfallen, wie bisher geplant. Zu den von den erhöhten Zollsätzen betroffenen Waren gehören Lebensmittel, Chemieprodukte, ebenso wie Verbraucherprodukte und Möbel.

In China stießen diese Pläne erwartungsgemäß auf Kritik. Außenamtssprecher Geng Shuang erklärte, seine Regierung werde auch auf weitere Handelsbeschränkungen seitens der USA mit Vergeltungsmaßnahmen reagieren.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE ÜBERRASCHT MIT QUARTALSERGEBNIS

Der Techriese aus dem Silicon-Valley verbuchte im abgelaufenen Geschäftsquartal einen Gewinn von 11,5 Milliarden US-Dollar und damit einen Gewinnsprung von 32% im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz des Konzerns stieg um 17% auf 53,3 Milliarden US-Dollar an. Damit wurden die Erwartungen eindeutig übertroffen. Hauptverantwortlich für das gute Ergebnis sind gute Geschäfte im Service-Bereich. Die Einnahmen aus App-Verkäufen, Apple Music und dem Cloud-Geschäft zogen deutlich an – die iPhone-Verkäufe stagnierten. 41 Millionen Stück vom Flaggschiff des Konzerns wurden verkauft.

Auf das laufende Geschäftsquartal blickt man bei Apple optimistisch. Man rechnet mit Erlösen zwischen 60 und 62 Milliarden US-Dollar. Auch dabei wurden die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. An der Börse wurden die Ergebnisse mit einem deutlichen Kursplus honoriert.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

DEUTSCHE INDUSTRIE MIT RÜCKENWIND – „STÖRFAKTOREN“ IN SICHT

Die deutsche Industrie kann einen positiven Start in das zweite Halbjahr vorweisen. „Produktion und Auftragseingang wurden wieder stärker gesteigert als im Juni“, ergänzte das IHS-Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Juli-Umfrage unter Hunderten Betrieben. Der Einkaufsmanagerindex stieg dadurch um 1,0 auf 56,9 Punkte an. Diese Kennzahl signalisiert ab 50 ein Wachstum. „Die hohen Zuwachsraten von Anfang des Jahres wurden jedoch nicht erreicht“, erklärte das Institut. „Sorgenfalten bereiten vielen Umfrageteilnehmern nach wie vor die Ungewissheiten im Zusammenhang mit möglichen Zöllen und Handelsbarrieren“, mahnte Markit-Ökonom Phil Smith vor allzu viel Euphorie.

„Auch ein weiterer signifikanter Anstieg der Einkaufspreise sowie der anhaltend hohe Druck auf die Lieferketten aufgrund der Engpässe bei den Zulieferern stellen potenzielle Störfaktoren für weiteres Wachstum dar.“ Die Industrie der Euro-Zone legte im Juli ebenfalls zu, doch nur geringfügig. Hier kletterte der Einkaufsmanagerindex um 0,2 auf 55,1 Zähler. „Der zweitniedrigste Wert seit über eineinhalb Jahren liefert wahrlich keinen Grund zur Freude – ist doch das Produktionswachstum in den letzten beiden Monaten so schwach ausgefallen wie seit Ende 2016 nicht mehr“, befand Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

„Und es droht noch Schlimmeres: Selbst diese abgeschwächte Produktionssteigerung übertraf noch immer den Zuwachs an Neuaufträgen.“ Die Schlussfolgerung daraus könne eigentlich nur sein, dass die Unternehmen die Produktion in den nächsten Monaten nach unten anpassen müssen, sofern die Nachfrage nicht wieder anziehe. „Laut Umfrageteilnehmern spiegelt die Abkühlung die Besorgnis über einen Handelskrieg, Zölle und steigende Preise sowie die generelle Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung wider“, so Williamson. Daher wurden die Geschäftsaussichten so wenig optimistisch eingestuft wie seit über zwei Jahren nicht mehr.

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