Fitch senkt Wachstumsprognose für Türkei

05.09.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Erzeugerpreise im Euroraum steigen im August deutlicher als erwartet

Der Preisdruck auf Herstellerebene in der Eurozone ist im August deutlicher als erwartet angestiegen. Nach Zahlen des Statistikamtes Eurostat stiegen die Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat um 0,4% an. Die Schätzungen der Volkswirte lagen bei einer Preissteigerung um 0,3%.

Als Preistreiber wurden höhere Preise auf dem Energiesektor sowie bei Vorleistungsgütern und Gebrauchsgütern gemeldet. Preissteigerungen bei den Herstellern wirken sich auf die Verbraucherinflation aus, da diese früher oder später an den Handel und somit an die Konsumenten weitergegeben werden.

AMERIKA

US-Industrie wächst weiter kräftig

Das Wachstum in der US-Industrie hat im August noch deutlich an Schwung zugelegt. Wie aus der monatlichen Firmenumfrage des „Institute for Supply Management (ISM)“ hervorgeht, ist der entsprechende Einkaufsmanagerindex für die Industrie von 58,1 Punkten im Juli auf 61,3 Zähler angestiegen.

Der Stimmungsindex erreichte damit den höchsten Stand seit dem Mai 2004. Von den Experten wurde dagegen ein Rückgang auf 57,7 Punkte erwartet.

Die Baubranche kann dagegen nur sehr moderat zulegen, die US-Bauausgaben stiegen nur um 0,1% zum Vormonat. Gestiegene Materialkosten, sowie ein Mangel an Facharbeitern werden als Gründe für die relativ geringe Entwicklung genannt.

ASIEN

Chinas Dienstleistungssektor verliert etwas an Fahrt

Das Wachstum der chinesischen Dienstleistungsbetriebe hat im August etwas an Schwung eingebüßt. Der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex hat von 52,8 Punkten aus dem Vormonat auf 51,5 Zähler nachgegeben und erreicht damit den tiefsten Stand seit zehn Monaten. Laut Expertenmeinungen müssen die expansive Kreditpolitik und die aktive Haushaltsführung der Regierung erst noch ihre Auswirkungen zeigen.

UNTERNEHMENS-NEWS

E.ON NICHT MEHR IM EUROSTOXX 50

Der deutsche Energieriese wird mit 24. September nicht mehr im Leitindex der Eurozone vertreten sein. Das teilte gestern der Indexbetreiber mit – die Marktkapitalisierung ist zu gering. Neben E.On verlassen auch die Deutsche Bank und der französische Baustoffhersteller Saint-Gobain den Index. Ihren Platz nehmen die Amadeus IT Group, der Luxusgüterhersteller Kering und der vor der Fusion mit Praxair stehende Gasproduzent Linde ein.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

FITCH SENKT WACHSTUMSPROGNOSE FÜR TÜRKEI

Die Ratingagentur Fitch hat den bisherigen Wachstumsausblick für die in einer Währungskrise steckende Türkei klar gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt werde heuer um 3,8 und 2019 nur noch um 1,2% zulegen, sagte Fitch am Dienstag voraus. Bislang waren die Analysten von 4,5 und 3,6% Zuwachs ausgegangen. 2020 soll es dann zu 3,9% reichen. „Unsere Prognosen sind mit erheblichen Unsicherheiten behaftet“, ergänzten die Bonitätswächter. Dazu gehören politische Fehlentscheidungen, erhöhte finanzielle Belastungen im Privatsektor, geopolitische Spannungen und potenzielle Kapitalflucht.

Die Türkei kämpft gegen die drastische Abwertung der Landeswährung Lira, die seit Jahresbeginn um etwa 43% zum Dollar verloren hat. Dies hat die Inflationsrate im August auf 17,9% anspringen lassen, den höchsten Wert seit Ende 2003. Die Zentralbank geht davon aus, dass der Teuerungsdruck auch im September anhalten wird. Infolge der geschwächten Währung werden Importe deutlich teurer, was die Verbraucherpreise in die Höhe treibt.

Fitch erwartet nun Zinserhöhungen der Zentralbank, mit der die Währung für Anleger wieder attraktiver werden könnte. Eine Rückkehr zu einstelligen Inflationsraten sei aber nicht vor Ende 2020 zu erwarten. Der niedrige Lira-Kurs dürfte wiederum dem Export zugutekommen, der eine Wachstumsstütze bleibe, erklärte Fitch. Zudem stütze der Tourismus die Konjunktur. Bereits im ersten Halbjahr waren die Besucherzahlen um knapp ein Drittel gestiegen.

Die Staatsfinanzen dürften sich angesichts der schwächeren Konjunktur aber verschlechtern. In diesem Jahr prognostiziert Fitch ein Defizit von 3,2% des Bruttoinlandsproduktes, 2018 von 3,6%. Ein Umstand, der fast ausschließlich auf niedrigere Staatseinnahmen zurückzuführen sei.

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