US-Handelsministerium beschließt Antisubventionszölle

05.02.2020

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Rückgang beim Auftragsbestand der deutschen Industrie verlangsamt sich

Der Auftragspolster der deutschen Industrie ist im Dezember weniger als in den Vormonaten zurückgegangen. Der entsprechende Index des Münchner Ifo-Institutes stieg von minus 11,4 auf minus 8,5 Punkte an. Besonders deutlich nach oben ging es in den Betrieben der Chemiebranche, dem Maschinenbau und den Produzenten von elektronischen Ausrüstungen, auch in der Autobranche ging es aufwärts. Allerdings sei die Entwicklung nicht in allen Branchen positiv, betonten die Ifo-Forscher. So sei der Index bei den Produzenten von elektronischen Geräten und den Herstellern von Kunststoffwaren zurückgegangen. Am Donnerstag gibt das Statistische Bundesamt (Destatis) die Zahlen für die Neuaufträge der Industrie im Dezember bekannt.

AMERIKA

US-Industrie meldet deutliches Auftragsplus im Dezember

Die Betriebe der US-Industrie haben im Dezember das höchste Plus an neuen Aufträgen seit mehr als einem Jahr eingefahren. Wie aus den Zahlen des US-Handelsministeriums vom Dienstag hervorgeht, lagen die Bestellungen um 1,8% höher als im Vormonat. Von den Analysten wurde lediglich mit einem Auftragsplus von 1,2% gerechnet, nachdem die Neuaufträge im November noch um 1,2% zurückgegangen waren. Die US-Industrie wurde seit längerem von den Auswirkungen des Handelskonflikts mit China belastet. Ein erst kürzlich unterzeichnetes Teilabkommen dürfte nun für etwas Entspannung sorgen.

ASIEN

Wachstum der chinesischen Dienstleister fällt im Jänner verhalten aus

Das Wachstum der chinesischen Dienstleistungsunternehmen hat im Jänner ein Drei-Monats-Tief erreicht. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex für den Sektor fiel von 52,5 im Dezember auf 51,8 im Jänner, wie das Markit Institut am Mittwoch bekanntgab. Er bleibt damit aber noch immer über der 50-Punkte Wachstumsmarke. Die Dienstleister stellten im Jänner kaum neue Mitarbeiter ein, auch die Verkaufspreise mussten wieder gesenkt werden. Während die Aufträge aus dem Ausland leicht anzogen, schwächte sich die Nachfrage aus dem Inland ab. Allerdings stiegen die Geschäftserwartungen aufgrund des Teilabkommens mit den USA wieder deutlich an. Erste Auswirkungen des Coronavirus sind in der Umfrage noch nicht berücksichtigt, da dieses erst Ende Jänner ausbrach.

UNTERNEHMENS-NEWS

AMAZON ERREICHT DIE BILLION

Nun ist es soweit: der Onlineriese hat gestern Abend erstmals auch nach Börsenschluss eine Marktkapitalisierung von über einer Billion US-Dollar erreicht. Der Kurs der Aktie stieg im gestrigen Handel um 2,27% und damit übersprang Amazon erstmals die magische Marke. Man ist nun neben den Konzernen Apple, Alphabet und Microsoft erst das vierte Unternehmen dem dies gelang.

Siemens mit gemischten Ergebnissen

Der deutsche Industrieriese konnte im ersten Quartal ein leichten Umsatzzuwachs von 1% verbuchen. Der viel beachtete bereinigte operative Gewinn aus dem Industriegeschäft konnte hingegen nicht gehalten werden und brach um rund 30% ein. Dieser liegt damit bei auf 1,43 Milliarden Euro. Einmal mehr lasteten schwache Ergebnisse der Power & Gas Division auf den Gesamtzahlen. Auch der Auftragseingang lag mit 24,8 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsquartal leicht unter dem Wert des Vorjahrs.

Siemens bekräftigte aber die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Man gehe weiterhin von einem leichten Umsatzanstieg aus, der Gewinn je Aktie soll zwischen 6,30 und 7,00 Euro liegen.
Das neue Geschäftsjahr steht bei Siemens voll im Zeichen der Abspaltung der Energiesparte. Im September 2020 soll Siemens Energy separat als eigenständige Einheit an die Börse gebracht werden. Die Siemens AG konzentriert sich auf die renditestarken Kerngeschäfte mit der Industrieautomatisierung, sowie Bau- und Infrastruktur-Lösungen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

US-HANDELSMINISTERIUM BESCHLIESST ANTISUBVENTIONSZÖLLE

Das US-Handelsministerium erließ am Montag eine neue Verordnung zur Einführung von Antisubventionszöllen.

Dieser neue Erlass ermöglicht dem amerikanischen Handelsministerium Ausgleichszölle gegenüber Produkten aus Ländern auszusprechen, die ihre Währung gegenüber dem US-Dollar unterbewerten. Dadurch sollen vor allem Länder getroffen werden, die ihre eigene Währung nach Einschätzung der US-Regierung aufwerten wollten. Das Ministerium erklärte, dass dies eine parteiübergreifende Maßnahme sei, um unfaire Devisenpraktiken und Handelsungleichgewichte auszugleichen.

Dadurch wäre es den Vereinigten Staaten weiters möglich gegen chinesische Produkte Abgaben zu verhängen, obwohl es bereits zu einer Neuunterzeichnung des Handelsabkommens zwischen den beiden Volkswirtschaften gekommen ist. Der ehemalige hochrangige Beamte des US-Finanzministeriums, Mark Sobel, sieht die neueste Verordnung nicht im Einklang mit der Rechtsprechung der Welthandelsorganisation. Es gäbe keine effektive Möglichkeit eine Währungsunterbewertung zu messen. Der Handel hätte weder die Verantwortung, noch die Expertise in internationalen Währungsfragen.

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