EZB sorgt sich vor zunehmendem Protektionismus im Welthandel

12.10.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Geringere Inflation in Frankreich

Das französische Statistikamt Insee veröffentlichte am Donnerstag die nach europäischen Standards berechnete Inflationsrate Frankreichs für den Monat September mit einem Wert von 2,5%. Dieser war von Analysten so erwartet worden und ist leicht geringer als im August als die Teuerung noch 2,6% betrug. Da Frankreichs Inflation im Vormonat den höchsten Stand seit März 2012 erreichte, handelt es sich jedoch nur um eine kleine Abschwächung auf hohem Niveau.

AMERIKA

Rückläufige US-Inflation im September

Laut Arbeitsministerium sind die Verbraucherpreise in den USA im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,3% gestiegen. Der Preisdruck hat sich etwas stärker abgeschwächt als von Experten erwartet, die von einem Anstieg von 2,4% nach 2,7% im August ausgegangen sind.

Ursache für den leichten Rückgang der Inflation in den USA sind etwas langsamer steigende Mieten und Energiepreise. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die US-Notenbank Fed die Leitzinsen heuer noch einmal und im Jahr 2019 drei Mal erhöhen wird.

ASIEN

Neue Drohung von US-Präsident Trump im Handelskrieg

In einem Interview mit dem Sender Fox News erklärte Donald Trump, dass seine Wirtschafts- und Handelspolitik die chinesische Volkswirtschaft schon getroffen habe und er in der Lage sei, noch viel mehr zu machen. US-Präsident Trump wirft den Chinesen Marktabschottung und unfaire Praktiken zur Unterstützung der eigenen Wirtschaft sowie Technologiediebstahl vor. Am Rande der derzeit auf Bali stattfindenden IWF-Jahrestagung erklärte der deutsche Finanzminister Olaf Scholz, dass er auf Gespräche zur Beendigung des Handelsstreits zwischen den USA und China hoffe.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE KAUFT TEILE VON DIALOG SEMICONDUCTOR

Der deutsch-britische Chip-Entwickler Dialog Semiconductor tritt einen Teil seiner Patente und 300 Ingenieure an Apple ab. Diese haben bereits an Chips für das iPhone von Apple gearbeitet. Dialog erhält dafür 600 Millionen Dollar – 300 Millionen davon sind als Vorschuss für Chips zu sehen, die Apple in den kommenden drei Jahren bei Dialog kaufen will. Die zuvor gebeutelte Dialog-Aktie stieg daraufhin um 33%.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EZB SORGT SICH VOR ZUNEHMENDEM PROTEKTIONISMUS IM WELTHANDEL

Wie aus dem gestern veröffentlichten EZB-Protokoll der September-Sitzung hervorgeht, haben die Währungshüter das Thema Protektionismus bei der letzten Notenbanksitzung umfassend diskutiert. Man sorge sich, dass die Handelskonflikte in weiterer Folge zu einem generellen Vertrauensrückgang in der Weltwirtschaft führen könnten.

Nach der letzten Notenbanksitzung hatte EZB-Chef Mario Draghi gesagt, dass Unsicherheiten im Zusammenhang mit zunehmenden Protektionismus sowie Anfälligkeiten der Schwellenländer und auch Schwankungen an den Finanzmärkten an Bedeutung gewonnen haben. Bei der Sitzung selbst hieß es in der Einschätzung von Seiten der Währungshüter jedoch, dass sich Chancen und Risiken für die Wirtschaft im Euro-Raum aktuell immer noch die Waage halten würden. Es gab laut Protokoll aber durchaus auch skeptischere Stimmen.

Beschlossen wurde bei der Sitzung auch das Auslaufen der Anleihekäufe, wenn die Wirtschaft es erlaubt. Mit dieser Formulierung behält sich die Notenbank die Möglichkeit, anders zu reagieren, sollte sich die Wirtschaft eintrüben. Den Leitzins wollen die Währungshüter noch bis mindestens Sommer 2019 auf dem derzeitigen Niveau von 0,0% belassen.

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