EZB behält Zinsen auf Rekordtief und bekräftigt Ausblick

29.10.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Konsumlaune in Deutschland hält sich weiter auf hohem Niveau

Die Kauflaune der deutschen Konsumenten bleibt weiter ungebrochen. Das Stimmungsbarometer für das Konsumklima des GfK-Marktforschungsinstitutes verharrt im November, kurz vor Beginn des Weihnachtsgeschäftes bei 10,6 Punkten. Für Anschaffung von teuren Gütern wie Autos und Möbel hat die Kaufbereitschaft sogar noch zugelegt. Für den Einzelhandel gelten die Monate November und Dezember als die umsatzstärksten Monate des Jahres. Dank der guten Arbeitsmarktlage und solide steigenden Löhnen und Gehältern, sieht GfK-Experte Rolf Bürkl weiterhin ein hohe Bereitschaft der Konsumenten, ihr Geld auszugeben und damit die Wirtschaft anzukurbeln.

AMERIKA

Wachstum der US-Wirtschaft bleibt weiter robust

Das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich im dritten Quartal, dank stark gestiegener Konsumausgaben weiter robust gezeigt. Schwächere Investitionen der Unternehmen, sowie leicht rückläufige Exporte konnten durch sehr konsumfreudige Verbraucher ausgeglichen werden. Nach Zahlen des US-Handelsministeriums vom Freitag erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September auf das Jahr hochgerechnet um 3,5%. Im zweiten Quartal betrug das Wachstum 4,2%, im ersten Quartal des Jahres betrug das Wirtschaftsplus 2,2%. Der private Konsum erzielte mit einem Plus von 4,0% im dritten Quartal das stärkste Wachstum seit beinahe vier Jahren. Gute Arbeitsmarktbedingungen und ein stabiles Lohnwachstum treiben die Ausgaben der Verbraucher an. Amerikas Konsumenten erwirtschaften etwa zwei Drittel des gesamten BIP des Landes.

 

ASIEN

Einzelhandel in Japan steigert Umsätze im September wie erwartet

Die Einzelhändler in Japan haben auch im September gute Geschäfte gemacht. Wie das Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) am Montag bekannt gab, konnten die Umsätze auf Jahressicht um 2,1% gesteigert werden. Dieser Wert wurde auch von den Analysten erwartet. Im Vormonat betrug das Umsatzplus im Jahresvergleich 2,7%. Die Umsätze im Einzelhandel gelten als wichtiger Indikator für die Konsumentenausgaben und das damit verbundene Verbrauchervertrauen.

UNTERNEHMENS-NEWS

CLOUD BEFLÜGELT MICROSOFT

Der US-Amerikanische Softwareriese blickt auf ein starkes Quartal zurück. Dank eines florierenden Cloud-Geschäfts und einer starken Nachfrage nach dem Softwarepaket Office 365 kletterte der Nettogewinn um 34% auf 8,8 Milliarden US-Dollar. Die Erlöse stiegen mit 19% vergleichsweise nur gering auf 29,1 Milliarden US-Dollar. Hier machten sich aber Währungseffekte negativ bemerkbar.

 

Für Microsoft zahlt sich die verstärkte Ausrichtung auf das Cloud-Geschäft aus. Die Plattform Azure und auch die dazugehörigen Softwarepakete Office 365 und Dynamic 365 sind die größten Wachstumstreiber bei den Amerikanern. Im abgelaufenen Geschäftsquartal stiegen die Erlöse in diesem Geschäftsbereich um 76% im Vergleich zum Vorjahr. Hinter dem Branchenprimus Amazon ist Microsoft die Nummer Zwei im Cloud-Markt.

USA UND BRASILIEN LASTEN AUF ANHEUSER BUSCH

Der Bierriese musste im abgelaufenen Geschäftsquartal einen Rückschlag hinnehmen. Die Erlöse des Konzerns gingen von 14,7 Milliarden US-Dollar auf 13,3 Milliarden zurück. Auch der Gewinn sackte ab. Somit verfehlte man die Erwartungen der Analysten deutlich. Vor allem in den wichtigen Märkten USA und Brasilen ging die Nachfrage zurück.

 

Anheuser-Busch reagierte darauf mit einer Kürzung der Dividende. Statt der angedachten 1,60 Euro pro Anteilsschein gibt es nun nur 80 Cent. Die Schlussdividende für das Gesamtjahr soll einen Euro betragen. Für Finanzchef Felipe Dutra ist nun der richtige Zeitpunkt um die Kürzung vor zu nehmen. Mit den frei gewordenen Mittel soll die Verschuldung gesenkt werden.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EZB BEHÄLT ZINSEN AUF REKORDTIEF UND BEKRÄFTIGT AUSBLICK

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich wie erwartet zu keiner geldpolitischen Neuausrichtung durchgerungen. Die Währungshüter beließen den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld am Donnerstag auf dem Rekordtief von 0,0%. Dort liegt er bereits seit März 2016. Der so genannte Einlagensatz bleibt zudem bei minus 0,4%. Banken müssen also weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie über Nacht überschüssiges Geld bei der Notenbank parken. Volkswirte rechnen damit, dass die Zentralbank diese Strafzinsen für Kreditinstitute verringern wird. Davon abgesehen will sich die EZB nur langsam von ihrer ultra-lockeren Geldpolitik verabschieden.

 

Die Währungshüter bekräftigten nach der Zinssitzung in Frankfurt, zuerst das vor allem in Deutschland umstrittene Anleihekaufprogramm bis zum Jahresende einzustellen, sofern der konjunkturelle Motor nicht ins Stocken gerät. Von Oktober an wurde das monatliche Kaufvolumen bereits auf 15 Milliarden Euro halbiert. Aber auch nach dem eigentlichen Ende der Transaktionen will die EZB die Einnahmen aus fällig werdenden Titeln noch für längere Zeit in Anleihen reinvestieren. Die Wertpapierkäufe sind seit März 2015 die stärkste Waffe der EZB, um der Konjunktur in der Eurozone auf die Sprünge zu helfen und für eine höhere Inflation zu sorgen. Mittlerweile wächst die Wirtschaft in der Euro-Zone wieder deutlich, auch wenn einige Daten zuletzt ein moderateres Tempo andeuteten.

 

Die Euro-Wächter streben eine Teuerungsrate von knapp 2% als Idealwert für die Wirtschaft an. In den vergangenen Monaten lagen sie meist nahe an diesem Zielwert. Die Notenbank bestätigte zudem den Zinsausblick. Demnach will sie die Schlüsselsätze noch bis mindestens „über den Sommer 2019“ hinaus auf dem aktuellen Niveau lassen. Der Leitzins liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0%.

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