Berlin und Ankara möchten gemeinsame Wirtschaftsbeziehungen verbessern

25.10.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Kreditvergabe an Unternehmen im Euroraum steigt im September

Die Banken haben im September wieder mehr Kredite an die Unternehmen in der Eurozone weitergereicht. Nach Mitteilung der Europäischen Zentralbank (EZB) stieg die Kreditvergabe an nicht-finanzielle Unternehmen mit einer Jahresrate von 4,3% an.

Das vergebene Kreditvolumen an private Haushalte stieg wie im August auf Jahressicht um 3,1%. Kredite für Immobilienkäufe legten dabei um 3,2% zu, die privaten Konsumentenkredite stiegen um 6,6% an. Die gesamte Kreditvergabe im Euroraum wuchs mit einer Jahresrate von 3,1%, der Zuwachs bei den Krediten an die öffentliche Hand betrug 3,2%.

AMERIKA

US-Wirtschaft wächst im Oktober wieder stärker

Das Wachstum der US-Wirtschaft hat im Oktober wieder Fahrt aufgenommen. Der vom IHS Markit-Institut berechnete Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft (Industrie und Dienstleister gemeinsam) legte von 53,9 Punkten aus dem Vormonat auf 54,8 Zähler zu und bleibt damit deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Das schwächere Ergebnis des Vormonates führte IHS-Chefökonom Chris Williamson vor allem auf das schlechte Wetter zurück, für das Wirtschaftswachstum sieht er eine annualisierte Rate von 2,5%.

ASIEN

Preise für Unternehmensdienstleistungen in Japan steigen wie erwartet

Die Preise für Unternehmensdienstleistungen sind in Japan im Rahmen der Erwartungen gestiegen. Der von der japanischen Notenbank veröffentlichte Preisindex für Unternehmensdienstleistungen (CSPI) stieg im Jahresvergleich um 1,2% an. Dieser Wert wurde auch von den Analysten erwartet. Der CSPI-Index bietet eine gute Übersicht über das Angebot und die Nachfragebedingungen in der Dienstleistungsbranche.

UNTERNEHMENS-NEWS

SIEMENS: ALSTOM-DEAL STÖSST WOMÖGLICH AUF WIDERSTAND

Die Wettbewerbshüter der Europäischen Union dürften wohl Bedenken über die Zusammenlegung der Zugsparte von Siemens mit dem französischen Konkurrenten Alstom äußern. Ihrer Einschätzung zufolge könnte sich diese negativ auf die derzeitige Wettbewerbssituation auswirken und in weiterer Folge möglicherweise zu steigenden Preisen führen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Siemens wollte sich zu diesem Bericht nicht äußern und Alstom verwies darauf, dass man noch kein offizielles Statement dazu erhalten habe.

Die Zusammenlegung der Zugsparte von Siemens und Alstom wurde bereits im September des letzten Jahres angekündigt. Ursprünglich war ein Abschluss der Transaktion bis zum Ende dieses Jahres vorgesehen. Die beiden Unternehmen hatten jedoch erst vor kurzem erklärt, dass es zu Verzögerungen kommen werde und sich die endgültige Übernahme verzögern wird. Mit der neu geschmiedeten Allianz will man sich gegen den großen Konkurrenten CRRC aus China behaupten. Dieser hat bereits die Überhand am US-Markt gewonnen und will auch in Europa verstärkt Fuß fassen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

BERLIN UND ANKARA MÖCHTEN GEMEINSAME WIRTSCHAFTSBEZIEHUNGEN VERBESSERN

Die heutige Türkeireise von Deutschlands Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist als Antwort auf den Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan Ende September in Berlin zu sehen und soll das schwierige politische Verhältnis beider Nationen wieder verbessern.

Die deutsche Wirtschaftsdelegation umfasst rund 40 Firmenchefs und unterstreicht die Bedeutung der Türkei als einer der größten Handelspartner. Die Direktinvestitionen der rund 7250 deutschen Firmen lagen 2017 jedoch nur noch bei 295 Millionen Dollar und somit deutlich unter den Vorjahreswerten. Dieter Kempf, Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), forderte daher Ankara auf, zur Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit zurückzukehren und mit wichtigen wirtschaftlichen Reformmaßnahmen zu beginnen.

Peter Altmaier wird in der Türkei das erste Deutsch-Türkische Wirtschaftsforum eröffnen und Gespräche über eine mögliche Erweiterung des EU-Freihandelsabkommens auf Agrarprodukte und Dienstleistungen mit seinem türkischen Amtskollegen führen. Während sich Ankara dadurch Verbesserungen bei den Exporten erhofft, zielt die deutsche Delegation auf die Modernisierung der türkischen Staatsbahnen ab. Für den Bau neuer Schnellfahrstrecken wird die Türkei in den kommenden Jahren, Aufträge in der Höhe von knapp 35 Milliarden Euro vergeben.

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