Großbritannien und EU vor möglichem Kompromiss bei den Brexit-Verhandlungen

11.10.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Überraschende Steigerung der italienischen Produktion

Italiens Statistikamt teilte am Mittwoch mit, dass die Produktion des Landes im August gegenüber dem Vormonat um 1,7% gestiegen ist. Die von Reuters befragten Ökonomen waren von einer Steigerung von 0,8% ausgegangen, nachdem es im Vormonat sogar ein Minus von 1,6% gegeben hatte. Der Zuwachs im August war der dritte innerhalb von vier Monaten obwohl viele Fabriken in den Sommerferien geschlossen bleiben.

AMERIKA

US-Erzeugerpreise im September um 0,2% höher

Gemäß dem US-Arbeitsministerium sind die Preise der US-Erzeuger im September im Vergleich zum Vormonat um 0,2% gestiegen. Damit sind die Preise in den vergangenen 12 Monaten um 2,6% gestiegen. Volkswirte hatten auf Monatsbasis, wie veröffentlicht, einen Anstieg um 0,2% erwartet und im Jahresvergleich von 2,8%. Die Kernrate erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 0,2% und auf das Jahr hochgerechnet um 2,5%.

UNTERNEHMENS-NEWS

LVMH WÄCHST WEITER

Der Luxusgüterkonzern legte zum Start der Berichtssaison gute Zahlen vor. Der Umsatz konnte im abgelaufenen Geschäftsquartal auf 11,4 Milliarden Euro gesteigert werden. Das entspricht einem Anstieg von rund 10% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und liegt damit im Bereich der Erwartungen der Analysten.

Gut lief es für LVMH in der Mode- und Lederwarensparte. Aber auch das Geschäft mit Spirituosen konnte zulegen. Der Konzern selbst zeigte sich jedoch zurückhaltend. Vor allem im Hinblick auf geopolitische Entwicklungen wolle man weiter vorsichtig sein. An der Börse wurden die Nachrichten weniger gut aufgenommen. Die Anleger machten sich Sorgen über eine Verlangsamung des Wachstums im für LVMH wichtigen Absatzmarkt China.

NOVARTIS VERÖFFENTLICHT STUDIENDATEN ZU CRIZANLIZUMAB

Der Schweizer Pharmariese präsentierte jüngst positive Studiendaten seinem neuen Medikament Crizanlizumab. Dies könnte zukünftig in der Behandlung von Sichelzellenkrankheiten zum Einsatz kommen. Die Analyse zeigte demnach, dass mehr Patienten keine vaso-okklusive Krisen (schmerzhafte Komplikationen) hatten, wenn sie mit Crizanlizumab statt mit einem Placebo behandelt wurden. 2019 will Novartis für das Medikament die Zulassung der FDA beantragen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

GROSSBRITANNIEN UND EU VOR MÖGLICHEM KOMPROMISS BEI DEN BREXIT-VERHANDLUNGEN

Der EU-Verhandlungsleiter Michel Barnier präsentierte am Mittwoch den jüngsten Stand der Brexit-Verhandlungen. Während Barnier noch von erheblichen Kraftanstrengungen vor dem Sondergipfel in Brüssel sprach, konnten die EU-Unterhändler bereits leichte Entwarnung geben.

In die über längere Zeit festgefahrenen Verhandlungen mit Großbritannien kam nach dem Parteitag der Konservativen Bewegung. Die Europäische Union besteht laut aktuellen Informationen nicht mehr auf einen neuen Vorschlag Londons, wie der Grenzverkehr zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs geregelt werden soll. Die Unterhändler beider Parteien versuchen den derzeitigen Vorschlag der Briten dahingehend abzuändern, dass ein Durchbruch für die letzte große Hürde bis spätestens nächsten Montag erzielt werden kann.

Während ein möglicher Kompromiss beim Sondertreffen der EU-Botschafter in Luxemburg Ende nächster Woche höchstwahrscheinlich ohne Gegenstimmen akzeptiert wird, steht Premierministerin May vor einer umso größeren Kraftanstrengung. Der Austrittsvertrag muss im britischen Unterhaus mit einer einfachen Mehrheit von 320 Stimmen angenommen werden. Bei den 315 konservativen Parlamentsabgeordneten werden aber 40 Parteimitglieder gegen den neuen Kompromiss stimmen. Daher ist es für Theresa May äußerst wichtig, Unterstützung von der oppositionellen Labour-Partei zu bekommen.

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