Griechenland überlegt frühere Rückzahlung von Schulden

03.10.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Preise auf Erzeugerebene in der Eurozone legen zu

Die Herstellerpreise in der Eurozone haben im August mehr als erwartet zugelegt. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Dienstag berichtete, stiegen die Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat um 0,3% an. Auf Jahressicht lagen die Preise um 4,2% höher.

Als besonders preistreibend erwiesen sich die Kosten für Energie. Sie legten im Monatsvergleich um 0,9%, im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 12,0% zu. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise blieb der Preisauftrieb auf Erzeugerebene stabil auf dem Wert des Vormonates.

Die Herstellerpreise gelten als wichtiger Indikator für die Entwicklung der Inflation. Preisänderungen bei den Herstellern werden früher oder später an den Handel und somit an die Konsumenten weitergegeben.

AMERIKA

US-Notenbankchef will derzeitigen Zinserhöhungskurs beibehalten

Der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, will den bisherigen geldpolitischen Kurs der allmählichen Zinserhöhungen beibehalten. Das gab er am Dienstag auf einer Konferenz in Boston bekannt.

Dabei möchte Powell aber behutsam vorgehen. Er begrüße die jüngsten Anstiege der Löhne, es gebe aber seiner Ansicht nach keine Anzeichen für eine Überhitzung des Arbeitsmarktes. Die geringe Arbeitslosigkeit sollte nicht zu einem derart starken Anstieg der Preise führen, dass aggressive geldpolitische Maßnahmen notwendig wären, sagte der Fed-Chef.

ASIEN

Australien erteilt weniger Baugenehmigungen

Die australische Regierung hat im August weniger Baugenehmigungen erteilt als erwartet. Nach den Daten des australischen Statistikamtes ist die Anzahl der erteilten Baugenehmigungen um 9,4% zurückgegangen. Von den Analysten wurde dagegen ein leichter Anstieg um 1,0% erwartet. Der Wert des Vormonates wurde von -5,2% auf -4,6% nach oben berichtigt. Die Baugenehmigungen gelten als wichtiger Schlüsselindikator für die Bedingungen auf dem Immobilienmarkt.

UNTERNEHMENS-NEWS

SHELL ERSCHLIESST GASFELD IN KANADA

Der britisch-niederländische Ölriese nimmt Milliarden in die Hand und investiert in die Entwicklung eines Gasfeldes in Kanada. In Kooperation mit den Unternehmen Petronas, Mitsubishi, PetroChina und Korea Gas will man das größte Infrastrukturprojekt des Landes stemmen. Das Gasfeld soll vorerst 14 Millionen Tonnen Gas pro Jahr liefern – langfristig sollen es sogar 26 Millionen Tonnen werden. Interessant ist das Projekt auch aufgrund der Lage in West-Kanada. Dadurch würde sich die Lieferzeit beispielsweise nach Asien deutlich verringern. Nämlich von 20 auf 8 Tage.

Bei Royal Dutch Shell geht man davon aus, dass die Nachfrage nach flüssigem Erdgas (LNG) in den kommenden Jahren deutlich zulegen sollte. Der Handel hat sich seit 2000 von 100 Millionen auf 300 Millionen Tonnen verdreifacht und auch die Anzahl der LNG-importierenden Länder ist deutlich gewachsen. Vor allem im asiatischen Raum ist die Nachfrage groß.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

GRIECHENLAND ÜBERLEGT FRÜHERE RÜCKZAHLUNG VON SCHULDEN

Früher als notwendig überlegt die griechische Regierung, Schulden bei der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzuzahlen. Finanzminister Euclid Tsakalotos begründete den Schritt am Dienstag im staatlichen Fernsehen damit, die Kosten für die Schuldentilgung zu reduzieren. Griechenland weist innerhalb der Eurozone die höchste Verschuldungsquote auf. Derzeit belaufen sich die griechischen Staatsschulden auf 180% der Wirtschaftsleistung.

Das Land erhielt seit 2010 insgesamt drei Hilfspakte, darin enthalten waren Kredite im Umfang von rund 280 Milliarden Euro. Rund 12 Milliarden Euro an griechischen Schuldtiteln, mit einer durchschnittlichen Laufzeit von vier Jahren werden von der EZB gehalten. Der IWF hält Schuldtitel im Ausmaß von rund 10 Milliarden Euro mit einer durchschnittlichen Laufzeit von drei Jahren.

Dem griechischen Finanzminister Tsakalotos zu folge, könnte Griechenland einen mittlerweile aufgebauten Puffer von 24 Milliarden Euro für die Rückzahlung seiner Schulden nutzen. Im August des heurigen Jahres hat Griechenland den europäischen Rettungsschirm verlassen und finanziert sich seitdem wieder über die Finanzmärkte.

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