EZB-Bankenaufsicht mahnt Banken vor Stresstest – Rentabilität stärken

02.11.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Bank of England belässt Leitzins unverändert

Die Währungshüter der Bank of England (BoE) haben am Donnerstag einstimmig beschlossen, ihre derzeitige Geldpolitik nicht zu ändern und belassen daher den Leitzins bei 0,75%. Zukünftige Zinsanhebungen sollen über die nächsten Jahre begrenzt und schrittweise erfolgen. In ihrem Statement hat die BoE betont, dass das zukünftige Wachstum des Landes vor allem durch die Art und Weise des EU-Austrittes abhängen wird. Ein ungeordneter Austritt aus der EU könnte zu Unterbrechungen der Lieferketten und zu teuren Umstellungen bei den Produktionsabläufen führen. Für das laufende Jahr erwartet die Notenbank einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,3%.

AMERIKA

Wachstum der US-Industrie verlangsamt sich etwas

Die Betriebe der US-Industrie haben im Oktober ihr Wachstum etwas verlangsamt. Der vom Institute for Supply Management (ISM) erhobene Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist im Oktober von 59,8 Punkten aus dem Vormonat auf 57,7 Zähler zurückgegangen. Damit bleibt der Stimmungsindex aber weiterhin deutlich über der 50 Punkte-Wachstumsmarke. Bei den Subindizes gab es bei den Neuaufträgen und der Beschäftigung leichte Rückgänge, dafür konnte der Subindex für die Preise zulegen.

ASIEN

Chinas Industrie kann im Oktober leicht zulegen

Chinas Industrie hat trotz des Handelsstreits mit den USA im Oktober ein leichtes Wachstum verzeichnet. Der am Donnerstag veröffentlichte Caixin-Markit-Einkaufsmanagerindex legte von 50,0 Zählern aus dem Vormonat auf 50,1 Punkte zu. Die Schätzungen der Experten lagen bei einem Rückgang auf 49,9 Punkte. Der Oktober war der erste volle Monat, in dem die US-Strafzölle auf chinesische Importe in Kraft getreten sind. Insgesamt haben die USA bisher Zölle auf Produkte aus China im Ausmaß von 250 Milliarden Dollar verhängt.

UNTERNEHMENS-NEWS

BEI APPLE KLINGELN WEITER DIE KASSEN

Der Techriese aus dem Silicon-Valley verbuchte im abgelaufenen Geschäftsquartal einen Gewinn von 14,1 Milliarden US-Dollar und damit einen Gewinnsprung von 32% im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz des Konzerns stieg um rund ein Fünftel auf 62,9 Milliarden US-Dollar an. Damit wurden die Erwartungen übertroffen. Hauptverantwortlich für das gute Ergebnis sind gute Geschäfte im Service-Bereich. Die Einnahmen aus App-Verkäufen, Apple Music und dem Cloud-Geschäft zogen deutlich an – die iPhone-Verkäufe konnten nur leicht zulegen. 46,9 Millionen Stück vom Flaggschiff des Konzerns wurden verkauft und damit nur etwa 200.000 Stück mehr als noch vor Jahresfrist. Zukünftig wird Apple auch keine Absatzzahlen zu seinen Geräten veröffentlichen. Für Finanzchef Luca Maestri sei dies kein adäquater Gradmesser für den Erfolg des Unternehmens.

 

Schwieriger dürfte es jedoch im laufenden Quartal werden. Apple bereitete die Anleger darauf vor, dass die Geschäfte womöglich unter den Erwartungen liegen könnten. Man sei sich bei Apple nicht sicher, ob man bei der Produktion der Geräte mit der Nachfrage mithalten könne. Man rechnet nun mit Erlösen von maximal 93 Milliarden US-Dollar und einem Plus von lediglich 5%.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EZB-BANKENAUFSICHT MAHNT BANKEN VOR STRESSTEST – RENTABILITÄT STÄRKEN

Die EZB-Bankenaufsicht hat die Finanzbranche kurz vor Veröffentlichung des Gesundheitschecks für europäische Geldinstitute gemahnt, widerstandsfähiger zu werden. “Eines der gravierendsten Probleme, vor denen europäische Banken stehen, ist der Mangel an Profitabilität”, befand die oberste EZB-Bankenaufseherin Daniele Nouy am Mittwoch in Berlin. Eine Anzahl von Banken holten ihre Kapitalkosten nicht herein: “Und diese Lage ist sicherlich nicht nachhaltig”, mahnte die Französin, die Ende des Jahres ihre Funktion niederlegt.

Am heutigen Freitag werden von der EZB die Ergebnisse der diesjährigen Belastungsprobe für die wichtigsten Institute Europas veröffentlicht. Die EU-Bankenaufsicht EBA will wie bei früheren Tests bekannt geben, in welcher Art sich der simulierte Stress auf Bankbilanzen und Kapitaldecke ausgewirkt hat. Kritisch betrachtet werden dürften wieder die italienischen Banken, die schon bei der letzten großen Prüfung vor zwei Jahren nicht gut abschnitten. Aber auch die Resultate von Deutscher Bank und NordLB werden Bankanalysten und Ratingexperten genau untersuchen. Banken in der Euro-Zone schleppen als Altlasten aus der Finanzkrise einen Berg an Problemdarlehen im Volumen von 844 Milliarden Euro mit sich herum - viele davon in Italien. Nouy wollte am Rande der Veranstaltung keinen Kommentar zu Italien abgeben. Die Regierung in Rom hat mit einem Haushaltsstreit mit der EU für Diskussionen an den Märkten gesorgt.

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