Fed-Mitglied: USA im Falle einer Rezession schlecht aufgestellt

10.09.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Wirtschaft in der Eurozone kann Wachstumstempo halten

Dank konsumfreudiger Verbraucher und verstärkten Investitionen von Seiten der Unternehmen konnte das Wachstum im zweiten Quartal gehalten werden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von April bis Juni um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal zu, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag berichtete.

Das höchste Wachstum im zweiten Quartal erwirtschafteten die kleinen Euro-Staaten Malte mit einem Plus von 1,9% und Estland mit 1,4%. Etwas geringer fiel dagegen das Wirtschaftsplus in Frankreich und Italien mit jeweils +0,2% aus.

AMERIKA

US-Arbeitsmarkt zeigt sich weiter in guter Verfassung

Die am Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für den Juli sind überraschend stark ausgefallen. Die Zahl der Beschäftigten konnte gegenüber dem Vormonat um 201.000 gesteigert werden. Die Erwartungen der Volkswirte lagen nur bei einem Plus von 191.000 neuen Jobs.

Die separat erhobene Arbeitslosenquote stagnierte auf dem Wert des Vormonates bei 3,9%. Bei den Stundenlöhnen gab es gegenüber dem Vorjahr ein überraschendes Plus von 2,9%. Auf Monatssicht lag das Lohnwachstum bei 0,4%.

ASIEN

Japans Wirtschaft wächst stärker als erwartet

Die japanische Wirtschaft hat im zweiten Quartal ihr Wachstum deutlich steigern können. Wie aus den Zahlen der Regierung vom Montag hervorgeht, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufs Jahr hochgerechnet um 3,0 % gewachsen.

Es liegt damit deutlich über den Schätzungen der Analysten, die nur mit einem Plus von 2,6% gerechnet hatten. Im Vergleich zum Vorquartal legte das BIP preisbereinigt um 0,7% zu. Auch hier lagen die Expertenschätzungen mit 0,5% darunter.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE: EU GENEHMIGT SHAZAM-ÜBERNAHME

Nun ist es offiziell: die Wettbewerbshüter der Europäischen Union haben die Übernahme des Musikerkennungsdienstes genehmigt. Das gab letzte Woche die zuständige Kommissarin Margrethe Vestager bekannt.

Die EU-Kommission hatte zuvor eine detaillierte Prüfung der Übernahmepläne gestartet. Man befürchtete, dass der Zusammenschluss Apple eine Fülle von Daten liefern würde, um die Kunden der Wettbewerber gezielt anzusprechen. Das hätte zu einem Vorteil gegenüber der Konkurrenz geführt.

Im Dezember des letzten Jahres kündigte Apple den Deal an. Kolportierte 400 Millionen US-Dollar legt man dafür auf den Tisch. Ziel ist es, das hauseigene Angebot Apple-Music zu stärken.

SAMSUNG: FALTBARES SMARTPHONE VOR PRÄSENTATION

Der weltgrößte Smartphone-Hersteller hat bereits vor längerer Zeit bekannt gegeben, dass man an der Entwicklung von flexiblen Displays arbeitet. Nun dürfte es aber endgültig so weit sein. DJ Koh, Chef der Smartphone-Sparte der Südkoreaner nannte die Samsung Developer Conference im November als wahrscheinliches Datum.

Das Smartphone verfügt Berichten zufolge über ein 7,3 Zoll großes Display, welches sich falten lässt. Auch in diesem zusammengefalteten Zustand sind nahezu alle Funktionen verfügbar.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

FED-MITGLIED: USA IM FALLE EINER REZESSION SCHLECHT AUFGESTELLT

Der regionale Notenbank-Chef von Boston, Eric Rosengren, sagte am Freitag, dass er die USA mit den weiterhin sehr niedrigen Zinsen schlecht auf eine Rezession vorbereitet sieht. Denn dann könne die Federal Reserve zur Bekämpfung eines Abschwungs die Leitzinsen nicht deutlich senken, so Rosengren, der stimmberechtigtes Mitglied im Fed-Ausschuss ist.

Gegenüber dem Fernsehsender CNBC sagte der Notenbanker, er hält ein Zinsniveau von 2,5 bis 3% für angemessen, das obere Ende dieser Spanne sei aber am besten. Zweimal hat die Fed im laufenden Jahr ihren Schlüsselzinssatz bereits erhöht – zuletzt im Juni auf die Spanne von 1,75 bis 2%. Mit den nächsten Anhebungen wird im September und im Dezember gerechnet.

Sein Kollege Robert Kaplan, Präsident des Fed-Ablegers in Dallas, trat im Sender Fox Business Network dafür ein, dass die Fed ihren Zinserhöhungskurs fortsetzt. Aus Sicht von Kaplan, der im diesjährigen Zinsgremium nicht stimmberechtigt ist, sollte die Fed in den nächsten neun bis zwölf Monaten mindestens drei, vielleicht sogar vier Zinsanhebungen beschließen. Kaplan sieht seine Sicht durch die guten Zahlen am US-Arbeitsmarkt bestätigt.

Wie stark die Fed den Zinssatz anheben wird, dürfte auch davon abhängen, bei welchem Niveau sie den neutralen Zinssatz ansetzt. Dies beschreibt jenen Zinssatz, der weder fördernd, noch bremsend auf die Konjunktur wirkt. Hier gibt es innerhalb der Notenbank unterschiedliche Einschätzungen, diese liegen in der Bandbreite zwischen 2,0 und 3,5%.

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