Moskau plant Gegenmaßnahmen auf neue US-Sanktionen

10.08.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Weltwirtschaftsklima trübt sich auf hohem Niveau ein

Das Münchner Ifo-Institut veröffentlichte am Donnerstag die Ergebnisse zur vierteljährlichen Befragung von 1200 Experten aus 120 Ländern zur Einschätzung des Weltwirtschaftsklimas. Das Konjunkturbarometer brach im dritten Quartal von 16,5 auf 2,5 Punkte ein und befindet sich dabei auf dem Niveau des ersten Quartals 2017.

Die Lage wird wegen des weiter anhaltenden Zollstreits zwischen den USA und China auf hohem Niveau schlechter als in der Vergangenheit bewertet. Auch die Erwartungen sind stark gesunken und befinden sich auf dem niedrigsten Niveau seit Ende 2011. Die gegenseitigen Strafzölle der beiden größten Volkswirtschaften der Welt belasten die globale Konjunktur und reduzieren sowohl die weltweite Investitionstätigkeit als auch den privaten Konsum.

AMERIKA

Stagnation der US-Erzeugerpreise im Juli

Das US-Arbeitsministerium veröffentlichte am Donnerstag die amerikanischen Erzeugerpreise für den Monat Juli. Diese veränderten sich gegenüber dem Vormonat überhaupt nicht und enttäuschten die Erwartungen der Ökonomen, welche von einem Anstieg von 0,2% auf Monatsbasis ausgegangen sind. Die Erzeugerpreise gelten als Frühindikator für die Inflation, da Preiserhöhungen der Produzenten an die Konsumenten weitergegeben werden und somit für die Notenbank Federal Reserve eine wichtige Kennzahl darstellt.

ASIEN

Chinas Verbraucherpreise stiegen im Juli

Das nationale chinesische Statistikamt teilte am Donnerstag mit, dass die Verbraucherpreise in China im Juli um 2,1 Prozent gestiegen sind. Analysten rechneten mit keiner Veränderung gegenüber dem Vormonat, als es eine Steigerung um 1,9% gab. Das Ziel der chinesischen Regierung für die Jahresteuerungsrate liegt bei 3%. Die Erzeugerpreise legten im Juli mit einem Plus von 4,6% etwas weniger zu als im Juni, als diese noch um 4,7% gestiegen sind.

UNTERNEHMENS-NEWS

SAMSUNG INVESTIERT KNAPP 140 MILLIARDEN EURO

Wie der südkoreanische Elektronikkonzern diese Woche berichtet, will man über die nächsten drei Jahre umgerechnet zirka 138 Milliarden Euro investieren. Der Fokus soll speziell auf aufstrebenden Wirtschaftsbereichen liegen. So will man sich laut Mitteilung von Samsung etwa auf Künstliche Intelligenz (KI), Technik für das autonome Fahren sowie Netzwerke für die fünfte Mobilfunkgeneration (5G) fokussieren. Außerdem erklärte der Konzern, dass man mit dem Investitionsprogram auch die heimische Wirtschaft in Südkorea revitalisiert. Es sollen 72% der geplanten Investitionen in Südkorea vorgenommen und damit zirka 700.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

MOSKAU PLANT GEGENMASSNAHMEN AUF NEUE US-SANKTIONEN

Laut Aussage der Sprecherin des russischen Außenministeriums habe Russland damit begonnen, Gegenmaßnahmen auf die von den USA angedrohten neuen Sanktionen zu planen. Dmitri Peskow, Russlands Präsidialamtssprecher, hatte die Maßnahme der USA bereits als inakzeptabel, unfreundlich und illegal kritisiert.

Als Folge des Anschlags auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter in Großbritannien hatten die Vereinigten Staaten neue Sanktionen angekündigt. Davon sollen unter anderem die Öl- und Gastechnologie, Laser, Sensoren und der Elektronikbereich betroffen sein. Das würde laut einem Regierungsvertreter einem Handelsvolumen in dreistelliger Millionenhöhe entsprechen.

Die Vereinigten Staaten begründen die neuen Sanktionen damit, dass Russland bei dem Anschlag Nervengift eingesetzt hätte. Russland dementiert dies jedoch. In Kraft treten sollen die Sanktionen der USA um den 22. August. Zugesetzt haben die Drohungen der USA auch dem russischen Rubel und der Moskauer Börse. So fiel der Rubel auf den tiefsten Stand zum US-Dollar seit zwei Jahren.

Gegenmaßnahmen würden laut dem russischen Präsidialsprecher aber erst dann konkret diskutiert, wenn näheres zu den US-Maßnahmen bekannt ist. Der Sprecher versuchte des Weiteren Bedenken über die Gefahren für das russische Finanzsystem zu zerstreuen. Dieses sei auch bei früheren Sanktionen stabil geblieben. Der russische Finanzminister Siluanow verdeutlichte außerdem, dass die russische Zentralbank über die Mittel verfüge, um für Stabilität zu sorgen.

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