EU-Chefunterhändler: Brexit-Vertrag könnte bald stehen

11.09.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Britische Wirtschaft startet stark ins zweite Halbjahr

Die Wirtschaft in Großbritannien hat im Juli überraschend stark zugelegt. Wie das nationale Statistikamt (ONS) am Montag berichtete, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vormonat um 0,3% angestiegen. Von den Experten wurde nur eine Stagnation auf dem Wert des Vormonates bei 0,1% erwartet. Besonders die Einzelhandelsumsätze entwickelten sich dank des Wetters gut. Die Unsicherheiten über den Brexit veranlassen aber viele britische Unternehmen dazu, bei Investitionen vorsichtiger vorzugehen.

AMERIKA

Keine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China

Die Differenzen im Handelsstreit zwischen den USA und China haben sich weiter verhärtet. US-Präsident Trump hatte jüngst bekanntgegeben, dass er entschlossen sei, falls nötig praktisch sämtliche Einfuhren aus China mit Strafzöllen zu belegen. Im letzten Monat erst hatte sich das US-Handelsbilanzdefizit mit China deutlich ausgeweitet. Im Gegenzug hat die Regierung in China gedroht, auf jeden weiteren Zollschritt der USA mit entsprechenden Vergeltungsmaßnahmen zu reagieren.

ASIEN

Autoverkäufe in China gehen zurück

Der schwelende Handelskonflikt mit den USA drückt zusehends auf die Stimmung der chinesischen Verbraucher. Besonders wirkt sich das auf die Autobranche aus. Angesichts steigender Preise werden Käufe aufgeschoben. Die Zahl der verkauften Autos sank im August um 7,4 % auf 1,76 Millionen Stück, wie der Branchenverband China Passenger Car Association (CPCA) mitteilte. Bereits im Juli waren um 5,4% weniger Autos als im Vorjahresmonat verkauft worden. Diese Entwicklung wirkt sich zunehmend belastend auf die Branche aus.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE: STRAFZÖLLE KÖNNTEN PRODUKTE VERTEUERN

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar hätten auch Auswirkungen auf einige Produkte des Techriesen. Apple wandte sich deshalb in einem Brief an die US-Handelsvertreter. Die Apple Watch, die Airpods, der Mac Mini wie auch diverses Zubehör seien betroffen. Die Produkte könnten sich dadurch verteuern. In seinem Schreiben gab Apple keine genaue Schätzung darüber ab, wie stark die Zölle die Kosten erhöhen könnten.

Theoretisch könnten Apples beeindruckende Margen, Gewinne und Cashflows die gestiegenen Kosten teilweise absorbieren. Im letzten Quartal erzielte das Unternehmen einen Nettogewinn von rund 11,5 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 53,3 Milliarden.

Das iPhone, Aushängeschild des Konzerns, soll vorerst nicht von den Strafzahlungen betroffen sein. Die wertvollsten Komponenten dieses Produktes kommen aus Taiwan, Japan und den USA selbst. Der US-Präsident reagierte postwendend auf das Schreiben und forderte Apple in Tweet auf in den Staaten zu produzieren.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EU-CHEFUNTERHÄNDLER: BREXIT-VERTRAG KÖNNTE BALD STEHEN

Michel Barnier, Beauftragter der EU-Kommission für die Verhandlungen über den Ausstieg Großbritanniens aus der EU, hält ein Brexit-Abkommen binnen zwei Monaten für machbar. Nach Angaben der britischen Botschaft in Slowenien sagte Barnier bei einer Veranstaltung am Montag, dass es „realistischer Weise“ möglich sein sollte, den Brexit-Vertrag in den nächsten sechs bis acht Wochen zu vereinbaren. Angesichts der notwendigen Ratifizierungsprozesse, sowohl durch das britische als auch das Europa-Parlament sowie die EU-Länder muss eine mögliche Einigung noch vor November erreicht werden, damit das Abkommen bis zum Brexit-Datum Ende März 2019 zu Stande kommt.

Nachdem zuletzt kaum Fortschritte in den Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien erzielt wurden, sorgte die Aussage für Erleichterung an den Devisenmärkten. Sowohl das britische Pfund als auch der Euro legten gegenüber dem Dollar leicht zu.

Die britische Premierministerin Theresa May steht wegen ihrer Brexit-Strategie in ihrer konservativen Partei in der Kritik. Im Juli hatte sie ihre Vorstellungen über das künftige Verhältnis zur EU vorgestellt. Darin enthalten sind eine Freihandelszone mit der EU für Waren und die Beibehaltung eines Teils des gemeinsamen Regelwerks. Dieser Kurs wird von vielen Brexit-Befürwortern als Verrat angesehen, sie verlangen einen klaren Schnitt nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU.

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