Deutscher Rat der Wirtschaftsweisen senkt Konjunkturprognose

08.11.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

 

Deutsche Unternehmen fahren Produktion wieder hoch

Industriebetriebe, Bau- und Energieversorger haben im September mehr hergestellt als erwartet. Nach Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums vom Mittwoch legte die Produktion um 0,2% zum Vormonat zu. Für den Vormonat wurde zudem der Produktionsrückgang um 0,3% in einen Zuwachs um 0,1% revidiert. Das etwas schwächere Sommerquartal ist vor allem auf den Produktionsrückgang in der Fahrzeugindustrie zurückzuführen, diese hatte wegen Problemen mit der Umstellung auf den neuen Testzyklus WLTP ihre Produktion heruntergefahren. Diese Probleme konnten aber behoben werden. Das Ministerium erwartet deshalb eine Belebung der Herstellung zum Jahresende.

AMERIKA

US-Rohöllagerbestände steigen deutlich an

In der vergangenen Woche sind Bestände in den Rohöllagern in den USA deutlich stärker als erwartet angestiegen. Wie das US-Energieministerium am Mittwoch in Washington bekannt gab, legten die Bestände um 5,8 Millionen Barrel auf 431,8 Millionen Barrel zu. Das bedeutet den siebenten wöchentlichen Anstieg in Folge. Die Analysten hatten lediglich mit einem Zuwachs um 1,6 Millionen Barrel gerechnet. Auch die Vorräte an Benzin stiegen um 1,9 Millionen auf 228,0 Millionen Barrel. Heizöl-und Dieselvorräte sanken dagegen um 3,5 Millionen. Die tägliche Ölproduktion in den USA legte um 0,4 Millionen auf 11,6 Millionen zu.

ASIEN

China steigert Exporte im Oktober überraschend deutlich

Trotz des Handelskonfliktes mit den USA hat China seine Exporte im letzten Monat deutlich gesteigert. Wie die Zollbehörde am Donnerstag meldete, wurden auf Jahressicht um 15,6% mehr Waren und Dienstleistungen exportiert. Ebenfalls gestiegen sind die Importe, mit einem Plus von 21,4% übertrafen sie ebenfalls die Prognosen der Analysten. In Summe stieg der Handelsbilanzüberschuss auf 34,01 Milliarden Dollar. Mit den USA ging der Handelsbilanzsaldo allerdings von 34,13 Milliarden Dollar aus dem September auf 31,78 Milliarden Dollar zurück.

UNTERNEHMENS-NEWS

KRAFTWERKSGESCHÄFT BELASTET AUCH SIEMENS

Der deutsche Industrieriese musste im abgelaufenen Geschäftsjahr im Industriegeschäft einen Dämpfer hinnehmen. Das Ergebnis im Industriegeschäft ging im Vergleich zum Vorjahr um 6% zurück und liegt somit bei 8,8 Milliarden Euro. Vor allem das konventionelle Kraftwerksgeschäft lastete auf Siemens. Die Restrukturierungsbemühungen schlagen sich vorerst mit hohen Kosten zu Buche. Der geplante Stellenabbau kostete allein im vierten Quartal 386 Millionen Euro.

 

Der Nettogewinn des gesamten Geschäftes der Deutschen stagnierte somit bei 6,12 Milliarden Euro. Der Umsatz konnte hingegen leicht auf 83 Milliarden Euro zulegen. Auch die von vielen beachteten Auftragseingänge stiegen um 8% auf 91,3 Milliarden Euro an.

 

Vorstandschef Joe Kaeser zeigte sich zufrieden und sprach von erreichten Ziele. Das Ergebnis je Aktie lag mit 7,88 Euro pro Anteilsschein in der angepeilten Spanne von 7,70 und 8,00 Euro. Für das laufende Geschäftsjahr erwarte man sich bei Siemens einen moderaten Umsatzanstieg. “Wir erwarten ein weiterhin günstiges Marktumfeld mit begrenzten Risiken aus geopolitischen Unsicherheiten, insbesondere für unsere kurzzyklischen Geschäfte”, so das Unternehmen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

DEUTSCHER RAT DER WIRTSCHAFTSWEISEN SENKT KONJUNKTURPROGNOSE

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, veröffentlichte am Mittwoch die neuesten Konjunkturdaten und ein Gutachten, in dem die deutsche Regierung aufgefordert wird Reformen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit durchzuführen.

Aufgrund der veränderten globalen Wirtschaftsordnung, bleiben die Risiken für die konjunkturelle Entwicklung nach wie vor hoch. Deswegen senkten die fünf Wirtschaftsweisen auch ihre Wachstumsprognose für das deutsche Bruttoinlandsprodukt auf 1,6 Prozent. Während die Experten im Frühjahr noch von einem Wachstum von 2,3 Prozent im heurigen Jahr ausgegangen waren.

Der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Christoph M. Schmidt sieht die große Koalition gefordert, angesichts der Steuersenkungen in anderen Industrieländern nachzubessern. Dazu gehören die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlages und die bessere Nutzung des vorhandenen Arbeitskräftepotenzials. Auf dem Arbeitsmarkt muss man dem zunehmenden Engpass bei Fachkräften mit einer flexibleren Arbeitszeit und dem Ausbau von Kinderbetreuungsstellen begegnen. Beim Pensionsthema forderte Schmidt eine Versachlichung der Debatte. Die Generationengerechtigkeit müsste wiederhergestellt werden. Der Wirtschaftsweise könne sich eine längere Lebensarbeitszeit ab dem Geburtenjahrgang 1990 vorstellen.

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