Fed-Chef Powell deutet Kurswechsel an

29.11.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Nachfrage nach Fachpersonal bleibt in Deutschland weiter auf hohem Niveau

Die Unternehmen in Deutschland sind weiter auf der Suche nach Fachpersonal. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA) verharrte im November stabil bei 252 Punkten, das teilte die Behörde am Mittwoch mit. Die Bundesagentur bestätigte, dass es im November in fast allen Branchen mehr freie Arbeitsplätze gebe, als im Vorjahresmonat.

Besonders deutlich gestiegen ist der Personalbedarf im Handel und bei den Dienstleistungsunternehmen, ebenso im Baugewerbe und bei den Energieversorgern. Weniger Stellenangebote wurden von den Verkehrs- und Logistikunternehmen gemeldet.

AMERIKA

US-Wachstum bleibt weiter im Rahmen der Erwartungen

Die USA haben auch im dritten Quartal ein solides Wirtschaftswachstum verzeichnet. Nach Zahlen des US-Handelsministeriums vom Mittwoch stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von, 3,5% zum Vorquartal an. Dieser Wert lag knapp unter den Erwartungen der Analysten von 3,6%.

Schwächere Konsumausgaben und geringere staatliche Investitionen wurden durch moderat höhere Unternehmensinvestitionen ausgeglichen. Die US-Wirtschaft hat in diesem Jahr von einem robusten Arbeitsmarkt und den deutlichen Steuersenkungen profitiert. Die Experten erwarten für heuer das stärkste BIP-Wachstum seit dem Jahr 2005.

ASIEN

Deutlicher Anstieg der Einzelhandelsumsätze in Japan

Die japanischen Einzelhändler hatten im Oktober deutlich mehr in ihren Kassen als erwartet. Wie das Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) am Donnerstag berichtete, legten die Umsätze im Jahresvergleich um 3,5% zu. Das bedeutet den stärksten Zuwachs seit zehn Monaten. Die Prognosen der Analysten lagen mit einem Plus von 2,7% deutlich darunter.

Für den Vormonat wurde ein Umsatzplus von 2,2% gemeldet. Die Umsätze im Einzelhandel gelten als wichtiger Indikator für die Konsumentenausgaben und das damit verbundene Verbrauchervertrauen.

UNTERNEHMENS-NEWS

NOVARTIS: ZULASSUNGSERWEITERUNG FÜR MS-MEDIKAMENT

Die EU-Arzneimittelbehörde hat die Zulassung von Gilenya erweitert. Das Medikament, das zur Behandlung einer bestimmten Form von Multipler Sklerose (MS) eingesetzt wird, darf nun auch Kindern und Jugendlichen verordnet werden. Erwachsene dürfen bereits seit Jahren mit dieser Arznei therapiert werden.

Gilenya ist einer der stärksten Umsatzbringer von Novartis. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 entfielen etwa 6,5% der Gesamtumsätze des Konzerns auf dieses Medikament.

MICROSOFT: NUN WERTVOLLSTES UNTERNEHMEN

Der Softwareriese stößt Apple vom Thron. Bereits am Montag war es kurzfristig soweit und Microsoft erreichte zwischenzeitlich eine höhere Marktkapitalisierung als sein Rivale. Mit dem Börsenschluss von Dienstag und Mittwoch war es auch auf Schlusskursbasis soweit. Gestern wurde Microsoft mit 858,836 Milliarden US-Dollar an der Börse bewertet. Apple mit 858,632 Milliarden US-Dollar.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

FED-CHEF POWELL DEUTET KURSWECHSEL AN

Der Chef der US-Notenbank Jerome Powell hat bei seiner Rede in New York ein vorsichtigeres Vorgehen bei künftigen Leitzinserhöhungen signalisiert. „Wir wissen, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen unserer Zinserhöhungen unsicher sind“, so Powell in seiner Rede am Mittwoch. Seine Politik der stufenweisen Zinserhöhung sei so angelegt, dass Gefahren dabei ausbalanciert werden, führte er weiter aus. Die aktuelle Zinsspanne von 2,0 bis 2,25% liege laut Powell „knapp unter“ dem von der Fed geschätzten neutralen Niveau, bei dem die Wirtschaft weder gefördert, noch gebremst werde.

Die Äußerungen Powells lösten an den Märkten und in Fachkreisen großes Aufsehen aus. Sie legen den Schluss nahe, dass möglicherweise nicht mehr so viele Zinserhöhungen kommen werden wie von Investoren erwartet, meinte etwa der Ökonom Jack Albin vom Beratungshaus Cresset Wealth Advisor. Analysten weisen zudem darauf hin, dass Fed-Chef Powell noch Anfang Oktober die Meinung vertreten hatte, dass die Fed vom neutralen Zinsniveau noch weit entfernt sei.

Unklar ist, ob sich der Fed-Chef bei seiner Kursänderung von der Kritik des US-Präsidenten Donald Trump hat beeinflussen lassen. Erst am Vortag hatte Trump die Geldpolitik der US-Notenbank abermals kritisiert. Bis dato hat sich Powell stets gegen jeglichen Verdacht der Einflussnahme auf die Geldpolitik verwahrt

In seiner Rede bewertete Powell die aktuelle Wirtschaftslage noch immer als sehr günstig. Er gehe weiterhin von einem „soliden“ Wirtschaftswachstum aus. Die Inflationsrate sieht Powell weiter in der Nähe von 2%. Im bisherigen Jahresverlauf hatte die Fed den Leitzins bereits drei Mal angehoben. Mit einer weiteren Erhöhung im Dezember wird derzeit gerechnet. Auf Grund der Äußerungen Powells halten Beobachter aber eine Zinspause im kommenden Jahr für möglich.

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