Maas verteidigt Vorschlag für unabhängiges Europa-Zahlungssystem

03.09.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Arbeitslosigkeit im Euroraum erreicht tiefsten Stand seit November 2008

Die starke Konjunktur hat die Arbeitslosigkeit in den 19 Euroländern auf den niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren gedrückt. Die Arbeitslosenquote verharrte im Juli auf dem Wert des Vormonates bei 8,2%. Insgesamt waren im Juli rund 13,38 Millionen Menschen als arbeitslos gemeldet, das sind um 1,37 Millionen weniger als noch vor einem Jahr. Im Euroraum lagen in Deutschland (3,4%) und in den Niederlanden (3,8%) die Arbeitslosenraten am niedrigsten. In der gesamten EU war allerdings Tschechien mit nur  2,3% Arbeitslosen der Spitzenreiter.

AMERIKA

Stimmung der US-Konsumenten bleibt stabil

Die Konsumlaune der US-Verbraucher ist auch im August weiter positiv. Der von der Universität Michigan berechnete Stimmungsindex ist mit 96,2 Punkten höher ausgefallen als erwartet. Die Schätzungen lagen nur bei einem Indexstand von 95,5 Punkten. Besonders die aktuelle Lage wird von den Verbrauchern sehr positiv eingeschätzt. Der Michigan-Konsumindex ist ein wichtiger Indikator für das Kaufverhalten der amerikanischen Verbraucher. Die US-Konsumenten stehen für etwa zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaftsleistung.

ASIEN

Chinas Wachstum lässt etwas nach

Das Wachstum der chinesischen Industrie verzeichnet im August ein etwas schwächeres Wachstum. Der am Montag veröffentlichte Caixin-Markit Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sank im August von 50,8 Punkten aus dem Vormonat auf 50,6 Zähler und erreichte damit den tiefsten Stand seit dem Juni 2017. Als Belastungsfaktor für die chinesische Wirtschaft wird vor allem der Handelsstreit mit den USA angeführt. Für diese Woche erwartet man neue Strafzölle der US-Regierung gegen China.

UNTERNEHMENS-NEWS

COCA COLA AUF EINKAUFSTOUR

Der US-amerikanische Getränkeriese übernimmt die Kaffeehauskette Costa Coffee vom britischen Restaurant- und Hotelbetreiber Whitbread. Umgerechnet legt Coca Cola dafür 4,3 Milliarden Euro auf den Tisch und steigt damit in den Kaffeemarkt ein. In diesem Bereich verfügen die Amerikaner bislang noch über wenig Erfahrung. Man hat noch keine weltweit bekannte Marke. Dies ändert sich nun aber, denn Costa Coffee betreibt derzeit fast 4000 Cafés – der Großteil davon in Europa. Zuletzt kamen auch Standorte in Asien dazu.

Coca-Cola kämpft bereits seit einiger Zeit mit einem schwindenden Interesse der Kunden an zuckerhaltigen Getränken. Dem will man unter anderem mit einem verstärkten Angebot von alternativen Getränken wie beispielsweise Säften oder Heißgetränken entgegenwirken. Das Kaffeegeschäft boomt zurzeit.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

MAAS VERTEIDIGT VORSCHLAG FÜR UNABHÄNGIGES EUROPA-ZAHLUNGSSYSTEM

Entgegen der von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geäußerten Bedenken hat Außenminister Heiko Maas (SPD) seinen Vorschlag für den Aufbau eines von den USA unabhängigen europäischen Zahlungssystems verteidigt. „Ich glaube, dass wir darüber reden müssen, denn ansonsten werden die Chinesen ein solches Zahlungssystem auf den Weg bringen“, bekräftigte Maas am Freitag beim Treffen mit seinen EU-Kollegen in Wien. „Und ich glaube nicht, dass das dem europäischen Interesse entspricht.“

Maas hatte das Zahlungssystem in der Vorwoche als Teil einer neuen Strategie gegenüber den USA unter Präsident Donald Trump vorgeschlagen. Diese erfordert, dass Deutschland ein „Gegengewicht“ zu den USA bildet, „wo rote Linien überschritten werden“. Angesichts von Trumps Vorgehensweise sei es „höchste Zeit, unsere Partnerschaft neu zu vermessen“, forderte Maas im „Handelsblatt“.

Merkel hatte zu dem Vorschlag eines von den USA unabhängigen Zahlungssystems gesagt, dass es im Umgang etwa mit dem Iran aufgrund der weit gefassten US-Sanktionen nach dem Ausstieg Washingtons aus dem Atomabkommen tatsächlich Probleme gebe. Allerdings sei gerade bei Fragen der Terrorismusfinanzierung eine enge Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten geboten.

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