Deutsche Finanzaufsicht: Steuerzahler muss bei Bankpleite nicht mehr zahlen

10.10.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Wachstumsprognosen für Deutschland gesenkt - Richtung aber intakt

Nach dem Internationalen Währungsfonds (IWF) hat am Dienstag auch das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) seine Prognosen für das deutsche Wirtschaftswachstum gesenkt. Die Erwartungen von jeweils 2,1% Wachstum für das heurige und nächste Jahr mussten auf 1,9% in diesem Jahr und auf 2,0% für 2019 reduziert werden.

Die Dynamik lässt zwar etwas nach, trotzdem bleibt der Aufschwung intakt und dürfte der längste seit der Wiedervereinigung Deutschlands werden. Positiv wird vom IMK bemerkt, dass sich die Abhängigkeit der deutschen Konjunktur vom Außenhandel reduziert hat, auch wenn Deutschland eine Exportnation bleibt.

AMERIKA

US-Handelsstreitigkeiten belasten laut IWF das globale Wirtschaftswachstum

Der internationale Währungsfonds (IWF) reduzierte am Dienstag seine Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum für heuer und das nächste Jahr um 0,2% auf 3,7 Prozentpunkte. Laut IWF kann die Weltwirtschaft zwar noch das Wachstumstempo des Jahres 2017 beibehalten, allerdings ist die Expansion inhomogener geworden und einige Volkswirtschaften dürften den Zenit des Konjunkturwachstums überschritten haben.

Die größten Belastungsfaktoren für das globale Wirtschaftswachstum werden vom IWF in den Handelskonflikten der USA mit den größten Wirtschaftsmächten der Welt, sowie im Brexit und im Anstieg der US-Renditen gesehen. Die Wachstumsrückgänge wirken sich für die IWF-Experten auf etablierte Industrienationen jedoch deutlich schwächer aus als auf Schwellen- und Entwicklungsländer wie Südafrika oder die Türkei.

UNTERNEHMENS-NEWS

MICROSOFT INVESTIERT IN MITFAHRDIENST

Der US-amerikanische Softwareriese beteiligt sich an Grab, einer südostasiatischen Car-Sharing Plattform und einem Uber-Konkurrenten. Über die Höhe der Beteiligung wurden keine Angaben gemacht, man befindet sich jedoch in prominenter Gesellschaft. Der japanische Konzern Softbank wie auch Toyota unterstützen Grab. Bis zum Ende des Jahres wollen die Asiaten in Summe drei Milliarden US-Dollar einsammeln.

Im Zuge der Partnerschaft wollen beide Firmen enger in den Bereichen Big-Data und künstliche Intelligenz zusammenarbeiten. Grab hat sich ambitionierte Ziele gesteckt. Man will das Grundgeschäft mit Fahrdienstvermittlungen auch auf Finanzdienste ausweiten und grundsätzlich stark auf technologiegesteuerte Services setzen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

DEUTSCHE FINANZAUFSICHT: STEUERZAHLER MUSS BEI BANKPLEITE NICHT MEHR ZAHLEN

Für Bankenpleiten muss der deutsche Steuerzahler nach Einschätzung der Finanzaufsicht Bafin nicht mehr geradestehen. Zehn Jahre nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers erachtet Bafin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch das Problem zu großer Bankinstitute („Too-big-to-fail“) für weitgehend gelöst: „Alle an den Finanzmärkten wissen: Man kann nicht mehr davon ausgehen, dass der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird“, meinte Pötzsch, bei der Bafin zuständig für Bankenabwicklung und Geldwäsche, gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagsausgabe).

Infolge der neuen Abwicklungsmechanismen sei es inzwischen darstellbar, auch ein großes Geldhaus abzuwickeln, ohne die Steuerzahler zur Kasse zu bitten oder an den Finanzmärkten Verwerfungen auszulösen. „Unser Ziel ist es, solche Reaktionen zu vermeiden. Der Markt weiß, dass das Abwicklungsregime existiert.“

Dennoch würde die Aufsicht genau hinsehen, sobald sich große Banken zu noch größeren Instituten zusammenschlössen. „Man kann nicht sagen, dass Fusionen per se schlecht sind, aber wenn Banken fusionieren, werden wir uns das genau anschauen“, sagte Pötzsch. „Die Fragen, die sich dann stellen, bleiben gleich: Sind die Einheiten abwickelbar? Und sind die Daten rechtzeitig vorhanden?“ Zweifelsohne lasse die Verfügbarkeit aktueller und verlässlicher Kennzahlen in einzelnen Fällen noch zu wünschen übrig.

Haftungsausschluss

Dieser Breakfast Wrap ist eine freie Zusammenstellung von Informationen über allgemeine volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen. Er ist keine Grundlage für Anlageentscheidungen, etwa den Erwerb von spezifischen Produkten. Dieser Breakfast Wrap stellt in keinem Fall eine Empfehlung oder Meinungsäußerung der Capital Bank hinsichtlich bestimmter Anlageformen oder Anlagestrategien oder deren Angemessenheit dar. Individuelle Anlageentscheidungen setzen vielmehr die vorherige anleger- und objektgerechte Beratung sowie umfassende Risikoaufklärung voraus. Dieser Breakfast Wrap stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Informationen beruhen auf sorgfältig ausgesuchten Quellen; die aus diesen Quellen übernommenen Informationen wurden nicht überprüft. Es wird insbesondere keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernommen. Die Auswahl und Aufnahme der Informationen lässt keine Rückschlüsse auf Meinungen und Prognosen seitens der Capital Bank zu. Haftungs- oder Schadenersatzansprüche, welche aus der Nutzung oder Nichtnutzung bzw. aus der Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen resultieren, sind ausgeschlossen.

« zurück