Argentinien plant Einführung von Exportsteuern

04.09.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Industrie in der Eurozone verliert etwas an Dynamik

Das Wachstum der Industrie in der Eurozone legt im August eine kleine Pause ein. Der Einkaufsmanagerindex ist um 0,5 Punkte auf 54,6 Zähler zurückgegangen. Das geht aus der monatlichen Umfrage des IHS-Markit-Institutes vom Montag hervor. Der Stimmungsindex kann sich aber bereits den 62. Monat in Folge über der 50-Punkte Wachstumsschwelle behaupten.

Die Produktion konnte gesteigert werden, allerdings fiel dagegen das Plus an Exportorders geringer aus. Hier bereiten vor allem der starke Euro, die Handelsstreitigkeiten und der Brexit den Unternehmen zunehmend Sorgen. Auf Länderebene zeigen die Niederlande und Irland sowie Deutschland und Österreich weiter ein kräftiges Wachstum.

AMERIKA

USA sollen mehr Rindfleisch nach Europa exportieren dürfen

Die EU-Kommission hat ihre Mitgliedsstaaten aufgefordert, der Behörde ein Mandat für Verhandlungen mit der US-Regierung in Washington zu erteilen. In diesen Verhandlungen soll eine Einigung über den jahrelangen Streit über den Import von Rindfleisch aus den USA erzielt werden.

In den USA werden in der Rinderzucht sehr oft wachstumsfördernde Hormone verwendet, dieses Fleisch darf aber nicht in die EU exportiert werden. Brüssel erlaubt allerdings den Import einer bestimmten Menge von hormonfreiem Fleisch von qualifizierten Erzeugern, also auch aus den USA. Bei diesen Verhandlungen soll nun die anteilige Quote für Importe aus den USA überprüft und gegebenenfalls erhöht werden.

ASIEN

China bietet afrikanischen Ländern weitreichende Investitionen an

Im Rahmen des China-Afrika-Gipfels in Peking hat der chinesische Präsident Xi Jinping den afrikanischen Ländern die Finanzierung von umfangreichen Projekten im Ausmaß von 60 Milliarden Dollar angeboten. Etwa 15 Milliarden Dollar sollen als Zuschüsse und zinsfreie Darlehen erfolgen, ebenso sollen in den kommenden drei Jahren Investitionen von chinesischen Unternehmen auf dem afrikanischen Kontinent im Wert von zehn Milliarden Dollar getätigt werden. Damit soll die Zusammenarbeit Chinas und Afrikas für beide Seiten spürbare und messbare Erfolge bringen.

UNTERNEHMENS-NEWS

SIEMENS PRÄSENTIERT SELBSTFAHRENDE STRASSENBAHN

Der deutsche Industrieriese testet die weltweit erste fahrerlose Straßenbahn. Auf einem sechs Kilometer langen Teilstück im deutschen Potsdam kommt diese zum Einsatz – vorerst aber noch nicht für den normalen Fahrgastverkehr, sondern für Besucher der Messe für moderne Verkehrstechnik, die in Potsdam stattfindet.

Siemens ist weltweit das erste Unternehmen, das autonom fahrende Straßenbahnen testet. Die Tram ist dabei mit mehreren Sensoren ausgestattet, die das Umfeld erfassen. Anhand von komplexen Algorithmen wird die Situation bewertet und eine Prognose für die weitere Entwicklung erstellt und dadurch eine Aktion ausgelöst. Somit kann auf Fußgänger und Fahrzeugen reagiert und an Haltestellen gestoppt werden. Als „Back-up“ ist beim Test aber noch ein Fahrer mit an Bord, der im Notfall eingreifen kann.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

ARGENTINIEN PLANT EINFÜHRUNG VON EXPORTSTEUERN

Argentinien plant im Kampf gegen die Wirtschaftskrise, Exportunternehmen zukünftig stärker zu besteuern. Präsident Mauricio Macri kündigte am Montag an, dass die Exportunternehmen von der drastischen Abwertung der Landeswährung profitiert hätten und daher nun stärker zum Etat des Landes beitragen sollen. Laut Auskunft des Landwirtschaftsministeriums könnten die neuen Steuern auf Getreide, Ölsaaten und deren Nebenprodukte gelten.

Die Einhebung der Exportsteuern soll Finanzminister Nicolas Dujovne zufolge bis Ende 2020 gelten. Auch auf der Ausgabenseite plant die argentinische Regierung Kürzungen. So soll die Zahl der Ministerien mehr als halbiert werden. Ziel der geplanten Maßnahmen ist es, im kommenden Jahr einen ausgeglichenen Primärhaushalt aufweisen zu können. Für dieses Jahr wird noch ein Defizit von 2,6% erwartet.

Eine hohe Inflationsrate und die schwache Konjunktur belasten die Landeswährung. Seit Jahresbeginn hat der argentinische Peso fast 54% an Wert verloren. Die Regierung von Präsident Macri steht unter starkem Druck, Investoren davon zu überzeugen, dass das Land seine Schulden zurückzahlen kann.

Zusätzliche Hoffnungen ruhen auf dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Gespräche über eine vorzeitige Auszahlung von milliardenschweren Hilfen sollen bei einem Treffen zwischen Finanzminister Dujovne und IWF-Chefin Christine Legarde am Dienstag stattfinden.

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