Katar tritt nach 57 Jahren aus der OPEC aus

04.12.2018

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Industrie in der Eurozone wächst moderat im November

Die Geschäfte der Industriebetriebe im Euroraum sind im November moderat gewachsen. Das geht aus der monatlichen Umfrage des IHS-Markit Institutes vom Montag hervor. Der Einkaufsmanagerindex lag im November bei 51,8 Punkten und damit noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Allerdings erwarten die Unternehmen eine etwas schwächere Nachfrage in den nächsten Monaten, meint dazu IHS-Chefvolkswirt Chris Williamson. Neben den Handelskonflikten und höheren Zöllen wird die Stimmung in den Betrieben auch durch gestiegene politische Unsicherheiten belastet.

AMERIKA

US-Industrie zeigt sich gut in Schwung

Die amerikanischen Industriebetriebe haben im November deutlich an Schwung zugelegt. Wie das Institute for Supply Management (ISM) am Montag berichtete, konnte der entsprechende Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe auf 59.3 Punkte deutlich ansteigen. Im Vormonat lag der Stimmungsindex noch bei 57,7 Zählern. Besonders stark zulegen konnten die Subindizes für die Neuaufträge und für die Produktion. Der ISM-Index gilt als besonders zuverlässiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in den USA.

ASIEN

USA erwarten raschen Abbau von chinesischen Zöllen

US-Wirtschaftsberater Larry Kudlow hat am Montag bekanntgegeben, dass er von China eine rasche Abschaffung von Zöllen auf bestimmte Importprodukte aus den USA erwartet. Er rechne damit, dass die Zölle auf US-Autoimporte von derzeit 40% wieder abgeschafft werden, das gleiche soll auch für Zölle auf US-Agrarimporte gelten. US-Präsident Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping hatten am Wochenende am Rande des G20-Gipfels in Argentinien bei einem Treffen neue Vereinbarungen getroffen. So soll in den nächsten 90 Tagen auf neue Zölle verzichtet und dieser Zeitraum für neue Verhandlungen genutzt werden.

UNTERNEHMENS-NEWS

BASF PRÜFT FUSION DER BAUCHEMIESPARTE

Der deutsche Chemieriese denkt über die Zusammenlegung seines Bauchemiegeschäftes mit der Parex Group vom Beteiligungsunternehmen CVC Capital Partners nach. Dadurch könnte ein Anbieter von Fugenmörtel und Dichtungsstoffen im Wert von bis zu sechs Milliarden US-Dollar entstehen. Die Verhandlungen dazu befinden sich aber noch im Anfangsstadium.

Das Bauchemiegeschäft entwickelte sich zuletzt nicht wie erwartet und BASF-Chef Martin Brudermüller hatte bereits vor einigen Wochen angekündigt,den Geschäftsbereich auslagern zu wollen.

GROSSAUFTRAG FÜR SIEMENS GAMESA

Das Tochterunternehmen des deutschen Industrieriesens konnte einen Großauftrag an Land ziehen. Für einen großen Windpark vor der Atlantikküste Belgiens wird Siemens Gamesa 58 Turbinen liefern und übernimmt auch für 17 Jahre die Wartung. Die Fertigstellung ist für 2021 geplant. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

KATAR TRITT NACH 57 JAHREN AUS DER OPEC AUS

Der Energieminister des Golf-Emirats Katar, Saad al-Kaabi, verkündete am Montag in einer Pressekonferenz den Austritt seines Landes aus dem internationalen Ölkartell. Durch diesen Schritt schwächte das ehemalige Gründungsmitglied die Organisation knapp vor einem wichtigen OPEC-Treffen, in dem eine Reduzierung der Ölförderung diskutiert werden soll.

Laut Saad al-Kaabi möchte Katar seine langfristige wirtschaftspolitische Ausrichtung vom Erdölabbau in Richtung weltgrößter Lieferant von Flüssiggas lenken. Der neue Fokus auf die Gasproduktion und der jahrelange schwellende diplomatische Konflikt mit Saudi Arabien, dürfte der Auslöser für den überraschenden Austritt sein. Während der Weltmarktführer Saudi-Arabien täglich rund elf Millionen Barrel Öl produzieren, kommt das Emirat auf lediglich 600.000 Fässer. Dadurch wird es zu keiner großen Verschiebungen im internationalen Kräfteverhältnis kommen.

Doch dieser Schritt des Emirats wird in erster Linie auch als symbolischer Akt gewertet. Laut Algeriens früherem Energieminister Chakib Chelil sind viele OPEC-Mitgliedsländer mit den letzten Alleingängen Saudi Arabiens nicht mehr einverstanden und könnten dem Beispiel folgen. Bereits im Juni vergangen Jahres verhängten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten einen politischen und wirtschaftlichen Boykott gegenüber Katar. Dem kleinen Land wurde die Unterstützung von Terrorismus vorgeworfen. Die Anschuldigungen wurden jedoch vehement abgestritten. Katar sprach von einem Angriff auf seine Souveränität.

Haftungsausschluss

Dieser Breakfast Wrap ist eine freie Zusammenstellung von Informationen über allgemeine volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen. Er ist keine Grundlage für Anlageentscheidungen, etwa den Erwerb von spezifischen Produkten. Dieser Breakfast Wrap stellt in keinem Fall eine Empfehlung oder Meinungsäußerung der Capital Bank hinsichtlich bestimmter Anlageformen oder Anlagestrategien oder deren Angemessenheit dar. Individuelle Anlageentscheidungen setzen vielmehr die vorherige anleger- und objektgerechte Beratung sowie umfassende Risikoaufklärung voraus. Dieser Breakfast Wrap stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Informationen beruhen auf sorgfältig ausgesuchten Quellen; die aus diesen Quellen übernommenen Informationen wurden nicht überprüft. Es wird insbesondere keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernommen. Die Auswahl und Aufnahme der Informationen lässt keine Rückschlüsse auf Meinungen und Prognosen seitens der Capital Bank zu. Haftungs- oder Schadenersatzansprüche, welche aus der Nutzung oder Nichtnutzung bzw. aus der Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen resultieren, sind ausgeschlossen.

« zurück