EZB: Largarde fordert mehr finanzielle europäische Unabhängigkeit

06.02.2020

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Euroraum-Wirtschaft setzt Erholungskurs zu Jahresbeginn fort

Die Wirtschaft in der Eurozone scheint sich zu Beginn des neuen Jahres weiter zu erholen. Der IHS Markit-Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft stieg im Januar um 0,4 auf 51,3 Punkte und erreichte damit den höchsten Wert seit dem August letzten Jahres. IHS-Chefökonom Chris Williamson erwartet für das erste Quartal ein Wirtschaftswachstum von 0,2%. Die Industrie habe sich zuletzt wieder stabilisiert und der Dienstleistungssektor zeige dank der guten Beschäftigungslage weiter ein solides Wachstum. Im Schlussquartal des letzten Jahres konnte aufgrund einer etwas schwächeren Konjunktur in Frankreich und Italien nur ein minimales Wachstumsplus von 0,1% erwirtschaftet werden.

AMERIKA

US-Privatwirtschaft stockt Personalbestände zu Jahresbeginn deutlich auf

Die privaten Unternehmen in den USA haben im Jänner deutlich mehr neues Personal eingestellt als erwartet. Nach Zahlen des Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing Inc (ADP) entstanden gegenüber dem Vormonat 291.000 neue Stellen. Von den Analysten wurde lediglich mit 156.000 neuen Jobs gerechnet. Das milde Winterwetter hat sich auf den Beschäftigungszuwachs besonders in der Baubranche positiv ausgewirkt, hier war ein überproportionaler Anstieg an neuen Arbeitsplätzen zu verzeichnen. Der ADP-Bericht wird am Freitag veröffentlicht. Er umfasst etwa 400.000 private US-Unternehmen mit rund 23 Millionen Beschäftigten und gilt als wichtiger Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht der Regierung. Dieser beinhaltet dann auch die Angestellten im Staatsdienst.

ASIEN

China will Zölle auf einige US-Importe senken

Wie aus dem chinesischen Finanzministerium verlautbart wurde, sollen die Steuern auf einige Waren aus den USA um 50% gesenkt werden. Mit diesem ersten Schritt hofft China, in Zusammenarbeit mit den USA, alle Zölle im bilateralen Handel abzuschaffen. Damit soll das Marktvertrauen gestärkt und die Handelsbeziehungen der beiden Länder weiter vertieft werden. Auch das globale Wirtschaftswachstum könnte damit unterstützt werden.

UNTERNEHMENS-NEWS

WALT DISNEY ÜBERTRIFFT DIE ERWARTUNGEN

Der US-amerikanische Entertainmentriese musste im abgelaufenen Geschäftsquartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Hier machten sich vor allem hohe Investitionen für den Ausbau des Streaminggeschäfts bemerkbar. Das Nettoergebnis aus dem fortgeführten Geschäft ging im Vergleich zum Vorjahr um rund 23% auf 2,1 Milliarden US-Dollar zurück. Der Umsatz stieg indes um gut ein Drittel auf 20,9 Milliarden US-Dollar.

Mit seinem Streamingdienst hat der Konzern aber einen fulminanten Start hingelegt. Disney+ startete am 12. November und ist bislang zwar nur in fünf Ländern verfügbar hat aber bereits 28,6 Millionen Kunden. Vorstandschef Bob Iger zeigte sich damit mehr als zufrieden und sprach davon, dass man die Erwartungen mehr als übertroffen habe.

Merck & Co wächst weiter

Der US-amerikanische Pharmakonzern konnte im abgelaufenen Geschäftsquartal Umsatz wie auch Gewinn erneut steigern. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um 8% auf 11,9 Milliarden US-Dollar. Der Konzerngewinn legte gleich um 29% auf rund 2,4 Milliarden US-Dollar zu. Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 1,16 Dollar nach 1,04 Dollar im Vorjahreszeitraum.

Hauptverantwortlich für das gute Abschneiden waren erneut die Onkologie und das Impfstoffgeschäft. Zukünftig will man sich verstärkt auf diese Geschäftsbereiche konzentrieren und dafür Aktiva mit einem Umsatz von 6,5 Milliarden US-Dollar abspalten, darunter Gesundheitsprodukte für Frauen und Cholesterinsenker, die ihren Patentschutz verloren haben. Das Volumen entspricht etwa 15% des Gesamtumsatzes des Konzerns mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EZB: LARGARDE FORDERT MEHR FINANZIELLE EUROPÄISCHE UNABHÄNGIGKEIT

Europa benötige nach Auffassung von EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine größere finanzielle Autonomie. In einer Rede im Zuge der Verleihung eines französischen Wirtschaftspreises an sie selbst verwies Lagarde darauf, dass die globalen Rahmenbedingungen von zunehmendem Protektionismus beherrscht werden. Zugleich sei Europa auf nicht-europäischen Zahlungssystemen angewiesen und von Cyber-Attacken auf seine finanzielle Infrastruktur bedroht. Daraus schlussfolgernd trat sie für den Aufbau einer Kapitalmarktunion zur Verfestigung der internationalen Rolle des Euro an.

Zudem verwies Lagarde auf Bestrebungen, die Einsatzmöglichkeiten für ein digitales Zentralbankgeld zu prüfen, denn es benötige eine "echte europäische Autonomie". "Die Nachkriegsordnung bekommt Risse, die Spannungen zwischen Großmächten nehmen zu und der technologische Wandel ändert die Art und Weise, wie wir produzieren, verteilen und konsumieren", befand die EZB-Präsidentin. Europa werde demnach neuen Risikotypen ausgesetzt - einer Hinwendung zum Protektionismus und einer zunehmenden Nutzung von Sanktionen. Somit sei die Notwendigkeit eine "europäische Autonomie" zu schaffen also gut nachvollziehbar.

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