Wirtschaftsnobelpreis für Arbeiten zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum vergeben

09.10.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Unerwarteter Rückgang der deutschen Produktion im August

Das Bundeswirtschaftsministerium teilte am Montag mit, dass deutsche Unternehmen im August um 0,3% weniger produziert haben. Von Ökonomen war ein Anstieg von 0,4% erwartet worden, nachdem Deutschlands Produktion bereits in den Monaten Juni und Juli gesunken war.

Hauptverantwortlich für diesen überraschenden Rückgang ist die Autoindustrie, die mit Schwierigkeiten mit der Umstellung auf den strengeren Abgasmesszyklus WLTP zu kämpfen hat. Da es hohe Auftragsbestände und einen Stau bei der Zulassung von PKW gibt, ist aber zu erwarten, dass sich der Aufschwung der deutschen Industrie bald wieder fortsetzen wird.

AMERIKA

Deutliche Differenzen zwischen USA und China im Handelsstreit

US-Außenminister Mike Pompeo traf am Montag seinen chinesischen Amtskollegen Wang Yi in Peking, um die Führung Chinas von seinem jüngsten Besuch in Nordkorea und die atomaren Abrüstungsbestrebungen zu unterrichten. Bei diesem Besuch traten die Meinungsdifferenzen der beiden Länder im aktuellen Handelsstreit offen zutage.

Wang Yi warf der amerikanischen Regierung in einer gemeinsamen Pressekonferenz vor, den Handelskrieg der beiden Wirtschaftsmächte zu eskalieren. Die US-Regierung verhängte in diesem Jahr Strafzölle auf chinesische Waren im dreistelligen Milliardenwert worauf China mit neuen Abgaben auf US-Importe reagierte.

ASIEN

Chinas Dienstleister wachsen schneller als erwartet

Das Wachstum der chinesischen Dienstleistungsunternehmen hat im September wieder zugelegt. Wie aus dem am Freitag veröffentlichten Bericht des Wirtschaftsmagazins „Caixin“ hervorgeht, ist der entsprechende Einkaufsmanagerindex für die Branche von 51,5 Punkten aus dem Vormonat auf 53,1 Zähler deutlich gestiegen. Dieser Wert liegt damit deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der Dienstleistungssektor macht etwa die Hälfte der Wirtschaftsleistung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft aus, die verstärkte Binnennachfrage soll helfen, die Abhängigkeit der chinesischen Wirtschaft vom Export zu verringern.

UNTERNEHMENS-NEWS

MICROSOFT: EU GENEHMIGT GITHUB-ÜBERNAHME

Medienberichten zufolge werden die Wettbewerbshüter der Europäischen Union dem Softwarekonzern grünes Licht für die Übernahme geben. Auflagen soll es demnach keine geben.

Microsoft gab im Juni bekannt, dass man sich mit dem Onlinedienst Github auf eine Übernahme geeinigt hat. 7,5 Milliarden US-Dollar legt man dafür auf den Tisch. Github ist eine Open-Source-Plattform, die Software-Entwicklungsprojekte bereitstellt. Derzeit arbeiten mehr als 28 Millionen Entwickler an rund 80 Millionen Programmen.

Für Microsoft ist die Akquisition ein bedeutender Schritt. Das Unternehmen hatte den Fokus bis zuletzt auf Standardlösungen gelegt. Die Neuauflagen von Windows gab es immer nur in wenigen Versionen. Mit Github könnte man nun aber vermehrt auf individuelle Lösungen setzten.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

WIRTSCHAFTSNOBELPREIS FÜR ARBEITEN ZU NACHHALTIGEM WIRTSCHAFTSWACHSTUM VERGEBEN

Der Nobelpreis für Wirtschaft geht dieses Jahr an die beiden US-Ökonomen William Nordhaus und Paul Romer. Wie die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag mitteilte, erhielt Nordhaus die Auszeichnung für seine Arbeit zum Klimawandel und Romer für die Einbeziehung technologischer Innovationen in die langfristige makroökonomische Analyse.

Die Akademie würdigte vor allem die Arbeit der beiden Ökonomen rund um Klimawandel, Innovation und Wachstum. Ihre Forschung habe erheblich zum besseren Verständnis von nachhaltigem Wirtschaftswachstum im Zusammenhang mit Klimawandel und technischem Fortschritt beigetragen, so die Akademie. Nordhaus konstruierte dazu spezielle Modelle, die die Wechselwirkungen der beiden Systeme – Klima und Wirtschaft – untereinander analysieren.

Paul Romer, ehemaliger Weltbank-Chefökonom, lehrt derzeit an der Stern School of Business in New York. Sein Modell hat die Grundlage der so genannten endogenen Wachstumstheorie geliefert, welche erklärt, wie aus wirtschaftlichen Aktivitäten technischer Fortschritt entsteht und wie aus diesem Fortschritt langfristiges Wirtschaftswachstum wird.

Der mit neun Millionen schwedischen Kronen (ca. 870.000 Euro) dotierte Preis ist streng genommen kein Nobelpreis, da der schwedische Forscher Alfred Nobel einen Preis für Wirtschaft in seinem Testament nicht erwähnt. Die Auszeichnung wird daher als „Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel“ verliehen.

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