Budget-Streit: Italien signalisiert Bereitschaft zur Flexibilität

27.11.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Ifo-Geschäftsklima in Deutschland kühlt etwas ab

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hat sich im November leicht eingetrübt. Wie das Münchner Ifo-Institut am Montag bekanntgab, ist der Stimmungsindex für das Geschäftsklima um 0,9 auf 102,0 Punkte gesunken. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate wurden von den Führungskräften etwas pessimistischer eingeschätzt. Die etwas gedämpfte Stimmung zeigt sich vor allem auf dem exportabhängigen Sektor. Dieser wird von zahlreichen Risiken belastet, meint dazu Ifo-Präsident Clemens Fuest. Er erwartet für das vierte Quartal ein Wirtschaftswachstum von 0,3%.

AMERIKA

Wirtschaftsindex der Chicago-Fed legt leicht zu

Die Wirtschaftsaktivität in den USA hat im Oktober leicht zugenommen. Der von der lokalen Notenbank in Chicago berechnete Wirtschaftsindex stieg im Oktober auf einen Stand von Plus 0,24. Der Stand vom September wurde auf einen Stand von Plus 0,14 nachträglich berichtigt. Der etwas aussagekräftigere Dreimonatsdurchschnitt verbesserte sich ebenfalls leicht und notierte im Oktober bei einem Stand von Plus 0,31. Der CFNAI-Index wird aus verschiedenen Indikatoren wie etwa Produktion, privatem Konsum und Arbeitsmarktdaten berechnet.

ASIEN

Unternehmensdienstleistungen in Japan werden teurer

Wie die japanische Notenbank am Dienstag bekanntgab, sind die Preise für Unternehmensdienstleistungen im November mehr als erwartet angestiegen. Der CSPI-Index legte auf Jahressicht um 1,3% zu und lag damit über den Schätzungen der Experten mit einer Preisteuerung um 1,2%. Für den Vormonat wurde der Preisindex von 1,2% auf 1,1% berichtigt. Der Index bietet einen guten Überblick über das Angebot und die Nachfragebedingungen in der Dienstleistungsbranche.

UNTERNEHMENS-NEWS

NOVARTIS‘ ALCON VERSPRICHT REGELMÄSSIGE DIVIDENDEN

Das vor der Ausgliederung stehende Augenheilgeschäft des Schweizer Pharmariesens hat seinen zukünftigen Aktionären regelmäßige Dividendenzahlungen in Aussicht gestellt. Ab 2020 soll es soweit sein. Das gab man gestern im Rahmen einer Investorenveranstaltung in New York bekannt. Zudem will man auch rentabler werden und peilt eine Betriebsgewinnmarge im unteren bis mittleren 20%-Bereich an. Das sind ambitionierte Ziele, wenn man bedenkt, dass man hier aktuell noch im hohen 10%-Bereich ist.

In der ersten Jahreshälfte 2019 soll Alcon als eigenständiges Unternehmen unterwegs sein. Mit Sitz in der Schweiz sowie Börsennotierungen dort und in den Vereinigten Staaten. Ausständig ist noch die Zustimmung der Aktionäre, die im Rahmen einer Generalversammlung im Februar 2019 eingeholt werden soll.

Der Geschäftsbereich wurde bei Novartis einer strategischen Prüfung unterzogen. Alcon hat sich in den letzten Jahren nicht gemäß den Erwartungen des Konzerns entwickelt. Die Sparte wurde für insgesamt 51 Milliarden US-Dollar zwischen 2008 und 2015 von Nestlé übernommen. Zuletzt erwirtschaftete man einen Jahresumsatz von rund sechs Milliarden US-Dollar. 

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

BUDGET-STREIT: ITALIEN SIGNALISIERT BEREITSCHAFT ZUR FLEXIBILITÄT

Die italienische Regierung deutet im Budgetstreit mit der EU-Kommission erstmals Bereitschaft zu mehr Flexibilität an. Aus Regierungskreisen verlautete am Montag, dass Italien seine Defizitziele für 2019 von 2,4 auf 2,2% senken könnte. Dies würde Einsparungen im Ausmaß von rund 3,2 Milliarden Euro entsprechen.

Die Regierung um Premier Giuseppe Conte halte an der Pensionsreform und der Einführung einer Mindestsicherung fest, sei jedoch bereit, andere Schwerpunkte des Haushaltsentwurfs zurück zu nehmen, um eine Einigung mit Brüssel zu erzielen, berichteten italienische Medien. „Der Dialog mit der EU-Kommission ist für eine zufriedenstellende Lösung im Budgetstreit notwendig“, bekräftigte Premier Conte, der am Samstagabend EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker getroffen hatte.

Über die neue Strategie der Regierung in der Auseinandersetzung mit Brüssel wird sich Conte mit den Vizepremiers Matteo Salvini und Luigi Di Maio bei einem für Montagabend angesetzten Treffen beraten. Der Premier hofft, dass seinem Land ein Sanktionsverfahren erspart bleibt. Italiens Staatsverschuldung beläuft sich auf rund 2,3 Billionen Euro – dies entspricht mehr als 130% der Wirtschaftsleistung. Zulässig sind nach den so genannten Maastricht-Kriterien höchstens 60% und somit müsste die Regierung in Rom die Verschuldung tatsächlich abbauen.

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