OECD Wirtschaftsausblick: weltweites Wachstum verlangsamt sich

22.05.2019

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Konsumlaune in der Eurozone verbessert sich im Mai

Die Stimmung unter den Verbrauchern im Euroraum hat sich im Mai aufgehellt. Wie aus den Daten der EU-Kommission hervorgeht, stieg das Barometer für das Konsumentenvertrauen um 0,8 Punkte auf minus 6,5 Zähler. Damit liegt der Wert deutlich über seinem langjährigen Durchschnitt von minus 10,7 Punkten. Das Wirtschaftswachstum hat sich zu Beginn des Jahres beschleunigt, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte zwischen Januar und März um 0,4 % zum Vorquartal zu. Zum Jahresende 2018 lag das BIP-Wachstum nur bei 0,2%.

AMERIKA

Verkäufe von bestehenden Häusern in den USA gehen wieder zurück

Die Verkäufe von bestehenden Immobilien in den USA sind im April erneut zurückgegangen. Wie die Maklervereinigung „National Association of Realtors“ (NAR) am Dienstag in Washington berichtete, gingen die Verkäufe um 0,4% auf 5,19 Millionen Häuser zurück. Von den Analysten wurde mit einem Verkaufsplus von 2,7% gerechnet. Bereits im März waren die Verkäufe um 4,9% niedriger ausgefallen. Die Bestandsverkäufe machen in den USA etwa 90% des gesamten Transaktionsvolumens aus und bieten daher einen guten Überblick über die Lage auf dem Immobilienmarkt.

ASIEN

Japans Exporte gehen zurück

Die japanischen Unternehmen haben im April weniger Waren ins Ausland verkauft. Das geht aus dem Bericht des Finanzministeriums vom Mittwoch hervor. Die Ausfuhren lagen im Vergleich zum Vorjahr um 2,4% tiefer, die Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang um 1,8% gerechnet. Im ersten Quartal hatte die japanische Wirtschaft trotz schwächelnder Exporte ihr Wachstum beschleunigen können. Von den Experten wird aber ein Konjunkturabschwung befürchtet, da der private Konsum durch kaum steigende Löhne weiter belastet werden dürfte.

UNTERNEHMENS-NEWS

SIEMENS GAMESA ZEIGT INTERESSE AN SENVION

Die Windkrafttochter des deutschen Industrieriesens und der japanische Elektronikkonzern Toshiba erwägen eine Übernahme des in Schwierigkeiten geratenen Konkurrenten Senvion. Medienberichten zufolge prüfe man derzeit den Erwerb des Unternehmens.

Senvion hat zuletzt Insolvenz angemeldet, nachdem dem Unternehmen wegen Verzögerungen bei Großprojekten das Geld auszugehen drohte. In weiterer Folge wurde dann die Investmentbank Rothschild mit der Suche nach einem Käufer beauftragt. Eine Entscheidung soll in den kommenden Wochen und damit noch vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Juli fallen.

Bei Siemens Gamesa liefen die Geschäfte zuletzt gut. Im zweiten Quartal konnten Umsatz wie auch Gewinn zulegen. Vor allem das Offshore-Windenergie- und Servicegeschäft entwickelte sich stark.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

OECD WIRTSCHAFTSAUSBLICK: WELTWEITES WACHSTUM VERLANGSAMT SICH

Im aktuellen Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet man nur noch mit einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 3,2 statt bisher 3,3%. Die Wachstumsprognose für das kommende Jahr bleibt unverändert bei 3,4%. Im Jahr 2018 hatte es noch zu 3,5% Wachstum gereicht. Insgesamt wächst die Weltwirtschaft seit Ende 2018 damit deutlich langsamer, jedoch stabilisiert sich das Wachstum auf „moderatem Niveau“, so der OECD-Bericht.

Leicht optimistisch zeigen sich die Experten der OECD für die Eurozone. Die Wachstumsprognose wurde auf 1,2% im heurigen Jahr beziehungsweise 1,4% im Jahr 2020 leicht angehoben. Für Deutschland liegt die Prognose für 2018 deutlich unter dem Durchschnitt der Eurozone. Nur 0,7% Wachstum werden in der aktuellen Prognose in Aussicht gestellt, bevor das Wachstum im kommenden Jahr auf 1,2% ansteigen soll. Angesichts der schwachen Konjunktur fordert die OECD in ihrem Bericht von Deutschland einmal mehr höhere Ausgaben. Die geplanten Infrastrukturausgaben beispielsweise, lagen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt weit unter dem Durchschnitt der anderen Euroländer des vergangenen Jahres.

Auch für die USA hat die OECD die Wachstumsprognose für das heurige Jahr von bisher 2,6% auf 2,8% angehoben. Die Prognose für China wurde unverändert bei 6,2% Wachstum für das Jahr 2018 belassen. Dabei sind die letzten Runden im Handelsstreit der beiden Großmächte aber noch nicht berücksichtigt. Sollten die Handelsbeschränkungen in dieser Form beibehalten werden, könnte dadurch das Wachstum der beiden Volkswirtschaften bis 2021 um 0,2 oder 0,3 Prozentpunkte belasten.

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