Türkische Inflation sinkt zum Jahresende

04.01.2019

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Banken im EU-Raum vergeben wieder mehr Kredite

Trotz der etwas gestiegenen Konjunktursorgen haben die Banken in der Eurozone ihre Kreditvergaben an Firmen und Privathaushalte wieder etwas ausgeweitet. Nach Zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB) wurden im November um 4,0% mehr Darlehen an Unternehmen weitergereicht als im Jahr zuvor. Im Oktober lag der Zuwachs bei den vergebenen Krediten bei 3,9%. An Privathaushalte wurden im November um 3,3% mehr Kredite vergeben als vor Jahresfrist. Das bedeutet den höchsten Zuwachs seit dem Jahr 2009. Für den Oktober wurde ein Plus von 3,2% gemeldet.

AMERIKA

US-Privatwirtschaft schafft im Dezember deutlich mehr neue Stellen

Die Unternehmen in den USA haben zum Jahresende ihre Personalbestände deutlich aufgestockt. Wie aus den Zahlen des Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing Inc (ADP) hervorgeht, sind im Dezember gegenüber dem Vormonat um 271.000 mehr neue Stellen geschaffen worden. Die Schätzungen der Experten lagen nur bei einem Plus von 178.000 neuen Jobs.

Beim derzeitigen Tempo des Jobwachstums wird ein weiterer Rückgang der bereits sehr niedrigen Arbeitslosenrate erwartet. Der ADP-Bericht umfasst etwa 400.000 Unternehmen mit rund 23 Millionen Beschäftigten in den USA. Er gilt als wichtiger Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht der Regierung, der am Freitag veröffentlicht wird. Dieser beinhaltet dann auch die Beschäftigten im Staatsdienst.

ASIEN

Chinas Regierung erwartet US-Delegation zu Handelsgesprächen nächste Woche

Regierungsvertreter von China und den USA werden Anfang kommender Woche zu weiteren Handelsgesprächen in Peking zusammentreffen. Eine US-Delegation unter der Führung des stellvertretenden Handelsbeauftragten Jeffrey Gerrish wird am 7. und 8. Jänner in der chinesischen Hauptstadt erwartet, um in konstruktiven Gesprächen eine Lösung des Handelskonfliktes der beiden Länder zu erarbeiten. Bereits Ende vergangener Woche hatte US-Präsident Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping telefoniert und von großen Fortschritten berichtet.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE STUTZT UMSATZERWARTUNG FÜR DIE LETZTEN DREI MONATE

Aufgrund nachlassender iPhone-Verkäufe in China hat Apple die Umsatzprognose für das abgeschlossene Quartal gekürzt. Der US-Konzern senkte die Umsatzprognose für die vergangenen drei Monate und somit das Weihnachtsgeschäft auf 84 Milliarden US Dollar, während zuvor noch 89 bis 93 Milliarden US-Dollar erwartet worden waren.

Die Korrektur geht laut Konzern-Chef Tim Cook vor allem auf die schlechteren iPhone-Verkäufe in China zurück. Der Konzern habe laut Cook die wirtschaftliche Abschwächung in dem Markt unterschätzt. Auch die Kaufzurückhaltung der Konsumenten wegen des anhaltenden Handelsstreits zwischen den USA und China bekomme man nun zu spüren. Das iPhone ist aktuell noch das wichtigste Apple-Produkt und brachte zuletzt rund 60% der gesamten Erlöse ein.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

TÜRKISCHE INFLATION SINKT ZUM JAHRESENDE

Aufgrund von Steuersenkungen und Rabatten ist die Inflation in der Türkei im Dezember etwas unter den Erwartungen der Analysten geblieben. Gemäß Statistikamt sind die Verbraucherpreise im Dezember im Jahresvergleich um 20,3% gestiegen. Das ist um 0,2% weniger als Analysten erwartet hatten. Im Oktober lag die Inflation noch bei 25%.

Grund für den Rückgang der Inflation war unter anderem, dass die Regierung die Steuern für Fahrzeuge, Möbel und Haushaltsgeräte gesenkt hat. Auch hat die Regierung die Geschäfte dazu angehalten, Waren die zuvor starke Preiszuwächse verzeichnet haben, zum Jahresende um mindestens 10% billiger anzubieten. Trotzdem bleibt die Inflation immer noch auf einem hohen Niveau. Die türkische Lira hatte im letzten Jahr im Vergleich zum US-Dollar um 28% verloren. Im letzten Jahr hatten Investoren die Unabhängigkeit der türkischen Zentralbank in Frage gestellt. Zudem belastete das politische Verhältnis zwischen den USA und der Türkei deren Konjunktur. Einfuhren hatten sich dadurch spürbar verteuert.

Auf dem Höhepunkt der Krise hatte die türkische Notenbank mit einem ordentlichen Zinsschritt nach oben reagiert (+6,25%), um so die Lira attraktiver zu machen. Zur Stabilisierung der Lira hat zuletzt aber auch die Verbesserung der Situation zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei beigetragen. Was heuer in der Türkei aber noch ansteht, ist das Anheben der Mindestlöhne um über ein Viertel. Experten gehen davon aus, dass die Inflation dadurch um 1 ½ bis 2% steigen könnte, falls die Unternehmen die höheren Personalkosten weiterreichen.

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