Wachstum in der Eurozone bleibt hinter den Erwartungen zurück

31.10.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Inflation in Deutschland steigt auf 10-Jahres Hoch

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Oktober auf den höchsten Stand seit über 10 Jahren gestiegen. Wie das statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte, stieg die Inflationsrate im Jahresvergleich um 2,5% an. Das bedeutet die höchste Rate seit dem September 2008. Im Vormonat lag die Teuerung noch bei 2,3%. Auch auf Monatssicht lag das Preisniveau um 0,2% höher als im September. Die Verbraucherpreise der größten Volkswirtschaft im Euroraum liegen damit weiter deutlich über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank, die Notenbank strebt für die gesamte Eurozone eine Inflationsrate von knapp 2,0% an.

AMERIKA

Konsumentenstimmung in den USA bleibt weiter sehr hoch

Die Stimmung unter den amerikanischen Verbrauchern hat sich auch im Oktober weiter deutlich verbessert. Der vom privaten Marktforschungsinstitut Conference Board erhobene Index für die Verbraucherstimmung in den USA stieg im Oktober um 2,6 Punkte auf 137,9 Zähler. Damit erreicht der Stimmungsindikator den höchsten Stand seit dem September 2000. Die Beurteilung der aktuellen Lage, ebenso wie die zukünftigen Erwartungen hat sich bei den US-Verbrauchern im Oktober verbessert. Von den Experten wird die gute Stimmung unter den Konsumenten auf die gute Arbeitsmarktlage und die steigenden Löhne zurückgeführt.

ASIEN

Japans Notenbank hält weiter an lockerer Geldpolitik fest

Die japanische Notenbank hat in ihrer Sitzung am Mittwoch die Fortsetzung ihrer lockeren Geldpolitik bestätigt und wie erwartet die kurzfristigen Zinssätze bei -0,1% zu belassen. Gleichzeitig bekräftigte die Bank of Japan (BoJ) eine weitere Beibehaltung des sehr niedrigen Zinsniveaus für einen längeren Zeitraum. In ihrem Prognosebericht hielt die Notenbank auch weitgehend an ihren Preiserwartungen fest. Sie erwartet ein Erreichen des angestrebten Inflationszieles von knapp 2,0% erst im März 2021.

UNTERNEHMENS-NEWS

COCA COLA MIT GEWINNSPRUNG IM ERSTEN QUARTAL

Der US-amerikanische Getränkeriese konnte trotz eines Umsatzrückganges mehr verdienen als noch im Jahr zuvor. Unter dem Strich stieg der Gewinn in den Monaten Juli bis September um knapp 30% auf 1,9 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Im Gegenzug sank der Umsatz um 9% auf 8,25 Milliarden US-Dollar. Hier macht sich jedoch der Verkauf einiger Abfüllbetriebe bemerkbar. Vor allem gute Geschäfte mit Limonaden ohne Zucker beflügelten Coca Cola. Die Anleger zeigten sich über diese Entwicklungen erfreut: die Aktie schloss mit einem Plus von 2,52%.

GE MIT TURBULENTEM QUARTAL

Der Industrieriese musste im abgelaufenen Geschäftsquartal im Kraftwerksgeschäft Abschreibungen in Milliardenhöhe vornehmen und daraufhin auch einen Verlust von 22,8 Milliarden US-Dollar hinnehmen. Infolge dessen kommt es bei General Electric nun zu einer Dividendenkürzung. Anleger werden künftig nur mehr einen Cent pro Quartal erhalten. Zuvor waren es noch 12 Cent. Unter den Anlegern war zwar schon mit diesem Schritt gerechnet worden, dennoch verlor der Titel gestern deutlich an Boden.

 

Neo CEO Larry Culp kündigte einen drastischen Umbau der Kraftwerkssparte und ein rigoroses Sparprogramm an. Seine Priorität sei es den Konzern binnen 100 Tagen wieder auf die Siegerstraße zu bringen. Ein Ausblick auf das Gesamtjahr wurde vorerst nicht gegeben.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

WACHSTUM IN DER EUROZONE BLEIBT HINTER DEN ERWARTUNGEN ZURÜCK

Laut der am Dienstag veröffentlichten Schätzung des statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone im 3. Quartal um 0,2% gegenüber dem Vorquartal zu. Im 2. Quartal war das BIP im Euroraum noch um 0,4% gestiegen. Das Wachstum im 3. Quartal entspricht dem niedrigsten Wert seit dem 2. Quartal 2014, noch vor Beginn des Anleihekaufprogrammes der EZB.

 

Italiens Wirtschaft, die drittgrößte Volkswirtschaft innerhalb der Eurozone, stagnierte im 3. Quartal, entgegen der Vorhersagen, die von einem kleinen Plus ausgegangen waren. Den leicht positiven Beiträgen des Dienstleistungssektors und der Agrarwirtschaft stehen leicht negative Beiträge des verarbeitenden Gewerbes und der industriellen Produktion entgegen. Italiens Premier Guiseppe Conte zeigte sich von der aktuellen Entwicklung wenig überrascht und meinte Medien gegenüber, mit dieser Entwicklung gerechnet zu haben. Der expansive Haushaltsplan solle diesen Trend ändern, so Conte. Die aktuellen Schätzungen stellen für die italienische Regierung eine Herausforderung dar, wurde doch für das laufende Jahr ein BIP-Wachstum von 1,2% und für das kommende Jahr ein Wachstum von 1,5% prognostiziert. Auf Grund des schwächeren Wachstums könnte das Defizit im kommenden Jahr über dem geplanten Defizit von 2,4% des Bruttoinlandsprodukts liegen.

 

In Frankreich, nach Deutschland der zweitgrößten Volkswirtschaft innerhalb der Eurozone, betrug das Wachstum im 3. Quartal 0,4% und konnte damit im Vergleich zu den beiden Vorquartalen (jeweils +0,2%) zulegen. Getragen wurde das Wachstum vor allem vom privaten Konsum (+ 0,5% im Vergleich zum Vorquartal) und den Unternehmensinvestitionen (+ 1,4%).

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