Fed-Chef signalisiert Flexibilität bei der Zinspolitik

07.01.2019

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Inflation im Euroraum fällt unter Zielmarke der EZB

Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind zum Jahreswechsel deutlich unter die Zielmarke der EZB gefallen. Wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte, stiegen die Preise im Dezember auf Jahressicht nur mehr um 1,6%. Die Schätzungen der Analysten lagen bei einem Plus von 1,8%. Der von der EZB angestrebte Idealwert für die Konjunktur liegt bei knapp 2,0%. Als Hauptgrund für den Inflationsrückgang wurden gesunkene Energiepreise gemeldet. Energie verteuerte sich zuletzt nur noch um 5,5 %, im November lag der Preisanstieg noch bei 9,1%. Auch die Preise für Lebensmittel und Alkohol verteuerten sich mit Plus 1,7% im Dezember weniger als erwartet.

AMERIKA

US-Jobwachstum steigt im Dezember kräftig an

Der US-Arbeitsmarkt zeigt sich zum Jahresende in ausgezeichneter Form. Das Stellenwachstum übertraf im Dezember die Prognosen deutlich, zugleich legten die Löhne ebenfalls stark zu. Wie aus den Zahlen des US-Arbeitsministeriums vom Freitag hervorgeht, wurden von Staats-und Privatfirmen insgesamt 312.000 neue Stellen geschaffen. Die Erwartungen der Volkswirte lagen mit 176.000 zusätzlichen Jobs deutlich darunter. Die separat erhobene Arbeitslosenquote lag im Dezember bei 3,9%. Die Stundenlöhne stiegen um 0,4% ebenfalls mehr als erwartet an. Im Jahresvergleich lag das Plus bei den Gehältern bei 3,2%.

ASIEN

Japans Industrie bleibt auf Wachstumskurs

Die japanische Industrie hält auch im Jänner ihren Wachstumskurs bei. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe lag bei 52,6 Punkten und damit weiter über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Von den Analysten wurde ein leichter Rückgang auf 52,4 Punkte erwartet.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE WEHRT SICH GEGEN VERKAUFSVERBOT

Der Techriese legt Berufung gegen das kürzlich verhängte Verkaufsverbot einiger iPhone-Modelle in Deutschland ein – so eine Sprecherin des Münchner Landesgerichts gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Dieses wurde nun vom Gericht in Kraft gesetzt, nachdem der Chiphersteller Qualcomm – gleichzeitig der Kläger - die geforderten 1,34 Milliarden US-Dollar an Sicherheiten für die Durchsetzung des Urteils hinterlegt hat. Diese seien für den Fall gefordert, dass eine höhere Instanz das Urteil aufhebt und Apple eine Entschädigung fordert.

Bereits vergangene Woche erklärte Apple, dass man die betroffenen Modelle aus den Apple-Stores nehmen werde. Das geht für den Kontrahenten aber nicht weit genug – auf anderen Vertriebskanälen kann man diese noch problemlos erwerben. Deshalb drängt man auf die Durchsetzung des Urteils. Geht es nach Qualcomm umfasse diese alle Vertriebswege.

Schon seit Jahren schwelt der Streit zwischen den beiden Unternehmen. Bereits mehrere Verfahren sind derzeit am Laufen. Einerseits wirft der iPhone-Konzern Qualcomm vor, überhöhte Lizenzgebühren bezahlt zu haben. Andererseits soll Apple diverse Patente verletzt haben.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

FED-CHEF SIGNALISIERT FLEXIBILITÄT BEI DER ZINSPOLITIK

Im Rahmen einer Podiums-Veranstaltung und im Beisein seiner beiden Amtsvorgänger Janet Yellen und Ben Bernanke hat der aktuelle US-Notenbankchef Jerome Powell am Freitag eine Flexibilität der Zinspolitik seitens der Fed signalisiert. Die Notenbank sei geldpolitisch nicht auf einen Weg festgelegt und stets darauf vorbereitet, ihre geldpolitische Haltung bei Bedarf auch „erheblich“ anzupassen, so Powell.

Die US-Börsen reagierten mit steigenden Kursen auf die Signale seitens der Fed, bei Zinserhöhungen nichts zu überstürzen. Erst im Dezember hatte die Fed auf ihrer Zinssitzung den Leitzins auf die Spanne von 2,25 bis 2,5% erhöht. Es war die vierte Anhebung im Jahr 2018. Im Rahmen der Sitzung hatte die Fed zudem zwei weitere Erhöhungen für 2019 in Aussicht gestellt. Da die US-Wirtschaft in jüngster Zeit an Schwung verloren hat, könnten die Signale Powells darauf hindeuten, dass die US-Notenbank 2019 keine weitere Straffung der Geldpolitik folgen lässt.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion betonte Fed-Chef Powell erneut, dass die Notenbank ihre Entscheidungen unabhängig von der Politik treffe. Einer Rücktrittsaufforderung durch den US-Präsidenten, der in der Vergangenheit massiv Kritik am Zins-Kurs der Fed geäußert hatte, würde er nicht Folge leisten, so Powell.

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