Italiens Schuldenabbau erfolgt langsamer als geplant

09.08.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Frankreich rechnet mit mehr Wachstum im dritten Quartal

Die französische Notenbank erwartet für das dritte Quartal eine Steigerung des Bruttoinlandproduktes (BIP) für die zweitgrößte Volkswirtschaft in der Eurozone um 0,4%. Von April bis Juli hatte das Wirtschaftswachstum lediglich 0,2% betragen. In einer Unternehmensumfrage der Notenbank zeigten sich die Firmenleitungen in der Industrie optimistisch, dass die Geschäfte im August wieder anziehen werden. Das Stimmungsbarometer für die Industrie hält sich stabil bei 101 Punkten. Von der französischen Statistikbehörde Insee wird für das heurige Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,7% erwartet, im Vorjahr lag es noch bei 2,3%.

AMERIKA

Führender US-Notenbanker plädiert für weitere Zinsschritte

Der Chef der lokalen US-Notenbank in Richmond, Thomas Barkin, hat sich für eine weitere Anhebung der Leitzinsen ausgesprochen, da diese seiner Meinung nach noch immer unterhalb eines normalen Niveaus liegen würden. Er hält eine weitere Anhebung für angemessen, da auf dem Arbeitsmarkt praktisch Vollbeschäftigung herrscht und sich die Inflationsrate mit 1,9% im Juni nahe an der von der Fed angestrebten Zielmarke von 2,0% befindet. Die US-Notenbank hat heuer bereits zweimal die Leitzinsen erhöht, an den Märkten wird mit einer weiteren Anhebung im September gerechnet.

ASIEN

WTO-Reform soll Handelsstreitigkeiten beilegen

Die World Trade Organisation (WTO) kommt im Streit um unfaire Praktiken im globalen Handel als neuer Teilnehmer ins Spiel. Dazu wird von der EU-Kommission in Brüssel an Reformplänen für die Institution mit Sitz in Genf gearbeitet. Die Reformpläne sollen vor allem Antworten auf den Umgang mit Chinas Staatskapitalismus geben und entsprechende neue Handelsregeln ausarbeiten. Wie der frühere WTO-Chef Pascal Lamy in einem Interview betonte, gilt es vor allem die Frage zu beantworten, ob sich eine globale Marktwirtschaft mit einer chinesischen Wirtschaft verträgt, deren Betriebe zu 30 bis 40% unter staatlichem Einfluss stehen.

UNTERNEHMENS-NEWS

E.ON PRÄSENTIERT STARKES ERGEBNIS

Der deutsche Energieriese konnte im ersten Halbjahr gute Geschäfte verzeichnen. Das bereinigte operative Ergebnis konnte in den ersten sechs Monaten des Jahres von 1,8 auf 1,9 Milliarden Euro gesteigert werden. Unter dem Strich stehen 2,7 Milliarden Euro zu Buche. E.On profitierte dabei von 100.000 neuen Kunden und auch das Geschäft mit erneuerbaren Energien lief gut. Das Netzgeschäft stagnierte.

Trotz der guten Geschäfte bleibt man bei E.On für den Ausblick auf das Gesamtjahr vorsichtig. Die Ergebnisse im Netzgeschäft sollten sich rückläufig entwickeln. Dementsprechend soll auch auf Konzernebene das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgehen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

ITALIENS SCHULDENABBAU ERFOLGT LANGSAMER ALS GEPLANT

Italiens Wirtschaftsminister Giovanni Tria kündigte am Mittwoch eine Korrektur der Wachstumsprognose an, mit negativen Folgen für den geplanten Schuldenabbau. Statt eines Wachstums des Bruttoinlandsprodukts von 1,5% für das laufende Jahr beträgt der zu erwartende Zuwachs nur 1,2%. Auch die Prognose für das kommende Jahr wurde von 1,4% auf 1,0 bis 1,1% nach unten korrigiert. Durch das langsamere Wachstum könnte das Defizit im kommenden Jahr 1,2% betragen und würde damit über der von der Vorgängerregierung geplanten Zielmarke von 0,8% liegen. Nach Griechenland hat Italien das zweithöchste Staatsdefizit aller EU-Staaten.

Die italienische Regierung bleibe dem Ziel aber weiterhin verpflichtet, so Tria. Gleichzeitig versicherte er, dass trotz der niedrigeren Wachstumsprognose die Vorhaben der Regierung mit den finanziellen Verpflichtungen Italiens gegenüber der EU kompatibel sind. Neben einem Umbau des Steuersystems plant die Koalition zahlreiche finanzielle Erleichterungen für Bürger. Mittels eines „Bürgereinkommens“ soll armen Italienern ein Einkommen von bis zu 780 Euro garantiert werden.

Innerhalb der Koalition der rechtsgerichteten Lega und der populistischen 5-Sterne-Bewegung gilt Tria als relativ europafreundlich und hat sich wiederholt für Haushaltsdisziplin ausgesprochen. Auch am Mittwoch betonte er, dass die Mitgliedschaft Italiens in der Europäischen Union nicht infrage stehe.

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