China und Vereinigte Staaten verlängern Handelsgespräche

10.01.2019

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Arbeitslosenquote im Euroraum fällt im November auf neues Rekordtief

Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ist im November weiter gefallen und erreicht den tiefsten Wert seit dem Oktober 2008. Nach Zahlen des Statistikamtes Eurostat sank die Arbeitslosenquote auf 7,9%. Von den Volkwirten wurde ein Wert von 8,1% prognostiziert. Im November des Jahres 2017 lag die Quote noch bei 8,7%. Insgesamt waren gemäß den Angaben von Eurostat im November knapp 13 Millionen Menschen im Euroraum ohne Arbeit. Die niedrigsten Arbeitslosenquoten verzeichneten Deutschland (3,3%), die Niederlande (3,5%) und Malta (3,7%). Die meisten Arbeitssuchenden gab es in Griechenland (18,6%), sowie Spanien (14,7%) und Italien (10,5%).

AMERIKA

US-Notenbanker warnen vor zu raschen Zinsanhebungen

In der US-Notenbank werden vermehrt Stimmen laut, die vor zu raschen weiteren Zinsanhebungen warnen. So meinte etwa Raphael Bostic, Chef der lokalen Notenbank in Atlanta, die Fed müsse geduldig bleiben und erst die Konjunkturentwicklung im laufenden Jahr etwas abwarten. Die US-Unternehmen zeigen sich derzeit etwas zurückhaltend bei den Investitionen. Sein Kollege James Bullard, Direktor der Fed-Filiale in St. Louis ist der Meinung, dass sich der Leitzins derzeit auf dem richtigen Niveau befindet. Die US-Notenbank hat im letzten Jahr ihre Zinssätze in vier Schritten auf das jetzige Niveau von 2,25% bis 2,50% angehoben. Für das Jahr 2019 sollen zwei weitere Anhebungen geprüft werden.

ASIEN

Inflationsdruck in China lässt zum Jahresende nach

Die Verbraucherpreise sind in China zum Jahresende weniger als erwartet gestiegen. Wie aus den Zahlen des Statistikamtes vom Donnerstag hervorgeht, fiel die Inflationsrate im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 1,9%. Im November lag sie noch bei 2,2%. Der von der Regierung angestrebte Wert liegt bei etwa 3,0%. Auch die Industriebetriebe haben ihre Erzeugerpreise weniger stark angehoben als erwartet. Die Herstellerpreise legten im Dezember im Jahresvergleich nur 0,9% zu, im November lag der Preisanstieg noch bei 2,7%.

UNTERNEHMENS-NEWS

BASF MACHT ZUGESTÄNDNISSE BEI SOLVAY-DEAL

Der deutsche Chemieriese will wohl mit deutlichen Zugeständnissen die Übernahme des Polyamidgeschäftes von Solvay retten. BASF arbeitet nun mit der Investmentbank Lazard zusammen, um einen Käufer für einen größeren Teil des Kunststoff-Portfolios zu finden, das sie von Solvay übernehmen wollen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Verkauf könnte etwa € 450Mio. einbringen.

 

Man will damit die Wettbewerbshüter der EU-Kommission milde stimmen. Bis zum 25. Jänner erwartet man eine Entscheidung diesbezüglich. BASF will mit dem Zukauf den Geschäftsbereich mit technischen Kunststoffen weiter auszubauen und auch Zugang zu wichtigen Wachstumsmärkten in Asien und Südamerika zu erreichen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

CHINA UND VEREINIGTE STAATEN ERZIELTEN ERSTE FORTSCHRITTE BEI HANDELSGESPRÄCHEN

Ursprünglich waren die Gespräche über die Beendigung des Handelsstreits, die gestern in Peking vorerst beendet wurden nur für zwei Tage angesetzt gewesen. Dann waren sie aber noch um gestern Mittwoch verlängert worden. Das zeigte die Ernsthaftigkeit an der an einer Lösung gearbeitet wurde. Donald Trump hatte bereits zuvor durchklingen lassen, dass die Verhandlungen „seht gut“ laufen. In den Gesprächen versuchen die Unterhändler eine Lösung für den bereits seit 8 Monaten andauernden Handelsstreit zwischen China und den USA zu finden. Von Seiten der Vereinigten Staaten wird der mangelnde Marktzugang in China, sowie auch Produktpiraterie oder aber staatliche Subventionen in China kritisiert.

 

Die USA wollen bei den Gesprächen Zugeständnisse von Seiten der Volksrepublik China erreichen und in Folge auch dafür sorgen, dass diese auch nicht verletzt werden. Des Weiteren versuchen die Vereinigten Staaten einen Weg zu finden, dass US-Unternehmen nicht gezwungen werden können ihre Technologie zu transferieren, wenn sie auf den chinesischen Markt wollen. Zusätzliches Thema sind Importe von US-Waren wie landwirtschaftliche Produkte, die das US-Handelsdefizit mit China verringern soll. Andere Forderungen der USA sind mehr Zugang zum chinesischen Dienstleistungsbereich wie etwa Banken und Versicherungen.

 

Beim G20 Gipfel Anfang Dezember in Argentinien hatten sich US-Präsident Trump und Xi Jinping auf einen „Waffenstillstand“ geeinigt. Die gesetzte Frist der USA läuft bis Anfang März. Bis dahin muss China sein Entgegenkommen zeigen. In der Zwischenzeit wurde eine weitere Erhöhung der US-Sonderabgaben auf chinesische Importe von 10 auf 25% erstmals auf Eis gelegt. Sollte es zu keiner Einigung kommen droht eine Eskalation.

 

Man geht davon aus, dass Chinas Chefunterhändler, Vizepremier Liu He, die Verhandlungen auf höherer Ebene mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer weiterführen wird. Beim Weltwirtschaftsforum Ende Jänner in Davos könnte es auch zu einem Treffen zwischen Präsident Trump mit Chinas Vizepräsident Wang Qishan kommen.

 

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