EU-Ratspräsidentschaft will Zeitumstellung erst 2021 abschaffen

30.10.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Ifo-Beschäftigungsindex in Deutschland bleibt weiter auf hohem Niveau

Deutschlands Unternehmen stocken auch im Oktober ihre Personalstände weiter auf. Der vom Ifo-Institut berechnete Beschäftigungsindex blieb mit einem Stand von 104,6 Punkten nur gering unter dem Wert des Vormonates mit 104,8 Zählern. Großer Personalbedarf herrscht nach wie vor im Bauhauptgewerbe, hier kletterte der Index auf einen neuen Höchststand. Trotzdem haben sehr viele Unternehmen Probleme, geeignete Arbeitskräfte zu finden. Von einem Fachkräftemangel berichten auch viele Industriebetriebe und Dienstleistungsunternehmen.

AMERIKA

Private Ausgaben in den USA steigen im September wie erwartet

Die amerikanischen Konsumenten haben im September ihre privaten Ausgaben wie erwartet erhöht. Nach Zahlen des US-Handelsministeriums stiegen die privaten Ausgaben zum Vormonat um 0,4% an. Für den Vormonat wurde der Wert von 0,3% auf 0,5% nach oben berichtigt. Die Steigerung der Einkommen blieb mit plus 0,2% etwas hinter den Erwartungen von plus 0,4% zurück. Die Inflationsrate verharrte in der Kernrate (ohne schwankungsanfällige Energiepreise) bei 2,0% und erfüllt damit weiterhin das von der US-Notenbank angepeilte Inflationsziel

ASIEN

Japans Arbeitslosenquote geht weiter zurück

Der Arbeitsmarkt in Japan hat sich im September in guter Verfassung gezeigt. Wie aus den Regierungsdaten vom Dienstag hervorgeht, ist die Arbeitslosenrate im September von 2,4% aus dem Vormonat auf 2,3% zurückgegangen. Die Prognosen der Analysten lagen bei einer Stagnation auf dem Wert des Vormonates. Auch die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften bleibt weiter hoch. Das Barometer für das Verhältnis von Jobs und Bewerbern stieg im September auf 1,64 - demnach gibt es 1,64 offene Stellen für jeden, der Arbeit sucht. Diese guten Arbeitsmarkdaten dürften künftig auch die Konsumausgaben weiter anschieben.

UNTERNEHMENS-NEWS

BASF MUSS GEWINNRÜCKGANG HINNEHMEN

Der deutsche Chemieriese blickt auf ein herausforderndes drittes Quartal zurück. In den Monaten Juli bis September ging der bereinigte operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14% auf 1,5 Milliarden Euro zurück. Das Geschäft mit Basischemikalien schwächelte. Aber auch gestiegene Transportkostenkosten und Produktionseinschränkungen, die durch den niedrigen Pegelstand des Rheins hervorgerufen wurden belasteten. Die Erlöse legten hingegen bei BASF dank gestiegener Preise zu. Diese liegen nun bei 15,6 Milliarden Euro – das entspricht einem Plus von 8%.

 

Die Erwartungen für das Gesamtjahr wurden von Seiten des Konzerns bestätigt. Man rechnet somit weiterhin mit einem leichten Anstieg der Erlöse. Der bereinigte Betriebsgewinn soll leicht unter dem Vorjahresniveau liegen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EU-RATSPRÄSIDENTSCHAFT WILL ZEITUMSTELLUNG ERST 2021 ABSCHAFFEN

Die österreichische EU-Ratspräsidentschaft tritt einem Bericht der Agentur Reuters zufolge bei der Debatte über eine schnelle Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung auf die Bremse. Statt den Wechsel wie von der EU-Kommission angeregt schon im nächsten Jahr zu beenden, habe man eine Verschiebung auf 2021 vorgeschlagen, sagte Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer am Montag nach einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen in Graz. Unternehmen wie etwa Fluggesellschaften benötigten für die Umstellung eine längere Vorlaufzeit. Darüber hinaus befürchteten einige Länder die fehlende Abstimmung zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten bei der Umsetzung.

Das Wort von Österreich hat besonderes Gewicht, nachdem das Land bis Jahresende die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehat und die europäische Gesetzgebung koordiniert. Im August schlug Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vor, die Zeitumstellung abzuschaffen. Bislang stellen alle Europäer die Uhren wie voriges Wochenende im Herbst eine Stunde zurück und im März wieder eine Stunde vor. Eingeführt wurde der Wechsel, um das spärliche Tageslicht an Wintertagen besser zu nutzen und so Strom zu sparen. Der Nutzen wird bezweifelt, und stattdessen klagen Bürger über körperliche Beschwerden nach der Umstellung. Der Zeitplan der Kommission ist straff gesteckt. Bis April haben sich die Staaten festzulegen, ob sie dauerhaft zur Sommer- oder Winterzeit wechseln. Im Oktober 2019 wäre dann die letzte Umstellung. Beschlossen ist das Ganze aber noch lange nicht, da Kommission, Parlament und Mitgliedstaaten sich einig werden müssen. Nach Aussagen von Hofer signalisierte in den Beratungen eine Mehrheit der 28 Mitgliedsländer Unterstützung für die Abschaffungspläne. Großbritannien, Polen und Schweden seien aber sehr skeptisch gewesen. Um die Bedenken zu zerstreuen, habe er die Einrichtung eines Koordinators und eine Sicherheitsklausel vorgeschlagen, nach der bei Uneinigkeit der gesamte Prozess neu unter der Aufsicht der Kommission aufgerollt würde. Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer nahm an der Diskussion nicht teil und ließ sich vertreten. Sein Regierungskollege, der deutsche Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier machte sich wiederholt dafür stark, auf die Zeitumstellung zu verzichten.

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